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Volksbanken Dresden und Bautzen vor Fusion

Nullzins, EU-Regularien und Digitalisierung zwingen Geldhäuser zum Handeln Volksbanken Dresden und Bautzen vor Fusion

Kleine Kreditinstitute wie Genossenschaftsbanken und Sparkassen sind als ehrbare Alternative zu skandalträchtigen Großbanken gut durch die Finanzkrise gekommen. Nun aber gefährden die Nullzinspolitik, die EU-Regularien und der Zwang zur Digitalisierung das Geschäftsmodell. Die Volks- und Raiffeisenbanken Dresden und Bautzen handeln, ehe die Erträge sinken: Sie wollen fusionieren und als Sachsens größte Genossenschaftsbank mehr Schlagkraft entfalten.

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Die Volksbanken Dresden und Bautzen wollen bis 2017 zur größten Genossenschaftsbank Sachsens verschmelzen.
 

Quelle: dpa

Dresden.  Kleine Kreditinstitute wie Genossenschaftsbanken und Sparkassen sind als ehrbare Alternative zu skandalträchtigen Großbanken gut durch die Finanzkrise gekommen. Nun aber gefährden die Nullzinspolitik, die EU-Regularien und der Zwang zur Digitalisierung das Geschäftsmodell. Das folgt im Kern der Devise: Kundengeld niedrig verzinst einsammeln und höher verzinst verleihen. Noch liefert das Modell Überschüsse, aber die zinslose Ertragswüste schmälert die Margen ebenso wie die von allen Seiten ins Geschäft drängende Konkurrenz. Die Volks- und Raiffeisenbanken Dresden und Bautzen handeln, ehe die Erträge sinken: Sie wollen fusionieren und als Sachsens größte Genossenschaftsbank mehr Schlagkraft entfalten.

Am Mittwoch haben die Vorstände der zwei in etwa gleichgroßen Banken dazu einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Die Zustimmung der jeweiligen Vertreterversammlungen vorausgesetzt, sollen binnen Jahresfrist beide Häuser zur Volksbank Dresden-Bautzen eG verschmelzen. Sitz der Gesellschaft wäre Dresden. Das neue Haus, so warb der Vorstand der Volksbank Dresden, Thomas Müller, in Dresden für das Projekt, würde mit einer Bilanzsumme von 1,78 Milliarden Euro und 372 Mitarbeitern deutlich mehr Chancen haben, seine dann gut 132 000 Kunden mit qualifizierten Angeboten bei der Stange zu halten. Und neue zu gewinnen.

„Wir könnten mit unseren Mitteln im Bestand auch Geschäfte begleiten, bei denen wir heute noch die Hände heben“, erklärte Mark Binczick. Der fusionserfahrene Manager ist seit Oktober 2015 ebenfalls Vorstand in Dresden und künftig vor allem zuständig für all die technischen Prozesse, die notwendig sind, um neue elektronische Zugänge zur Bank sicher und effizient zu etablieren. Man richte sich darauf ein, dass künftig viel mehr Bankgeschäfte übers Smartphone abgewickelt werden, ohne aber die eigene Klientel aus den Augen zu verlieren. „Wir sind nicht die hippe sexy Bank, die in Sachen Technik Vorreiter sein muss“, umriss Binczick die Pläne. Und räumte auf Nachfrage ein, dass der Weg zur Omnikanalbank erhebliche Investitionen erfordern werde. Tilman Römpp, Vorstand aus Bautzen, rechnet allein durch neue Onlinezugänge mit doppelt so vielen Prozessen, die in der Bank künftig abgewickelt werden müssen. Das „braucht Geld und kompetente Leute“, zumal die Margen im Retailgeschäft durch Wettbewerber immer weiter sänken.

Die beiden Banken in Zahlen

Dresdner Volks- und Raiffeisenbank eG

Bilanzsumme: 924 Millionen Euro

Mitarbeiter: 175

Filialen: 16

SB-Stellen: 11

Mitglieder: 16 328

Kunden: 60 016

Volksbank Bautzen eG

Bilanzsumme: 864 Millionen Euro

Mitarbeiter: 197

Filialen: 17

SB-Stellen: 4

Mitglieder: 24 378

Kunden: 72 307

„Wir tun das nicht, weil Größe schön ist“, begründete Müller das Fusionsvorhaben, „sondern weil wir das selbstverwaltete Bankenwesen hier in der Region erhalten wollen“. Der Zusammenschluss soll ohne Filialschließungen und ohne Entlassungen auskommen. Die neue Bank würde über 33 Filialen und 15 SB-Standorte verfügen. Die Mitarbeiterstruktur lasse erwarten, dass in den nächsten fünf Jahren etwa 15 Prozent aus Altersgründen ausscheiden. „Das wollen wir mit durchgehenden qualitativen Standards auffangen“, erklärte Binczick. Gleichzeitig sucht die Bank schon neue Spezialisten, die Mittelständler bei Investitionen zum Beispiel im Maschinenbau oder in der Landwirtschaft mit viel Fachwissen begleiten können.

Kosten sparen, Synergien heben, den Vertrieb weiter hochfahren – der Wille der zwei Volksbanken, auch künftig Erträge einzufahren, wird Geld, Zeit und Kraft kosten. Denn zwischen den 1,54 Milliarden Euro an Kundeneinlagen und den 993 Millionen Euro ausgereichten Krediten klafft ein Überhang von 600 Millionen Euro – der am Kapitalmarkt angelegt werden muss. Wo bekanntlich inzwischen Strafzinsen anfallen. Die Volksbankvorstände geben sich indes kampfbereit: Sie setzen auf ihr Knowhow, auf mehr Onlineservice und auf die ganzheitliche Betreuung ihrer Kunden.

Von Barbara Stock

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