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Vitiligo: Wenn der Körper weiße Flecken bekommt

Vitiligo: Wenn der Körper weiße Flecken bekommt

Nein, Schmerzen hat Rita Ranzauer nicht. Auch anstecken kann sie mit ihrer Krankheit niemanden. Und dennoch möchte sie ihr Leiden nicht runterspielen, das tun bereits die anderen, wie sie sagt.

Von Christin grödel

Darum hat sie für sich und andere Betroffene eine Selbsthilfegruppe gegründet, die erste in Dresden. Rita Ranzauer leidet an Vitiligo, der so genannten Weißfleckenkrankheit. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Betroffenen im Laufe ihres Lebens weiße, scharf begrenzte Flächen entwickeln, deren Größe, Form und Anzahl verschieden sein kann. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten, trifft sowohl Männer als auch Frauen und ist bisher schlecht erforscht. Mediziner vermuten als Auslöser der Krankheit Verletzungen auf der Haut, Allergien, Erkrankungen der Schilddrüse und vor allem Stress.

Rita Ranzauer bemerkte 2004 die ersten Flecken auf ihrer Haut. Bei ihrem Hautarzt wurde sie daraufhin auf eine Pilzerkrankung behandelt. Erst eine Hautprobe brachte die richtige Diagnose. "Mein Arzt sagte mir, Vitiligo sei unheilbar. Damit müsse ich leben", erinnert sich die Dresdnerin. Zwei bis drei Jahre hat sie diesen "Rat" berücksichtigt, dann wollte sie sich damit aber nicht mehr zufrieden geben - mittlerweile waren das Gesicht und auch der restliche Körper betroffen -, und sie besuchte eine spezielle Hautklinik. Dort konnte man ihr mit speziellen Bestrahlungen und Cremes helfen, die Flecken im Gesicht sind fast vollständig verschwunden.

Dass eine Behandlung von Erfolg gekrönt ist, ist allerdings nicht immer der Fall. "Da die Krankheit schlecht erforscht ist, gibt es keine Garantie", beschreibt die 60-Jährige. Es gebe auch Fälle, bei denen die Flecken verschwinden, nach drei bis vier Jahren aber wiederkehren. Auch eine vollständige Pigmentierung kann erfolgen. Das komme immer auf den gesundheitlichen Zustand des Einzelnen an. Eine andere Komponente sei der finanzielle Aspekt. Cremes und Bestrahlungen sind teuer, nicht jede Krankenkasse bezahlt die Behandlungen. Rita Ranzauer macht deshalb nur das, was sie sich leisten kann, was für ihre Gesundheit gut ist. Ansonsten hat sie für sich mit der Krankheit abgeschlossen.

Helfen möchte sie aber vor allem den jungen Betroffenen, deshalb hat sie die Selbsthilfegruppe gegründet. "Auch wenn Vitiligo keine Schmerzen verursacht, ist die psychische Komponente sehr groß. Gerade wenn man als junger Mensch betroffen ist, total scheckig ist, kapselt man sich ab, man zieht sich zurück, ist wegen der Blicke auf der Straße sehr vorsichtig. Ganz abgesehen von Sauna- oder Schwimmbadbesuchen", macht sie deutlich. In der Selbsthilfegruppe dagegen treffe man Gleichgesinnte, tausche man sich aus und tröste sich auch gegenseitig. "In der Gruppe sieht man, auch andere haben das Problem und man kann offener damit umgehen."

Bei der Vitiligo-SHG Dresden sind Betroffene mit diesem Krankheitsbild, Angehörige und Interessierte herzlich willkommen. Sie finden an jedem ersten Donnerstag im Monat Gesprächspartner, mit denen sie sich über ihre Krankheit austauschen und sich über Behandlungsformen und -erfahrungen informieren können. "Dieser persönliche Austausch bricht bei vielen die Isolation auf. Sowohl die Erkenntnisse über Therapieformen und Erfolgsaussichten, als auch das Gefühl von Gemeinschaft und Solidarität anderer Betroffener helfen jedem, leichter mit seiner Krankheit umzugehen", resümiert Ranzauer. Das nächste Treffen der Gruppe findet am 6. Dezember um 19 Uhr im Bürgerzentrum Elsa, Richard-Rösch-Straße 22, statt.

n Ameldung und Informationen unter der Telefonnummer 0351/33 28 81 11 oder per Mail an dresden@vitiligo-bund.de

www.vitiligo-bund.de/region/dresden

Infos erhalten Betroffene bei der Kontakt- und Info-Stelle für Selbsthilfegruppen KISS, Ehrlichstr. 3, Tel. 0351/ 206 1985.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.12.2012

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