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Wachsende stadt: In Dresden entstehen 4800 Wohneinheiten bis 2016

Wachsende stadt: In Dresden entstehen 4800 Wohneinheiten bis 2016

Das Gespenst einer Wohnungsnot in Dresden müsse herumgeführt werden, meint FDP-Stadtrat Frank Kroschinsky. Von allein laufen könne es nicht, ist der Liberale überzeugt.

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In Dresden sollen in den kommenden Jahren Tausende Wohnungen entstehen.

Quelle: DNNOnline Montage

„Ich habe die Wohnverhältnisse zu DDR-Zeiten noch sehr gut im Gedächtnis. Wenn die Linken jetzt mit dem Thema Wohnen Wahlkampf machen, dann kann ich nur sagen: Die Zustände, wie sie vor 1990 geherrscht haben, will ich nicht zurück.“

Die Dresdner Linken haben sich frühzeitig auf das Wahlkampfthema „Wohnungsnot“ festgelegt und ein Bürgerbegehren für eine neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft initiiert. Das hätten bereits sehr viele Bürgerinnen und Bürger unterzeichnet, sagte Stadtratsfraktionsvorsitzender André Schollbach. Bis zum Jahresende werde es die Partei einbringen, kündigte er an. „Die Mieten müssen bezahlbar bleiben“, heißt das Motto der Linken.

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Rund 180 Wohnungen sollen an der Wallstraße auf dem öffentlichen Parkplatz vor der Altmarkt-Galerie entstehen. Die Baywobau und ihr tschechischer Partner CTR haben zehn Millionen Euro für den Kauf des Grundstücks in die Hand genommen.

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„Wohnungsbau und Vermieten müssen auch bezahlbar bleiben“, meint Kroschinsky und verweist erneut auf die DDR, in der Hausbesitzer mit den Mieteinnahmen nicht mal die notwendigsten Reparaturen finanzieren konnten. Schollbach dagegen spricht von „Immobilien- und Miethaien“, die sich ungehindert in Dresden tummeln könnten. Die CDU habe das Wohnungsangebot in der Stadt über Jahre zielgerichtet verknappt. Nun müssten die Mieter bluten und die Immobilienhaie würden sich eine goldene Nase verdienen.

Panikmache und Wahlkampfrhetorik nennt Kroschinsky derartige Äußerungen. Der Wohnungsmarkt gebe es nach wie vor her, dass jeder Wohnungssuchende auch eine Wohnung findet. „Aber der Bauernhof mit viel Grün am Postplatz für wenige hundert Euro ist nicht zu haben.“ Die steigenden Mieten, die die Linken anprangern, schrecken den Liberalen nicht: „Mietsteigerungen wird es immer geben. Es wird immer alles teurer. Aber die Einkommen steigen ja auch.“

Die beste Mietpreisbremse sei keine vom Staat verordnete, sondern: „Bauen, bauen, bauen“, so Kroschinsky. Je mehr Angebote es gebe, desto niedriger sei der Preis. Peter Krüger, der stellvertretende CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzende, sieht das ähnlich: „Investoren sind die beste Mietpreisbremse.“ Wie eine städtische Wohnungsgesellschaft bezahlbare Mieten garantieren soll, ist Krüger schleierhaft. Neubau habe wegen der energetischen Standards seinen Preis. Günstige Mieten müssten von der Stadt massiv subventioniert werden.

Laut Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) entstehen allein bis 2016 rund 4800 Wohneinheiten in der Stadt. Davon 1300 in der Innenstadt und 3500 im übrigen Stadtgebiet. Marx verweist auf Vorhaben wie An der Herzogin Garten, das „Wiener Loch“, Wohngebäude im Robotronareal oder auch am Neumarkt. „Die private Bautätigkeit hat angezogen“, konstatiert er. Es gäbe sowohl für Eigenheime als auch für Mehrfamilienhäuser ausreichend Flächen. Das Potenzial betrage bei Einfamilienhäusern mehr als das Doppelte des Bedarfs, bei Mehrfamilienhäusern sogar mehr als das Dreifache.

Dresden ist für Investoren im Wohnungsbau eine der attraktivsten Städte Deutschlands, sagt Thomas Cromm, Vorstand der Revitalis Real Estate AG, die 248 Wohnungen in das „Wiener Loch“ baut. „Dresden ist eine wachsende Stadt. Dresden braucht Wohnungen.“ Das „Wiener Loch“ werde nicht das letzte Projekt der Hamburger Immobilienentwickler in der Landeshauptstadt bleiben, kündigte er an.

„Alles Wohnungen im hochpreisigen Segment“, kritisierte Axel Bergmann, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, die Stadt. Auch die Linken monieren, dass besonders Wohnraum für Einkommensschwache fehle und es keinen Sozialen Wohnungsbau gebe. „Jeder, der in eine teure Wohnung einzieht, macht ja auch eine andere Wohnung frei“, rechnet Kroschinsky vor. Und zitiert die aktuelle Kommunale Bürgerumfrage: Das Problem der Mietbelastung sei von Rang drei auf Platz sechs unter den drängendsten Sorgen der Dresdner gesunken. Wenn die Kommune etwas für den Wohnungsmarkt tun könne, so der Liberale, dann sei das, verlässliche Rahmenbedingungen für die Investoren zu schaffen. „Jede Diskussion um eine Grundsteuererhöhung schadet dem Wohnungsbau.“

Thomas Baumann-Hartwig

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