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WM-Torjubel bis nach Mitternacht: Anwohner fürchten um ihre Nachtruhe

WM-Torjubel bis nach Mitternacht: Anwohner fürchten um ihre Nachtruhe

Torjubel, Schlachtgesänge und Fanfaren: Mit Übertragungen auf Großleinwände soll die Fußball-WM in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) auch in Sachsen gefeiert werden – zum Teil bis weit nach Mitternacht.

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Mehr als 10.000 Fans verfolgten 2010 und 2012 die Deutschland-Spiele am Königsufer.

Quelle: Jan Hübler

Eine Sonderregelung des Bundesrates zum Lärmschutz macht es möglich. Die Begeisterung darüber ist jedoch keineswegs einhellig.

Einige Anwohner von Public-Viewing-Plätzen fürchten um ihre Nachtruhe, wenn WM-Spiele bis zwei Uhr morgens laufen. „Wie soll das gehen? Wir haben zwei kleine Kinder und wohnen in der Nähe eines Biergartens, wo die WM auf Leinwand gezeigt wird. Wir müssen alle früh raus“, schreibt eine besorgte Mutter bei Facebook. Ärzte warnen davor, die Störung der Nachtruhe könne bei empfindlichen Menschen den Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander bringen. Folge: Chronische Müdigkeit und höhere Stressanfälligkeit.

In Dresden ist die Stadtverwaltung gerade bei der Feinabstimmung, wo bis nach Mitternacht laut gejubelt werden darf. „Da die Fußball-WM in Brasilien in einer anderen Zeitzone stattfindet und die Anfangszeiten der Spiele häufig später am Abend liegen, lassen sich Erfahrungen aus den vorangegangenen Ereignissen nicht ohne weiteres übertragen“, sagt Umweltamtsleiter Arne Rehse. Das sei eine Herausforderung.

Im Rathaus ist man froh, dass die Ausgestaltung der neuen Regelung den Kommunen überlassen wird. „Wenn 10 000 Menschen Fußball gucken und 100 das Schlafzimmerfenster schließen müssen, ist das akzeptabel – andersherum natürlich nicht. Wir werden in jedem Fall eine Abwägungsentscheidung treffen und dabei die Interessen aller Bürger im Blick haben“, stellt Stadtsprecher Kai Schulz klar. Widerstand gegen die Regelung regt sich in der Landeshauptstadt bisher nicht, in Leipzig schon.

Ex-Thomaskirchenpfarrer Christian Wolff ist das Public Viewing in der Messestadt viel zu laut. Zahlreiche Gastronomen planen Leinwand-Übertragungen. „Man darf die Leute nicht zu etwas zwingen, das sie nicht wollen – schon gar nicht bis zum Morgengrauen“, findet Wolff, der sich schon in der Vergangenheit gegen zu laute Beschallung bei Festen in der Leipziger Innenstadt engagierte. Es komme auf den geeigneten Ort an. Viel besser als auf der Leipziger Kneipenmeile Gottschedstraße ließe sich beispielsweise auf dem Richard-Wagner-Platz oder auf dem Augustusplatz feiern, meint Wolff. Der Ball liege nun bei der Stadt. „Die Verwaltung muss für einen Interessenausgleich sorgen.“ Was heißt: Der Spaß beim gemeinsamen öffentlichen WM-Gucken dürfe nicht zu Lasten der gesetzlich geschützten Nachtruhe gehen. Hintergrund der Debatte ist, dass der Geräuschpegel öffentlicher Veranstaltungen in Wohngebieten nach 22 Uhr eigentlich 40 Dezibel nicht überschreiten darf. Beim Public Viewing wird es meist deutlich lauter.

Entspannter sehen dies viele andere sächsische Städte und Gemeinden. Es bestünden „keine grundsätzlichen Bedenken“ gegen den gelockerten Lärmschutz, wie Mischa Woitscheck, der Geschäftsführer des Sächsischen Städte- und Gemeindetages versichert. „Public Viewing ist bei einer Fußball-WM für viele Menschen ein besonderes Gemeinschaftserlebnis“, sagt Woitscheck. Ausnahmen vom Lärmschutz halte er deshalb für gerechtfertigt.

Benjamin Winkler, Hauke Heuer und Winfried Mahr

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