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Vonovia startet Wohnungsbau in Dresden

Neubauten und zusätzliche Geschosse Vonovia startet Wohnungsbau in Dresden

Der Wohnungskonzern Vonovia ist aus seinen Büros an der Ostraallee ausgezogen und hat seinen Sitz in die Riesaer Straße verlagert. Dort hat das Unternehmen auch ein Servicecenter mit bis zu 250 Arbeitsplätzen eingerichtet. Wachsen soll auch der Wohnungsbestand des Konzerns in der Stadt.

Vonovia-Vorstand Klaus Freiberg: „Die einzige Antwort: Wir müssen Wohnungen bauen.“
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Der Wohnungskonzern Vonovia, der aus der Deutschen Annington und der Gagfah hervorgegangen ist, will am Standort Dresden bis Ende des Jahres 720 Mitarbeiter beschäftigen. Das kündigte Klaus Freiberg, Vorstand des DAX-notierten Unternehmens, jetzt an. Die Vonovia hat ihr Servicecenter für die Region Ost und Dresden im Bürokomplex in der Riesaer Straße eingerichtet, das 250 Mitarbeiter zählen soll. In der Hausmeisterabteilung arbeiten gegenwärtig 300 Personen, diese soll noch um 60 bis 70 Mitarbeiter erweitert werden. Der Konzern suche gegenwärtig rund 40 Gärtner für seine Grünanlagen. Die Geschäftsführung und Verwaltung für die Region Ost ist ebenfalls in die Riesaer Straße gezogen. Die noch von der Gagfah gemieteten Räume in der Ostraallee gibt der Konzern auf.

600 bis 800 neue Wohnungen

Die Zeiten des Auslagerns von Unternehmens- und Aufgabenbereichen in der Wohnungswirtschaft seien vorbei, erklärte Freiberger. „Insourcing“ laute das Stichwort. Um auf die Probleme der Mieter schnell reagieren zu können, müsse ein Großvermieter eigene Mitarbeiter beschäftigen, die sich darum kümmern würden. „Dinge, die den Mieter stören, müssen schnell abgestellt werden. Deshalb haben wir die Hausmeister und Handwerker zurück ins Unternehmen geholt.“

Dresden ist mit einem Bestand von 37 901 Wohnungen der größte Standort des Konzerns, die Leerstandsquote beträgt 2,6 Prozent. Die Landeshauptstadt habe vom Zusammenschluss von Deutscher Annington und Gagfah profitiert, erklärte Freiberg. „Wir sind hier stark gewachsen. Das unterstreicht die Bedeutung des Standorts.“

Häsuer um eine Etage aufstocken

Die wichtigste Frage in Deutschland sei es, wie die Bevölkerung mit Wohnraum versorgt werden könne, erklärte der Vonovia-Vorstand. „Die einzige Antwort lautet: Wir müssen Wohnungen bauen.“ Die Vonovia prüfe die Errichtung von bis zu 1000 neuen Wohnungen in Dresden und wolle in den nächsten 18 Monaten mit dem Bau von 600 bis 800 Wohnungen beginnen. Dabei würden einerseits Geschosse auf bereits bestehende Gebäude aufgesetzt und andererseits Wohnviertel „nachverdichtet“. Martina Pansa, Vonovia-Geschäftsführerin für die Region Ost, erklärte, in Südvorstadt und in Altstadt würden mehrere Gebäude auf die Möglichkeit untersucht, eine Etage aufzusatteln. Freiberg nannte als konkreten Standort für Neubau die Nicolaistraße, an der noch ein alter Plattenbau auf den Abriss wartet.

Um bezahlbares Wohnen zu garantieren, müssten die Baukosten nachhaltig gesenkt werden, so Freiberg. Wenn die Vonovia auf eigenen Grundstücken baue, senke das die Herstellungskosten um 250 bis 350 Euro pro Quadratmeter. Rund ein Drittel der Kosten werde durch Architekten-, Ingenieur- und Beraterhonorare verursacht. Diese Ausgaben könnten durch industrielles Bauen mit vorgefertigten Teilen gesenkt werden. „Da können wir durchaus ein bisschen von der DDR lernen“, so Freiberg. Zusätzliche Geschosse könnten komplett vorgefertigt errichtet werden, das sei die günstigste Form des Neubaus.

Realistisch seien beim Neubau Mietkosten von 8 bis 8,50 Euro pro Quadratmeter. Mieten unter 8 Euro seien ohne Subventionen schwer zu erreichen, rechnete Freiberg vor, der mit Baukosten von 1500 bis 1800 Euro kalkuliert. Mindestens 40 Millionen Euro werde die Vonovia relativ zügig in den Bau von Wohnungen investieren, kündigte der Vorstand an. Moderner Wohnungsbau würde auch heißen, kleinere, aber optimierte Wohneinheiten zu bauen und als Ausgleich das Umfeld attraktiver zu gestalten.

Der Konzern plant, in diesem Jahr in Dresden 1350 Wohnungen mit 16 Millionen Euro zu modernisieren. Dabei gehe es vor allem um den Einbau von neuen Fenstern und Balkontüren sowie den Anbau oder die Erneuerung von Balkonen. Für Klein- und Großreparaturen gebe die Vonovia in diesem Jahr 14 Euro pro Quadratmeter aus, was einer Gesamtsumme von 42 Millionen Euro entspreche.

Belegungsrechte bis 2036

Die Vonovia werde sich an die Verträge mit der Stadt halten, an den Belegungsrechten für 10 000 Wohnungen bis 2036 sei nicht zu rütteln. „Wir müssen aber unter Berücksichtigung der städtischen Finanzlage fragen, wie wir es schaffen, dass die Mieter der belegrechtgebundenen Wohnungen nicht von den Standards in der Immobilienwirtschaft abekoppelt werden“, deutete Freiberg an, dass er sich durchaus Investitionen in die 10 000 Wohnungen vorstellen kann, falls sich die Stadt in irgendeiner Form beteiligt. Dabei gehe es nicht nur um Geld, sondern auch um Quartiersentwicklung. „Das ist der Schlüssel, um die Wohnqualität zu steigern.“

Die Pläne der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit, eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu gründen, wollte Freiberg nicht kommentieren. „Das ist das gute Recht des Stadtrates.“ Hoffnungen, dass die Vonovia der Stadt Grundstücke für kommunalen Wohnungsbau verkaufen könnte, dämpfte Freiberg. „Wir werden erst einmal sortieren, welche Flächen für uns in Frage kommen könnten, ehe wir mit der Stadt reden.“

Der Konzern bleibe für die Stadt ein verlässlicher Partner bei der Unterbringung von Asylbewerbern, bekräftigte der Vonovia-Vorstand. Bis zu 390 Vonovia-Wohnungen stünden für die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. „Das ist ein Prozent unseres Bestandes. Das müssen und können wir packen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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