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„Warum muss ich mich ständig rechtfertigen?“

Bürgergespräch in der Dresdner Kreuzkirche „Warum muss ich mich ständig rechtfertigen?“

Muslime in der Stadt war das Thema der vierten Bürgerversammlung in der Kreuzkirche. Dresdner Muslime erklärten, warum sie sich für ihre Religion rechtfertigen müssen und für ihre Heimatstadt. „Ich habe doch keine Angst, auf die Straße zu gehen“, brach Yusuf Sengün vom Islamischen Zentrum eine Lanze für die Stadt, in der er seit 13 Jahren lebt.

Das Kirchenschiff war leerer als bei den Vorgänger-Veranstaltungen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. „Ich muss mich als Muslim ständig rechtfertigen“, sagte Yusuf Sengün von der Türkisch Islamischen Gemeinde zu Dresden, und: „Ich muss Dresden ständig rechtfertigen.“ Sobald Muslime Gräueltaten im Namen Allahs verübten, werde er auf seinen Glauben angesprochen. Besorgte Freunde aus den alten Bundesländern würden regelmäßig nachfragen, ob er noch in Dresden sicher sei. „Ich habe doch keine Angst, auf die Straße zu gehen“, erklärte der Mann, der seit 13 Jahren in Dresden lebt. „Das Tragische ist doch, dass mir meine Freunde solche Fragen stellen.“

Er verabscheue die Kriminalität am Wiener Platz genauso wie gebürtige Dresdner, erklärte der Dresdner mit türkischen Wurzeln. „Auch ich habe Angst um meine Kinder, meine Frau, mein Hab und Gut. Ich will nicht mit Kriminellen gleichgesetzt werden. Ich habe nichts getan!“ Kriminalität finde keine Quelle im Islam. „Dort steht nicht, dass man Drogen verkaufen soll“, erklärte Sengün. Er fand verhaltenen Beifall.

Zum vierten Mal hatten am Abend Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Superintendent Christian Behr zum Bürgergespräch in die Kreuzkirche eingeladen. Es war leerer im Kirchenschiff als bei den ersten drei Veranstaltungen. Muslime in der Stadt waren das Thema des Abends, und Khaldem Al Saadi sagte es klipp und klar, nachdem er sich einige Zwischenrufe anhören musste: „Wenn Sie eine Parallelität zwischen uns herbeiführen, weil sie mit uns nicht reden wollen, dann ist das nicht unser Problem.“ Er könne die befürchteten Parallelgesellschaften bei den lange in Dresden lebenden Muslimen nicht beobachten. „Wir sind eine Garantie dafür, dass sich die neu zu uns kommenden Muslime integrieren und nicht radikalisieren“, erklärte der Muslim. „Hassprediger bekommen bei uns kein Podium“, bekundete auch Sengün.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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