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Vonovia will in Dresden investieren

Wohnungsbau Vonovia will in Dresden investieren

Der Immobilienkonzern Vonovia will in Dresden in Wohnungen investieren. Vor Jahren musste er noch Gebäude abreißen. Jetzt hat sich der Wind gedreht und Vonovia hat sogar günstige Baukosten im Auge.

Seit der Wende wurden tausende Wohnungen abgerissen.
 

Quelle: Archiv/Mario Jahn

Dresden. Die SPD hatte angesichts der erreichten „Schwelle zur Wohnungsnot“ zu einem Forum über den sozialen Wohnungsbau eingeladen. Hauptredner Christian Ude, langjähriger Oberbürgermeister in München, riet dabei ausdrücklich zu einer kommunalen Woba (DNN berichteten). Er verwies dabei vor allem auf Aspekte des sogenannten Münchner Modells wie die sozialgebunden Bodennutzung und die Festlegung von Quoten für sozialgebundenen Wohnraum bei Bauprojekten privater Investoren. Aufgrund üppiger Gewerbesteuereinnahmen ist es der bayerischen Landeshauptstadt möglich, hunderte Millionen in die Wohnraumförderung zu stecken und trotzdem den Schuldenstand zu senken.

Der Vorstand der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden (EWG), Jürgen Hesse, sagte die Stadt müsse noch mit einem detaillierten Konzept zeigen, wie eine kommunale Woba wirtschaftlich arbeiten soll. Er kalkulierte mit Baukosten von 2400 bis 2800 Euro pro Quadratmeter, was zu Mieten von etwa 9 bis 9,50 Euro führen würde. Damit sei man aber noch nicht in dem preiswerten Bereich, von dem in der Woba-Debatte die Rede sei.

Laut Pansa rechnet der Vonovia (ehemals Gagfah) dagegen mit Baukosten von 1800 Euro pro Quadratmeter. Dies sei mit einer Systembauweise möglich. Genauere Zahlen zu möglichen Bauvorhaben machte sie bei dem Forum nicht. Sie erinnerte jedoch daran, dass die Vorgängergesellschaften der Vonovia durch den Kaufvertrag verpflichtet gewesen seien, rund 3000 Wohnungen vom Markt zu nehmen. 2012 sei es dann noch gelungen, einige Einheiten vor dem Abriss zu retten.

Dies ist Teil des aktuellen Problems. Auch mit Blick auf den Bedarf für Flüchtlinge will die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit 2500 städtische Wohnungen bis 2019 und bis 2025 insgesamt 8000 Wohnungen errichten lassen.

Derzeit gibt es 295 845 Wohnungen in Dresden (Stand: Wohnungsmarktbericht 2014). 1990 waren es etwa 250 000. Das ist ein Anstieg von 18 Prozent. 2013 gab es 292 200 private Haushalte in Dresden, 73 400 mehr als 1992 (plus 33,5 Prozent).

Parallel dazu wurden zwar viele neue Wohnungen gebaut, zwischen 1992 und 2013 insgesamt 43 800, allerdings fielen auch tausende Wohnungen der Abrissbirne zum Opfer. Damit sollten Leerstände reduziert werden. Von 1991 bis 2001 waren es lediglich 2500 Wohnungen, aber von 2002 bis 2013 verschwanden weitere 8900 Wohnungen. Dieser Anstieg war auf die „Rückbauförderung“ des Bund-Länder-Programms „Stadtumbau Ost“ zurückzuführen. Was vielerorts, zumal auf dem flachen Land, löblich gewesen sein mag, erweist sich in Dresden nun als Eigentor. Von 2000 bis 2014 hat der Freistaat in Dresden den Abriss von 7946 Wohnungen mit 28,47 Millionen Euro gefördert. Landesweit hat er für den Abriss von 115 000 Wohnungen sogar 440 Millionen Euro ausgegeben.

Die meisten Wohnungen verschwanden in den Plattenbausiedlungen Prohlis (2200), Gobitz (1400) sowie Reick/Strehlen (1800). „Künftig sind in Dresden keine weiteren Rückbaumaßnahmen zu erwarten“, heißt es im jüngsten Wohnungsmarktbericht der Stadt.

Von Ingolf Pleil

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