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Viele Tausend bei Christvesper vor der Dresdner Frauenkirche

Tillich mahnt zu Mitmenschlichkeit Viele Tausend bei Christvesper vor der Dresdner Frauenkirche

Mit vielen Tausend Besuchern und Appellen an die Mitmenschlichkeit haben die Dresdner am Mittwochabend die alljährliche weihnachtliche Vesper vor der Frauenkirche gefeiert. Eine "Botschaft des Willkommens" solle von dem Abend ausgehen.

Quelle: S. Lohse

Dresden. Mit vielen Tausend Besuchern und Appellen an die Mitmenschlichkeit haben die Dresdner am Mittwochabend die alljährliche weihnachtliche Vesper vor der Frauenkirche gefeiert. Eine "Botschaft des Willkommens" solle von der Vesper ausgehen, hatten sich die Pfarrer der Frauenkirche gewünscht. Pfarrer Sebastian Feydt richtete seinen Gruß an alle geflüchteten Menschen. "Unsere Hilfsbereitschaft kennt keine Grenzen", betonte er. Grenzen setze nur das Menschenmögliche, und diese Grenze sei noch nicht erreicht.

Zur Weihnachtlichen Christvesper war der Dresdner Neumarkt einmal mehr übervoll. Hier sehen sie einige Eindrücke der Veranstaltung vor der Frauenkirche.

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"Auch über unser Land hat sich eine Unruhe gelegt", sagte der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing. Streit habe sich ausgebreitet über die gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Sprache werde härter, die Herzen zorniger. Unversöhnlich stehe man sich gegenüber: "Und es gibt sogar solche, die gewalttätig werden. Gewalttätig gegen die, die anderer Meinung sind. Gewalttätig gegen die Fremden." Weihnachten biete die Chance, Frieden in den Herzen und in der Gesellschaft zu stiften.

Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) prangerte Rassismus, Hass und Gewalt an. "All dies ist nicht vereinbar mit den christlichen Werten, die in letzter Zeit so häufig und für alles Mögliche in Anspruch genommen werden", sagte er. "Wer seinen Sorgen Ausdruck verleihen will, sollte dabei keine Grenzen überschreiten - weder die Grenzen unserer Grundwerte und unseres Rechtsstaates, noch die Grenzen des Anstandes und der Achtung vor dem Nächsten", sagte der Ministerpräsident, ohne die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung ausdrücklich zu erwähnen.

Tillich mahnte zur Mitmenschlichkeit. "Lassen wir uns in diesen Tagen von der weihnachtlichen Freude anstecken, teilen wir sie mit anderen und schöpfen wir daraus Kraft und Zuversicht", sagt er zur Vesper, die als bundesweit größter regelmäßiger Gottesdienst unter freiem Himmel gilt. Die Veranstaltung fand erstmals 1993 vor dem kurz zuvor aus den Trümmern freigelegten Altar der Frauenkirche statt.

Das Weihnachtsfest sei eine Quelle der Mitmenschlichkeit, so Tillich: "Weihnachten kann das Dunkel hell machen, aus Unruhe Ruhe und aus Sorge Hoffnung werden lassen." Weihnachten könne aus Verunsicherung Vertrauen wachsen lassen.

Der Ministerpräsident rief dazu auf, den Mut nicht zu verlieren. Angesichts schlimmer Nachrichten und Gräueltaten in vielen Teilen der Welt sollte man gute Entwicklungen nicht übersehen. «Lassen wir uns nicht hineinziehen in ein Gefühl der Ohnmacht. Lassen wir nicht zu, dass Frust sich festsetzt." Zugleich dankte er allen Bürgern, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. "Das ist es, was unsere Gesellschaft braucht. Und diese Hilfsbereitschaft macht mir Hoffnung, denn sie lebt vom Willen zur Begegnung."

Besucht wurde die Vesper einmal mehr von vielen Tausend Dresdnern, die auf dem ganzen Neumarkt dicht gedrängt standen. An manchen Stellen zeigte sich aber, dass der Andrang inzwischen fast zu groß wird. Vor allem rechts der Bühne standen die Menschen an der Häuserwand dicht gedrängt, es ging weder vor noch zurück. Retttungswege oder Durchgänge gab es nicht mehr. Mancher flüchtete vor dem Druck kreidebleich in die Geschäfte, kam dort dann  nicht mehr heraus. Das eingequetscht Stehen entlud sich an einigen Stellen zudem in wahrlich unchristlichen Beschimpfungen bis hin zu Handgreiflichkeiten.

sl (mit dpa)

Neumarkt, Dresden 51.05104 13.741489
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