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Vodafone zieht Turbointernet-Netz unter Dresden

Unternehmen investiert acht Millionen Euro Vodafone zieht Turbointernet-Netz unter Dresden

Vodafone investiert in Dresden acht Millionen Euro in ein eigenes Glasfaser-Netz. Damit will das Unternehmen in Striesen und weiteren Stadtteilen mehr Anwohnern besonders schnelle Internetanschlüsse anbieten. So sollen für rund 27.000 Haushalte zunächst Netzzugänge mit bis zu 200 Megabit je Sekunde (Mbs) möglich werden, ab 2017 auch bis zu 400 Mbs.

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Bauarbeiter beim Grabenbau für die Daten-Leitungen von Vodafone
 

Quelle: hw

Dresden.  Vodafone investiert in Dresden acht Millionen Euro in ein eigenes Glasfaser-Netz. Damit will das Unternehmen in Striesen und weiteren Stadtteilen mehr Anwohnern besonders schnelle Internetanschlüsse anbieten. So sollen für rund 27.000 Haushalte zunächst Netzzugänge mit bis zu 200 Megabit je Sekunde (Mbs) möglich werden, ab 2017 auch bis zu 400 Mbs. Vodafone unterstütze damit Dresdens Weg in die Gigabit-Gesellschaft, erklärte Manager Jörg Süptitz.

„Die Nachfrage nach hoher Bandbreite steigt“, sagte er. „In den Haushalten greifen heute immer mehr Geräte gleichzeitig aufs Internet zu: Tablets, Notebooks, Smartphones, Fernseher, teilweise sogar Küchengeräte.“ Zudem fressen hochauflösende Video-Übertragungen per Internet immer mehr Bandbreite.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnisgrüne) zeigte sich erfreut: „Diese Investition stärkt die Landeshauptstadt als Wirtschaftsstandort“, betonte er. Schnelle Datenleitungen seien heute für viele Menschen entscheidend für die Frage, wohin sie ziehen.

Weil Striesen ein Zuzugsgebiet ist, hatte auch die Deutsche Telekom in jüngster Vergangenheit zweistellige Millionenbeträge investiert, um hier modernste Glasfaser-Technik zu installieren. Bei der Telekom-Lösung „Fiber to the Home“ (FTTH) verlegen die Installateure die Glasfasern sogar bis in die Wohnungen hinein, um hohes Surftempo zu sichern.

Immer noch haben aber viele Dresdner keinen schnellen Netzzugang, weil sie in „Opal-Vierteln“ wohnen. Dort hatte die Bundespost nach der Wende eine spezielle Version von Glasfasertechnik verlegt, die sich als technologische Sackgasse erwies. Diese überholten Opal-Netze will die Telekom bis Ende 2016 abschalten. Dies setzt wiederum Vodafone unter Druck. Denn der britische Telekommunikations-Konzern hatte bisher von der Telekom in mehreren Stadtteilen Opalleitungen angemietet, um dort wenigstens Telefondienste anbieten zu können.

Daher baut Vodafone seit Ende in Striesen, Briesnitz, Löbtau, Kaditz, Strehlen, Leuben und Übigau ein eigenes Hybrid-Netzwerk aus Glasfasern und Koax-Kabeln auf, das die angemieteten Opalleitungen ablöst. Von daher erklären sich auch die Gräben und Löcher in vielen Fußwegen: Arbeiter heben die Gruben im Abstand von maximal 300 Metern aus. Zwischen diesen Gruben verlegen sie dann mit Spezialbohrern unterirdische Rohre, durch die sie schließlich Glasfaser- und Koaxialkabel ziehen. Dieses sogenannte „Bohrspülverfahren“ hat es dem grünen Baubürgermeister besonders angetan: Das schone den Baumbestand und auch die Nerven der Anwohner, ist Schmidt-Lamontain überzeugt.

Des Bürgermeisters Optimismus teilt indes nicht jeder Striesener: Angelockt von Baulärm, wichtig aussehenden Schlipsträgern und vom Pressetross pirschten sich am Freitagvormittag rasch die ersten Passanten zu einer improvisierten Bürgersprechstunde heran. Ein betagter Dresdner mit Hund brachte die Sorgen der Senioren wohl auf den Punkt – und die drehen sich weniger um Gigabits und Glasfasern, sondern um ganz pragmatische Dinge: „Hoffentlich machen die hier am Ende auch den Dreck weg und bringen die Fußwege in Ordnung.“

Von Heiko Weckbrodt

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