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Von der Schiffswerft Dresden-Laubegast in die Flugzeugwerft

Von der Schiffswerft Dresden-Laubegast in die Flugzeugwerft

Es gibt zusätzlichen Grund zur Hoffnung auf eine Rettung der Werft in Laubegast, das Ende des Traditionsunternehmens ist aber noch nicht vom Tisch.

Von Christoph Springer

Wie Sebastian Glaser, der Sprecher des Insolvenzverwalters Franz-Ludwig Danko auf DNN-Anfrage mittelte, gibt es mittlerweile eine so genannte Arbeitnehmer-Überlassungsgenehmigung. Diese Regelung aus dem Arbeitsrecht erlaubt es den Werft-Verantwortlichen, ihre Mitarbeiter an andere Unternehmen auszuleihen. Das könne sich positiv auf die Investorengespräche auswirken, ist Glaser überzeugt.

Die Werft musste im Januar 2011 Insolvenz anmelden. Ein wesentlicher Grund dafür waren wirtschaftliche Schwierigkeiten, in die das Unternehmen mit dem Bau zweier Fähren für ein Unternehmen in Kenia geraten war. Danko wurde zum Insolvenzverwalter bestellt, der Ex-Chef der Sächsischen Dampfschiffahrt Michael Lohnherr, ein Kenner der Werft in Laubegast, übernahm die Leitung des Unternehmens.

Zu den wesentlichen Aufträgen, die inzwischen abgearbeitet wurden, gehörte der Bau einer neuen Fähre für die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Das Fährschiff wurde Anfang August auf den Namen Caroline getauft, in der Bilanz der Werft schlägt dieser Auftrag mit fast 400 000 Euro zu Buche. Mittlerweile ist die Fähre im Einsatz, sie soll vor allem zwischen Laubegast und Niederpoyritz unterwegs sein.

Für Lohnherr und Danko blieb dennoch viel Arbeit, schließlich folgte diesem Auftrag eine Zeit mit deutlich weniger Arbeit für die reichlich 20 Mitarbeiter des Unternehmens - ein Sommerloch. Mit der Arbeitnehmerüberlassung ist es Glaser zufolge nun möglich, solche auftragsarmen Zeiten besser zu überbrücken. "Derzeit sind bereits fünf Mitarbeiter bei den EADS Elbe Flugzeugwerken Dresden tätig", teilte Glaser mit.

Auch im Sommer 2013 sei in den Flugzeugwerken ein Einsatz von Mitarbeitern der Schiffswerft "vorstellbar". Damit werde das Problem der traditionell umsatzschwachen Sommermonate "erheblich entschärft". "Gleichzeitig wird sich das Ergebnis der Werft insgesamt dadurch weiter verbessern", das Unternehmen werde für Interessenten attraktiver. Zu den laufenden Gesprächen mit solchen Interessenten äußerte sich Glaser nicht und verwies dabei auf "Vertraulichkeitsvereinbarungen".

Einer dieser Interessenten könnte die Sächsische Dampfschiffahrt (SDG) sein, lenkte Insolvenzverwalter Danko immer wieder den Blick auf eine der Firmen, die regelmäßig große Aufträge an die Werft vergeben haben. SDG-Geschäftsführer Sebastian Meyer-Stork prüfe entsprechende Optionen, sagte Danko Anfang August. Der Dampferchef bestätigte dies auf DNN-Anfrage, wollte sich aber nicht zu Einzelheiten äußern. Er arbeite intensiv an diesem Thema, sagte Meyer-Stork, "praktisch jeden Tag". Welche Tendenz seine derzeitigen Überlegungen haben und wann mit einem Ergebnis gerechnet werden kann, sagte der Dampferchef jedoch nicht.

Reichlich spät

Jetzt erst wird bei der Sächsischen Dampfschiffahrt (SDG) "intensiv" geprüft, ob ein Einstieg bei der Laubegaster Werft sinnvoll oder zu riskant ist. Reichlich spät, schließlich ist die Werft seit fast zwei Jahren in Insolvenz. Unabhängig von der Frage, wie viel Risiko das Schifffahrtsunternehmen verkraften kann, müsste SDG-Geschäftsführer Meyer-Stork Angst und Bange werden bei dem Gedanken, keine Werft mehr vor Ort zu haben. Denn die historischen Dampfer sind in der Saison praktisch unverzichtbar. Sollte ein Defekt auftreten, ist in solchen Zeiten schnelle Hilfe bares Geld wert. Viel Geld! Schließlich hat die Dampfschifffahrt, hat Dresden einen Ruf zu verlieren. Schnell mutiert die größte und älteste Dampferflotte der Welt zu einer nicht weiter erwähnenswerten Ausflugsflotille, fehlen die historischen Schiffe. Das kann mit Hilfe der Laubegaster verhindert werden.

c.springer@dnn.de

Von Christoph Springer

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.09.2012

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