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Vier Dresdner machen die „Feuerland“ wieder flott

Historisches Schiff wird restauriert Vier Dresdner machen die „Feuerland“ wieder flott

Vier Dresdner haben einen Traum: Bis 2018 wollen sie das Jahrzehnte verschollene Segelschiff „Feuerland“ des Abenteurers Gunther Plüschow flottmachen, um mit ihm nach Südamerika zu segeln. Das Unterfangen ist so romantisch wie kostspielig, weshalb die Enthusiasten Unterstützer suchen.

Die „Feuerland“ im Jahr 1928.
 

Quelle: Verein Feuerland

Dresden.  „Bis 2018 zurück nach Feuerland“ – das wünschen sich Jens Fiedler und seine Mitstreiter. Gemeinsam engagieren sich die Dresdner im Verein „Förderkreis Expeditionsschiff Feuerland“ für die Restaurierung des über 80 Jahre lang verschollenen Nordseekutters „Feuerland“. Dass das Jahrzehnte verschollene Schiff am anderen Ende der Welt entdeckt wurde und in ihren besitz gelangte, verdankt der Verein Bernd Buchner, dem Schwager von Jens Fiedler.

Buchner war vor Jahren nach Kanada ausgewandert und fuhr als Kapitän auf dem Expeditionsschiff „Falkor“. Als er 2003 an den Falklandinseln vor Anker ging, entdeckte er von seiner Kajüte aus ein altes Segelschiff am Horizont.„Ich dachte mir: was macht ein alter Nordseekutter hier auf den Falklandinseln? Das kann doch nur die verschollene ’Feuerland’ sein“, so Buchner. Und er sollte Recht behalten.

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Vier Dresdner haben einen Traum: Bis 2018 wollen sie das Jahrzehnte verschollene Segelschiff „Feuerland“ des Abenteurers Gunther Plüschow flottmachen, um mit ihm nach Südamerika zu segeln. Das Unterfangen ist so romantisch wie kostspielig, weshalb die Enthusiasten Unterstützer suchen.

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Die „Feuerland“ war das Expeditionsschiff des deutschen Abenteurerpiloten Gunther Plüschow. Seit dessen Tod 1931 galt der Segler als verschollen. Buchner wusste viel über Plüschows Reisen nach Feuerland, denn der hatte darüber mehrere Bücher verfasst. Buchner recherchierte und fand heraus, dass das Schiff mittlerweile „Penelope“ hieß und als als Ornithologiestation diente. Er machte den Eigentümer ausfindig und verhandelte über den Kauf. „Der Eigentümer war bereit, den Kutter einzutauschen – gegen ein deutsches Boot aus Stahl. Mein Schwager organisierte einen Metallkutter und tauschte wie abgesprochen die Schiffe“, erklärt Vereinsvorsitzender Jens Fiedler.

Im April 2006 ging es an die Überführung: Eine fünfköpfige Besatzung – darunter die Dresdner Jens Fiedler, Steffen Kludig und Heiko Schmidt – fuhren nach Südamerika. Noch vor Ort machten sie den Kutter hochseetauglich. Doch der Plan, das Schiff von den Falklandinseln bis Europa auf eigenem Kiel zu überführen, musste aus Sicherheitsgründen aufgegeben werden. Deshalb fuhr die Crew nahe der Küste nur bis nach Buenos Aires. Von hier an übernahm die Reederei Hamburg Süd den Transport der „Feuerland“ nach Hamburg, von wo aus sie weiter in den Heimathafen Büsum geschleppt wurde.

Gemeinsam mit Erika Wackerhagen gründeten die drei Dresdner Männer den Fördererein zur Restaurierung des Schiffes. Kapitän Bernd Buchner verabschiedete sich aus dem Projekt. „Er dient uns weiterhin als mentale Unterstützung von Amerika aus“, so Fiedler. Zunächst plante die Gruppe, die „Feuerland“ zügig bei der Hamburger Werft „Jugend in Arbeit“ restaurieren zu lassen. Doch als die Werft pleite ging, verlief auch die Sanierung des Schiffes im Sand. Deshalb steht die „Feuerland“ seit 2008 im Trockendock auf Büsum. „Wir haben auch überlegt, die das Schiff nach Dresden zu holen und im Laubegaster Werftbetrieb Reinhard Saal renovieren zu lassen. Es stellte aber sich heraus, dass die Werft dafür nicht geeignet ist“, erklärt Fiedler. Auch die Idee, die Feuerland einem Museum zu spenden, kam zwischenzeitlich auf. „Doch das haben wir nicht übers Herz gebracht. Die ’Feuerland’ ist für uns mittlerweile zum Herzensprojekt geworden“, so der Vereinsvorsitzende. Dabei erinnert er sich an die Fahrt entlang der südamerikanischen Küste. „Unser Funkgerät war ausgefallen und wir befanden uns in einem schweren Sturm mit zehn Meter hohen Wellen. Ich dachte, der Hauptmast würde brechen. Das war eine Grenzerfahrung, die zusammenschweißt“, so der 49-Jährige.

2015 wurde die „Feuerland“ dann in eine gemeinnützige Eigentümergesellschaft übertragen, die aus den vier Dresdnern besteht. „Jetzt gehen wir das Projekt noch einmal ganz neu an“, erläutert Fiedler. Ziel ist es, das Schiff bis 2018 komplett zu restaurieren und hochseetauglich zu machen. Auch die wiedergenesene Werft „Jugend in Arbeit“ ist wieder an Board. Und die ersten Arbeiten sind schon erledigt. „Der Rumpf ist, so weit es geht, zurückgebaut und sandgestrahlt“, berichtet Fiedler.

Doch noch fehlt Geld. „Wir benötigen 1,5 Millionen Euro Spenden, um das Schiff wieder auf Vordermann zu bringen“, so der Vereinsvorsitzende. Auch deshalb wurde die gemeinnützige Eigentümergesellschaft gegründet. Doch um potente Spender ins Boot zu holen, brauchte es auch ein trägfähiges Konzept. „Wir arbeiten daran. Es ist geplant, dass die ’Feuerland’ als eine Art Netzwerkschiff für den guten Zweck verschiedene Häfen in der Welt ansteuert und dort soziale Projekte anwirft“, so Fiedler. Helfen soll dabei auch Fiedlers Firma BNI. Das Unternehmernetzwerk verknüpft weltweit mehr als 190 000 Firmen miteinander.

 „Wir hoffen, über diesen Weg Unterstützer zu finden“, so Fiedler. Die ersten Sachspenden, wie etwa Motor und Getriebe, sind schon akquiriert. Vom 3. bis zum 5. Juni will sich der Verein mit seiner „Feuerland“ auf dem Büsumer Hafenfest präsentieren. Der große Wunsch von Jens Fiedler und seinen Kollegen ist es, die „Feuerland“ bis 2018 fertigzustellen und eine neue Jungfernfahrt nach Punta Arenas in Chile zu starten – zu jenem Ort, zu dem auch Gunther Plüschow 1928 von Büsum aus aufbrach.

Von Sebstian Burkhardt

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