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Vom Hechtviertel bis nach Kamerun - „Buchstabenorte"-Macher eröffnet Laden-Atelier in Dresden

Vom Hechtviertel bis nach Kamerun - „Buchstabenorte"-Macher eröffnet Laden-Atelier in Dresden

Es sind die wohl ungewöhnlichsten Stadtpläne überhaupt. Statt Straßen, Plätzen und Gebäuden bilden die Plakate der „ Buchstabenorte" die verschiedenen Stadtviertel und Kieze ab.

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Alexander Heitkamp ist der Schöpfer der Buchstabenorte-Plakate.

Quelle: Stephan Lohse

In ausgetüftelten Arrangements füllen Buchstaben die Umrisse der Stadtteile und ermöglichen so einen ganz neuen Blick auf den eigenen Wohnort.

Hinter den Buchstaben steckt der Dresdner Alexander Heitkamp. Der 39-Jährige startete sein Projekt vor anderthalb Jahren. Beim Elbhangfest 2010 stellte der Grafikdesigner sein Dresden-Plakat das erste Mal vor. Seitdem sind immer mehr Orte hinzugekommen. Am 11. November eröffnet er mit einer befreundeten Künstlerin ein Ladenatelier auf der Görlitzer Straße 37 in der Dresdner Neustadt.

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Das neueste ist Leipzig. Demnächst folgen Bonn und Hannover, Chemnitz und Dortmund sind in Planung.

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Die Idee sei durch ein T-Shirt entstanden, das er auf einem Markt in Bangkok gesehen hatte. Darauf waren alle Provinzen durch Schrift dargestellt und ergaben die Karte von Thailand, erinnert sich der Grafikdesigner. Inspiriert davon entschloss er sich, zu Hause deutsche „Buchstabenorte" zu kreieren. Nachdem er von ähnlichen Arbeiten einer US-Künstlerin gehört hatte, sei schließlich der Plan entstanden, das Ganze als Siebdruck-Poster zu verwirklichen.

„Die Nachfrage war gleich da", beschreibt Heitkamp die ersten Reaktionen der Dresdner. Mit Görlitz entstand schnell ein zweites Plakat, Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, seine Geburtsstadt Kiel und auch das kleine Radebeul folgten. Seit neuestem hat er auch Leipzig im Angebot. „Das ist sehr gut angekommen", freut er sich. Auf der Leipziger Messe „Designers Open" hatte er das neue Plakat Ende Oktober vorgestellt. Dort habe es jede Menge Resonanz und viele Nachfragen gegeben. „Viele fragen natürlich: Wann kommt meine Stadt?", sagt Heitkamp.

Bis ein neues Projekt hinzu kommt, dauert es aber ein Weilchen: An einer Stadt sitzt er mehrere Wochen. Das Schwierigste sei dabei die Recherche der einzelnen Stadtteile. Denn neben den offiziellen Bezirken und Stadtteilen berücksichtigt er auch kleine Quartiere und Viertel. In Dresden teilt er beispielsweise die innere Neustadt in Regierungs- und Barockviertel auf. Auch der Rochwitzer Ortsteil Kamerun taucht wohl auf keinem anderen Stadtplan auf. Am kompliziertesten sei bisher Berlin gewesen. Drei Monate habe er an der Umsetzung der Hauptstadt gesessen.

Für weitere Orte hofft der 39-Jährige nun auch auf Hilfe der jeweiligen Einwohner. „Die Städte, die ich besser kenne, sind jetzt umgesetzt", erklärt Heitkamp, der seit zwei Jahren in Dresden lebt. In Leipzig hätten ihm einige Einwohner schon gute Tipps gegeben. Aktuell in Arbeit sind Hannover und Bonn, Dortmund und Chemnitz seien in Planung.

Momentan ist er zudem dabei, seinen Laden in der Neustadt einzurichten. Dort gibt es dann neben den Postern auch bedruckte Taschen und T-Shirts, die er in Zusammenarbeit mit der Dresdner „Nikkifaktur" anbietet. Im Mittelpunkt stehen aber die Poster, die es vom normalen Kunstdruck bis hin zum aufwendig produzierten Siebdruck gibt. „Dresden hat eine sehr lebendige Siebdruck-Szene um Lars P. Krause", so Heitkamp. Diese aufwendige Technik habe den Vorteil kleiner Auflagen und vieler möglicher Farben. „Es soll nichts exklusives sein", sagt er. „Es soll für jeden etwas dabei sein." Damit will er künftig von der Postkarte über normale Poster bis zum mehrfarbigen Siebdruck ganz verschiedene Formen anbieten.

Ziel sei, irgendwann ausschließlich davon leben zu können. Aktuell arbeite er nebenbei weiter als Grafiker, beschäftigt sich dabei auch viel mit Typografie und Buchsatz. „Momentan konzentriere ich mich aber sehr auf Buchstabenorte", sagt Heitkamp.

Stephan Lohse

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