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Vom Obermaat zum Manager im Chipwerk

Vom Obermaat zum Manager im Chipwerk

36 Jahre alt ist Sebastian Schubert und hat bereits eine wechselvolle berufliche Reise hinter sich: Vom Seemann zum Manager im Dresdner Chipwerk von Globalfoundries.

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Sebastian Schubert hat 2001 der Marine Lebewohl gesagt und ein Jahr später bei AMD angeheuert, das seine Dresdner Produktion 2009 als "Globalfoundries" ausgründete. Inzwischen ist der einstige Seemann Schichtleiter und plant Wartungszyklen für 180 Anlagen.

Quelle: Heiko Weckbrodt

DNN-Redakteur Heiko Weckbrodt hat ihn ausgefragt, wie das kam.

Was haben Sie denn ursprünglich gelernt?

Radio-Fernseh-Techniker - bei der Bundeswehr. Ich hab bis 2001 auf einem Marineschiff gedient, zuletzt als Obermaat.

Hat Ihnen die See nicht mehr gefallen?

Die Bundeswehr wollte Personal abbauen, und ein Bekannter hat mir einen Tipp gegeben: Werde Techniker, das lohnt sich. Da habe ich abgeheuert und hab mich in Leipzig zum Techniker mit dem Schwerpunkt elektronische Kommunikation ausbilden lassen. Danach habe ich mich hier in Dresden beworben.

Warum gerade hier?

Ich hatte gehört, dass AMD in Dresden Leute braucht. Die Marke kannte ich, weil ich damals einen Computer mit AMD-Prozessor hatte. So hat sich das eben ergeben. Das Datum weiß ich noch genau: Am 15. Oktober 2002 habe ich hier als Wartungstechniker angefangen.

War doch bestimmt eine Umstellung: Erst die weite See und nun im Reinraum mit seinem ganz eigenen Regime und Mummenschanz?

Stimmt, der Anfang war nicht einfach: die fremden Begriffe, das Denglisch, die ständigen Nachtschichten, die Overalls, der Reinraum- Aber daran gewöhnt man sich.

Bei der Nachtarbeit ist es aber nicht geblieben?

Mein Equipment-Ingenieur hat irgendwann zu mir gesagt: Da ist eine Stelle in der Tagschicht frei. Willst Du nicht? Ich war dann in der Epitaxie-Abteilung mit den Chip-Öfen, hab zwischendurch junge Leute zu Mechatronikern ausgebildet und wurde dann zum Equipment-Verantwortlichen. Da war ich für eine ganze Anlagengruppe verantwortlich. Und das wurden immer mehr und mehr Anlagen, weil das Unternehmen gerade in der Ausbauphase war. Vor zwei Jahren bin ich Schichtleiter in der Wartungstechnik geworden.

Was macht man da so?

Ich plane die Wartungszyklen für insgesamt 180 Anlagen und koordiniere jetzt 15 Wartungstechniker. Und ich habe so eine Art Sandwich-Funktion, vermittle zwischen Produktion und Entwicklung: Da haben wir auf der einen Seite die Leute mit großem wissenschaftlichen Trieb, die immer was Neues an den Anlagen ausprobieren wollen. Die muss ich immer wieder mal daran erinnern, dass wir hier vor allem ein Produktionsstandort sind-

Angefangen haben Sie als ein Techniker unter vielen, jetzt sind sie selbst Chef. Verändert das das Verhältnis zu den Kollegen? Muss man manchmal auch jemanden zusammenstauchen? Sitzt man in der Kantine plötzlich allein, weil sich niemand mehr zum Chef setzen will?

Nein (lacht). Man hat vielleicht nicht mehr soviel Smalltalk mit den Kollegen, aber angebrüllt wird hier niemand. Ich versuche immer, meinen Führungsstil so auszurichten, dass keine schlechte Stimmung überhand nimmt.

Wie ist es generell so, in einem der-art international ausgerichteten Unternehmen wie Globalfoundries zu arbei-ten?

Faszinierend war und ist gerade der stetige Wandel der Unternehmenskul-tur: Anfangs war es ein sehr amerikanisch geprägtes Unternehmen, war dann unter einem deutschen Geschäftsführer wieder mehr deutsch.

Als Globalfoundries sind wir jetzt sehr international ausgerichtet, ich hab hier mit Amerikanern ebenso zu tun wie mit Sachsen oder Kollegen aus Asien - gemeinsam setzt man sich stets mit neuen Technologien auseinander. Ich finde das immer wieder interessant.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.04.2014

hw

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