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Vom Großraumbüro nach Ostafrika: Dresdnerin engagierte sich sechs Monate lang in Kenia

Vom Großraumbüro nach Ostafrika: Dresdnerin engagierte sich sechs Monate lang in Kenia

Sechs Monate lang war die kenianische Hauptstadt Nairobi, in der über drei Millionen Menschen leben, die Heimat der Dresdnerin Katrin Eisold. Straßenbahnen und Busse gibt es in der afrikanischen Metropole nicht, Schulen und Krankenhäuser sind nur spartanisch eingerichtet.

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Quelle: Privat

Umso wichtiger sind Nichtregierungs-Organisationen (NGO) und gemeinnützige Vereine, die den Einwohnern unter die Arme greifen und die Entwicklung im Land versuchen voran zu treiben. Eine der Hilfsorganisationen vor Ort ist Amref (African Medical and Research Foundation). Die Organisation engagiert sich in vielen Projekten, darunter solche zur Bekämpfung von Malaria, HIV oder Tuberkulose.

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Eindrücke aus Kenia

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Auch Projekte für eine bessere Wasser- und Hygieneversorgung oder zur Verringerung der Kindersterblichkeit hat Amref gestartet. Hier war Katrin Eisold, die normalerweise im Dresdner Werk des Arzneimittelherstellers GlaxoSmithKline arbeitet, sechs Monate als Freiwillige tätig. Das internationale Volunteering-Programm von GlaxoSmithKline (GSK), das so genannte Pulse-Programm, ist vor fünf Jahren an den Start gegangen. Seitdem waren fast 300 GSK-Mitarbeiter – ob Vorstandsmitglied, Techniker oder Laborant - als freiwillige Helfer in Entwicklungsländern im Einsatz. Dabei stellen die Mitarbeiter des Konzerns, der Produktionsstätten in Europa, Asien und Amerika besitzt, drei bis sechs Monate lang ihr berufliches Wissen einer gemeinnützigen oder NGO zur Verfügung. Die Bandbreite der Volontäre reicht vom medizinischen Einsatz in Afrika bis hin zum Aufbau eines Sterbehospizes in Rumänien. Katrin Eisold, die als erste Mitarbeiterin des Dresdner Werkes an dem Pulse-Programm teilnahm, erstellte während ihres Aufenthalts in Kenia ein Benutzerhandbuch für Monitoring und Evaluation.

Sprich: Sie entwickelte ein Verfahren, mit dem die verschiedenen Amref-Projekte strukturiert und ausgewertet werden können. „Die NGOs müssen mittlerweile alle nachweisen, wo sie die ihnen zur Verfügung gestellten Mittel eingesetzt haben“, erklärt die 31-Jährige. Nur leider dokumentierte Amref seine Projekte bisher nur sehr lückenhaft und auf mehreren Computern verteilt. Für die GSK-Mitarbeiterin bestand also die schwierige Aufgabe darin, alles zu sortieren und in ein geordnetes System zu bringen. „Anschließend habe ich auch Trainingseinheiten in Äthiopien, Uganda und Tansania abgehalten“, erklärt die Dresdnerin. Außerdem besuchte Eisold einige Amfref-Projekte vor Ort. So lernte sie unter anderem Kibera kennen, den größten Slum in Ostafrika. Dort betreibt die Hilfsorganisation eine Klinik, die hauptsächlich HIV-Patienten betreut. Der Weg dorthin führte über eine Straße aus festgefahrenem Müll.

„Die Klinik ist sehr spartanisch eingerichtet, überhaupt nicht vergleichbar mit den Dresdner Krankenhäusern“ so die GSK-Mitarbeiterin. Überall hätte es furchtbar gestunken, doch die Menschen in Kibera versuchten sich ihre Würde und ihren Stolz zu bewahren. Natürlich hatte die junge Frau auch genügend Zeit, das Land, die Kultur und die Menschen kennenzulernen. „Meine Arbeitskollegen waren größtenteils Kenianer, die mir gern die Stadt gezeigt haben und mich in einige Bars mitgenommen haben“, erzählt Eisold. „Man muss aber tatsächlich, vor allem als weiße Frau, abends aufpassen. Eigentlich sollte man bei Einbruch der Dunkelheit wieder in seiner Wohnung sein“, so die Freiwillige. Grund: Überfälle sind in Nairobi nicht selten. „Ich bin aber nie in eine solche brenzlige Situation geraten“, berichtet Eisold.

Wie in Deutschland hatte die Dresdnerin eine 40-Stunden-Woche. „Das Schöne an dem Programm ist, dass unsere Mitarbeiter für diesen Zeitraum von ihrer Arbeit freigestellt werden, aber trotzdem ihr normales Gehalt bekommen“, erklärt GSK-Sprecherin Daniela Sepsi. Die Arbeitsstelle des Freiwilligen wird zudem über die sechs Monate freigehalten. Auch Urlaubsanspruch gehört zum Auslandsaufenthalt, die Wohnung im Einsatzort sowie die Hin- und Rückreise werden vom Unternehmen bezahlt. „Das Programm ist so ausgelegt, dass alle Seiten davon profitieren“, erklärt Sepsi. So erhalten die Vereine und NGOs in den Entwicklungsländern neue Ideen und Anregungen von externen Personen, aber auch die GSK-Mitarbeiter selbst lernen viel und bringen neue Erfahrungen mit zurück in die Heimat. Grundsätzlich ist die gelernte Baumschulgärtnerin von Kenia begeistert. „Eigentlich hatte ich nie geplant, in dieses Land zu reisen, weil ich immer dachte, dass Kenia ein typisches Touristen-Land ist“, so die Dresdnerin. Doch am Ende war sie überwältigt: Die Einheimischen haben sie herzlich aufgenommen.

Als eines der schönsten Erlebnisse beschreibt sie eine kenianische Hochzeit. „Jeder, der die Braut oder den Bräutigam kennt, darf bei der Hochzeit dabei sein“, erzählt Eisold. Die Trauung fand im Freien statt und war für die Dresdnerin eine einzigartige Erfahrung. Natürlich stand auch eine Safari auf dem Programm der 31-Jährigen – ebenfalls ein Erlebnis, das sie nicht so schnell vergessen wird. „Ich glaube, ich kann nie wieder in den Dresdner Zoo gehen. Das ist einfach kein Vergleich“, erklärt die Glaxo-Mitarbeiterin lächelnd. Die Entscheidung an dem Pulse-Programm teilzunehmen, hat Katrin Eisold nicht bereut. „Ich war zwar schon vorher ein sehr unaufgeregter Mensch, aber ich glaube mittlerweile bin ich noch ausgeglichener“, so die Dresdnerin. Sie konzentriere sich jetzt vielmehr auf das Wesentliche und lässt sich von kleinen und auch größeren Katastrophen nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

GlaxoSmithKline engagiert sich weltweit bei vielfältigen sozialen Projekten: So unterstützt GSK „wellcome – für das Abenteuer Familie“, Plan International und den Verein zur Förderung kranker Kinder und Jugendlicher der Staatlichen Schule für Kranke München e.V. Zudem stellt GSK seine Mitarbeiter einen Tag im Jahr am so genannten „OrangeDay“ frei, um in sozialen Einrichtungen mitzuhelfen. Allein im vergangenen Jahr investierte der Konzern 221 Millionen Pfund, was umgerechnet circa 268 Millionen Euro sind, in soziale Projekte.

Nadine Steinmann

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