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Viel Aufregung um einen letztlich ruhigen Demo-Tag

6. Februar in Dresden Viel Aufregung um einen letztlich ruhigen Demo-Tag

Die Aufregung im Vorfeld war groß: Von 25.000 Menschen sprach die Polizei, von 400 linken Gewalttätern der Verfassungsschutz. Am Ende erlebte Dresden einen relativ ruhigen 6. Februar mit deutlich weniger Teilnehmern. Und Pegida offenbarte einige Probleme.

Quelle: dpa

Dresden. Die Aufregung im Vorfeld war groß: Von 25.000 Menschen sprach die Polizei, von 400 linken Gewalttätern der Verfassungsschutz. Am Ende erlebte Dresden einen relativ ruhigen 6. Februar mit deutlich weniger Teilnehmern. Und Pegida offenbarte einige Probleme.

Die Islam- und Asylfeinde blieben mit laut „Durchgezählt“ 6000 bis 8000 Teilnehmern deutlich unter den erwarteten 10.000 Menschen. Und wer kam, erlebte vor allem Technikpannen. Mehrere Live-Schalten ins Ausland kamen nicht zustande, selbst das Abspielen eines vorbereiteten Filmchens stellte die Pegida-Technik vor größere Herausforderungen.

Pegida hat sich am 6. Februar mit 6000 bis 8000 Menschen am Königsufer versammelt. Es blieb dieses Mal bei einer stationären Kundgebung ohne Demo.

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Dass die grenzüberschreitende Kommunikation bei Pegida nicht klappte, war für die Organisatoren vielleicht sogar ganz gut. Denn außerhalb Dresdens lockten deren Demos deutlich weniger Teilnehmer an. Lediglich in Prag, wo es zu Ausschreitungen kam, war die Teilnehmerzahl noch vierstellig, ansonsten kamen meist nur wenige hundert Menschen.

Als erster "europaweiter Aktionstag" angekündigt, offenbarte Pegida außerhalb Dresdens etliche Baumängel. In den Städten außerhalb Sachsens kamen meist nur wenige Hundert Teilnehmer. Nur in Prag kamen mehr als 1000 Menschen.

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In Dresden fehlte Lutz Bachmann, die übrigen Redner, unter anderem von der Identitären Bewegung, arbeiteten sich einmal mehr an Kanzlerin Merkel, den Medien und auch den Kirchen ab. Die Stimmung blieb verhalten.

Pegida-Gegner hoffen auf „Frühling der Solidarität“

Auf der Gegenseite war diese deutlich besser, allerdings konnten auch die Veranstaltungen gegen Pegida deutlich weniger Menschen anlocken, als vorab geplant. An einer Demo unter dem Motto „Solidarity without limits-Solidarität kennt keine Grenzen“ vom Hauptbahnhof zum Alaunplatz beteiligten sich laut Durchgezählt höchstens 1400 Menschen. Ähnlich viele kamen zu „Herz statt Hetze“ auf dem Theaterplatz. Weiterhin beteiligten sich je einige Hundert Menschen an den kirchlichen Kundgebungen am Goldenen Reiter und auf dem Neumarkt sowie bei Gepida. An der Synagoge, auf dem Schlossplatz und am Dr.-Külz-Ring waren noch deutlich weniger Menschen, so dass von maximal 4000 Teilnehmern auszugehen ist.

Auf dem Theaterplatz formierte sich am Samstag einmal mehr "Herz statt Hetze": Neben Ansprachen, unter anderem von Politikern, gab es auch jede Menge Musik.

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„Eine größere Beteiligung der Dresdner Zivilgesellschaft wäre sicherlich wünschenswert gewesen. Ich hoffe, dass die Dresdner in Zukunft erkennen, dass Haltung und Sichtbarkeit gegen Hetze wichtig für unsere Stadt sind“, sagte Rita Kunert, Anmelderin der Kundgebung von „Herz statt Hetze“. „Unser Ziel war es, für internationale Solidarität und gegen die ‚Festung Europa‘ Stellung zu beziehen. Dies haben wir auf unserer Demonstration und mit den Redebeiträgen auf dem Theaterplatz getan. Wir wissen, dass der Weg zu grenzenloser Solidarität noch lang ist, aber wir gehen ihn. Dresden braucht einen Frühling der Solidarität“, so die Anmelder der Solidaritäts-Demo.

