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Vodafone startet im Sommer den Internet-Turbofunk LTE in Dresden

Vodafone startet im Sommer den Internet-Turbofunk LTE in Dresden

Ab Sommer können auch die Dresdner die neue Internetfunktechnik LTE nutzen, die schnellere Datenübertragungen als bisherige Handyfunk- und Kabellösungen erlaubt.

Dresden . Von Heiko Weckbrodt

Dresden (DNN). Ab Sommer können auch die Dresdner die neue Internetfunktechnik LTE nutzen, die schnellere Datenübertragungen als bisherige Handyfunk- und Kabellösungen erlaubt. Das kündigte Vodafone-Deutschlandchef Friedrich Joussen gestern in der sächsischen Landeshauptstadt an. Möglich sind damit Internetzugänge mit einem Ladetempo von bis zu 100 Megabit je Sekunde (Mbs) - das ist doppelt so schnell wie heutzutage der leistungsfähigste Standard-VDSL-Anschluss per Telefonkabel.

"Für einen Industriestandort ist die LTE-Verfügbarkeit immens wichtig geworden", betonte Joussen. Denn durch diese Technologie werde ein schneller Internetzugang auch auf mobilen Geräten wie Notebooks und Computertelefonen (Smartphones) mit einer Geschwindigkeit verfügbar, wie man sie früher nur von Kabelanschlüssen kannte.

Ab Juni oder Juli will der Telekommunikations-Konzern demnach die ersten 20 Basisstationen in der sächsischen Landeshauptstadt freischalten. bis zum März 2013 soll LTE für 100 000 Dresdner verfügbar sein, weitere Ausbauschritte folgen danach. Auch Leipzig und Zwickau kommen schrittweise bis Frühjahr kommenden Jahres zum Zuge. Chemnitz soll 2013/14 angeschlossen werden. Vodafone beabsichtigt, allein in diesem Jahr rund 72 Millionen Euro in Sachsen zu investieren.

Bisher war die neue Handyfunktechnik "Long Term Evolution" (LTE) im Freistaat nur dem sächsischen Landvolk zugänglich (wenn man von drei Teststationen in der Landeshauptstadt absieht), aber auch Dresdner Umlandkommunen wie Radebeul, Meißen, Ebersbach und Moritzburg. Denn als die Bundesnetzagentur vor zwei Jahren begann, einst von Bundeswehr und Analogfernsehen genutzte Frequenzen für den Datenfunk zu versteigern, machte sie es den Bietern zur Bedingung, dass diese mit den neuen LTE-Frequenzen zuerst die "weißen Flecken" im Onliner-Atlas bedienen, sprich: zuerst unterversorgte ländliche Gebiete versorgen. Allein Vodafone offeriert inzwischen mit 130 Basisstationen für rund 700 000 Haushalte in Sachsen LTE an.

Im Juni oder Juli werde die geforderte kritische Dichte wohl erreicht sein und die Bundesnetzagentur der Telekom, Vodafone und O2 erlauben, auch in den lukrativeren Großstadtmärkten LTE zu offerieren, kalkuliert Joussen, der in die neue Technologie große Hoffnungen legt: "Das ist die erste Funktechnologie mit Gigabit-Potenzial", sagte er.

Gemeint ist damit: Das Telefon-Kupferkabel hat seine Grenzen mit 16 Mbs beziehungsweise 50 Mbs in der VDSL-Technik (die teilweise Glasfasern verwendet) weitgehend ausgeschöpft. LTE hingegen lässt sich in den "nächsten drei bis fünf Jahren" auf die zehnfache Leistung treiben, also auf ein Gigabit je Sekunde, erklärte Joussen und stützte sich dabei auf den Dresdner LTE-Experten Gerhard Fettweis von der TU. Diese Durchsatzraten werden aber gebraucht, wenn künftig Fernsehen in Kinoqualität per Internet übertragen und immer mehr Datendienste per Netz abgewickelt werden (so genannte "Cloud"-Technologie).

Eine Alternative wäre die Glasfaser-Verkabelung aller deutschen Haushalte. Das aber, so argumentierte der Vodafone-Chef, würde nicht nur sehr lange dauern, sondern auch 70 bis 100 Milliarden Euro kosten - Geld, das letztlich zumindest teilweise der Steuerzahler aufbringen müsste, da die Telekommunikationskonzerne solche Summen nicht aufbringen können oder wollen.

Daher habe sich Vodafone entschieden, so Joussen, zumindest im Endkonsumenten-Markt seine Investitionen in die Festnetze zu drosseln und ganz auf LTE zu setzen. "Da werden wir volle Pulle hineininvestieren", kündigte er an.

Mehr Infos im Netz: computer-oiger.de

Tempo: derzeit 100 Megabit je Sekunde

Vorteil: mobil verfügbar

Was braucht man? Ein LTE-Handy (z. B. HTC Velocity) oder einen LTE-Modemstift, der per USB ans Notebook angeschlossen wird

Kosten: bei Vodafone 30-80 Euro (je nach Bandbreite und Leistungen), bei Telekom ab 40 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.05.2012

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