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Vogelschützer in Kaditz retten schlammverkrusteten Seeadler

Ungewöhnlicher Gast Vogelschützer in Kaditz retten schlammverkrusteten Seeadler

Die Wildvogelauffangstation auf dem Gelände der Stadtentwässerung in Kaditz hat seit Sonnabend einen seltenen Gast: einen Seeadler. "Es ist noch ein junges Tier von 2014 oder 2013. Man sieht das an der Färbung des Schwanzes", erklärt Vogelexperte Steffen Keller.

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Saskia Keller hält den Seeadler fest, damit Lucas von Heßberg und Nico Raschke wieder einen Teil vom Gefieder des Greifvogels reinigen können. Die drei arbeiten hochkonzentriert und behalten den Kopf des Adlers im Blick, um nicht verletzt zu werden. Doch das Kraulen am Kopf scheint dem Vogel zu gefallen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Die Wildvogelauffangstation auf dem Gelände der Stadtentwässerung in Kaditz hat seit Sonnabend einen seltenen Gast: einen Seeadler. "Es ist noch ein junges Tier von 2014 oder 2013. Man sieht das an der Färbung des Schwanzes", erklärt Vogelexperte Steffen Keller. Seeadler gelten - wie auch die anderen drei in Deutschland vorkommenden Adlerarten Fisch-, Schrei- und Steinadler - als gefährdet. Sie gehören zu den größten Greifvögeln Mitteleuropas. "Eine Joggerin hat das Tier schlammverkrustet und hilflos am Straßenrand im Zschornaer Teichgebiet gefunden, den Förster angerufen und der holte uns dann zu Hilfe", erzählt Steffen Keller.

"Die Seen sind abgelassen, abgefischt und voller Schlamm. Wahrscheinlich hat der Adler aber doch noch einen Fisch entdeckt und sich in den Schlamm gestürzt." Mit fatalen Folgen. "Das Tier war flugunfähig und total entkräftet, aber zum Glück nicht verletzt." Die Vogelschützer nahmen den Adler mit nach Kaditz. Seit Sonnabend unterziehen sie ihn einmal täglich einer Reinigung.

"Es ist sehr mühsam, den verkrusteten Schlamm mit Wasser und Bürste zu entfernen. Das geht wirklich nur Stück für Stück." Schließlich soll der Adler auch nicht zu sehr gestresst werden. Die Aktion ist für die Helfer nicht ungefährlich, denn der Greifvogel kann mit seinem kräftigen Schnabel böse Verletzungen zufügen. "Montag hat der Adler das erste Mal versucht, sein wärmendes Untergefieder selbst zu putzen", so Keller. Doch bis das Federkleid wieder komplett in Ordnung und er wieder kräftig genug ist, dass er dort, wo er gefunden wurde, in die Freiheit entlassen werden kann, wird es wohl noch ein paar Tage dauern. "Noch mal stürzt sich der junge Adler nicht in den Schlamm", ist Steffen Keller überzeugt. "Die Lektion hat er gelernt."

Catrin Steinbach

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