Die einzige größere Demo des Tages: Die Demonstration gegen eine Festung Europa vom Hauptbahnhof in die Neustadt: „Solidarity without limits-Solidarität kennt keine Grenzen“

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Es gehe darum, nicht zuzulassen, dass Signale der Hetze und des Hasses von Dresden ausgehen, begründete Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) seine Teilnahme. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) sagte, sie wolle mit denen demonstrieren, die sich für ein weltoffenes und tolerantes Dresden und gegen Ausländerfeindlichkeit einsetzen.

Bei den Kundgebungen mit vor Ort war auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der an der Synagoge, auf dem Theaterplatz, am Neumarkt und am Goldenen Reiter vorbei schaute. Er sei mit dem gesellschaftlichen Engagement der Dresdner zufrieden, so das Stadtoberhaupt. Selbst auf der Theaterplatz-Bühne sprechen wollte er trotz ausdrücklicher Einladung aber nicht. Er habe für sich andere Wege der Auseinandersetzung gefunden und verwies dabei auf die Diskussionsreihe „Wie weiter“.

Polizei meldet ruhigen Demo-Tag

Entgegen aller Befürchtungen blieb es über den kompletten Tag weitgehend friedlich. Die Polizei, die am Ende doch fast 2000 Beamte, mehrere Hubschrauber, Wasserwerfer und Räumpanzer im Einsatz hatte, meldete, dass alle Versammlungen ohne Störungen abliefen. Auch der Abmarsch der vielen Pegida-Teilnehmer verlief bis auf einige Pöbeleien weitgehend reibungslos. Es habe zahlreiche Identitätsfeststellungen und einen beschädigten Streifenwagen gegeben, hieß es am frühen Abend.

Der 6. Februar in Dresden war geprägt von fast 2000 Polizisten - zudem gab es verschiedene kleine Kundgebungen - und Besuche vom Oberbürgermeister.

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Lediglich an wenigen Stellen mussten die Polizisten eingreifen. So versuchten einige Rechte an der Devrientstraße zur Solidaritäts-Demo vorzustoßen, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt.

Einige Teilnehmer der Demo versuchten nach deren Ende wieder in Richtung Pegida vorzustoßen, dabei kam es zu Jagdszenen in der Neustadt, es dauerte eine Weile, bis sich die Lage beruhigte.

Kurz vor 18 Uhr versprühten mutmaßliche Pegida-Gegner in einem Linienbus an der Haltestelle Reichenbachstraße Reizgas, die Polizei ermittelt wegen schwerer Körperverletzung.

Nach 19 Uhr riss eine Gruppe Rechter ein an der Brühlschen Terrasse aufgehängtes Banner ab. Aus der Gruppe wurden zudem Böller auf Gegendemonstranten geworfen, einer der Männer pinkelte an die Mauer der Dresdner Synagoge. Dass zwei Mitglieder dieser Gruppe festgenommen wurden, konnte die Polizei am Abend nicht bestätigen.

Nächster Großeinsatz steht schon bevor

Obwohl der Demo-Tag weitgehend ruhig verlief, waren Prager Straße und die Einkaufszentren der Innenstadt deutlich leerer als an normalen Samstagen. Und auch in der kommenden Woche müssen sich die Händler der Innenstadt auf weniger Umsatz einstellen. Mit dem 13. Februar steht bereits das nächste Großereignis an. Neonazis machten bei Pegida bereits fleißig Werbung für ihre Demo.

Nachfrag der Redaktion: Die Gruppe "durchgezählt" hat am Dienstag ihre Zahlen noch einmal korrigiert. Demnach waren etwa 8300 bis 9200 Menschen bei Pegida, auf dem Theaterplatz nahmen 2700 bis 300 Menschen an der Kundgebung teil.

sl

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