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Verurteilter Mörder bedroht Justizbeamte

Prozess um Randale im Knast Verurteilter Mörder bedroht Justizbeamte

Falko F. ist 38 Jahre alt und hat schon 15 Justizvollzugsanstalten kennengelernt, derzeit sitzt er in Dresden. Allerdings benimmt er sich gelegentlich daneben. Wegen Bedrohung musste er sich gestern vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

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Prozess um Randale im Knast

Quelle: dpa

Dresden. Falko F. ist 38 Jahre alt und hat schon 15 Justizvollzugsanstalten kennengelernt, derzeit sitzt er in Dresden. Allerdings benimmt er sich gelegentlich daneben. Wegen Bedrohung musste er sich gestern vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. 7. Mai 2015 in der JVA Zeithain: Falko F. war unzufrieden mit der Anstalt, wollte verlegt werden und akzeptierte das „nein“ des Anstaltleiters nicht. Er wollte seine Verlegung erzwingen, verletzte sich selbst und drohte sich anzuzünden. Zu seinem Schutz wurde er in eine besonders gesicherte Zelle verlegt. Dabei drohte er Justizbeamten und dem Arzt „Ich steh euch ab.“ Einen Bediensteten sprach er persönlich an. „Ich ramm dir das Messer bis sonst wohin.“ Sicher nicht der große Fall, aber wer Falko F. kennt, nimmt die Drohung schon ernster. Der Mann schrieb als „Mordmauerer“ Geschichte. Der 39-Jährige war 2004 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte 2002 in Klipphausen eine alte Dame erschossen und dann in deren Haus eingemauert, weil er das Haus für sich wollte. Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt. Die Besitzerin war plötzlich verschwunden, Falko F. zog mit einem zweifelhaften Kaufvertrag in das Haus und lieferte immer konfusere Erklärungen über den Aufenthalt der Rentnerin, so dass die Polizei ein Gewaltverbrechen vermutete. Allerdings wurde keine Leiche gefunden. Erst als sich Falko F. in U-Haft in Andeutungen erging, wurden die Beamten fündig und entdeckten Monate nach der Tat die tote Frau – eingemauert unter der Kellertreppe. Falko F. bestritt die Mordvorwürfe vehement, erzählte ständig andere Geschichten und gab dabei Täterwissen preis.

Auch gestern wies er die Vorwürfe zurück: „Ich habe niemanden bedroht! Im Gegenteil, ich bin von einem Beamten mit der Faust in Gesicht geschlagen worden, so dass meine Prothese kaputt ging.“ Seine Drohungen gegen die Bediensteten und den Arzt haben viele gehört, die bei der Aktion dabei waren, aber keiner hat Schläge, Verletzungen oder ein kaputtes Gebiss bemerkt. Der Angeklagte hat damals auch keinem davon erzählt – selbst dem Arzt nicht. Warum nicht? Der Mann stirbt nicht an Herzdrücken, von ihm wird jeder abgewatscht oder verklagt. Der Angeklagte sieht sich als „Justizopfer“ – Schuld sind immer die anderen. Falko F. rückt sich selbst ins rechte Licht und glaubt wohl wirklich an das, was er so erzählt. Merkt er, dass er sich widersprochen hat, präsentiert er schnell eine neue Geschichte. Das war bei dem Fall mit der ermordeten Rentnerin so und auch gestern. Der Anstaltsarzt Dr. B. sei bei der Verlegung gar nicht dabei gewesen, erklärte Angeklagte. „Ich habe nur ein Gespräch mit ihm in seiner Wohnung an der Triebisch geführt“, behauptete Falko F. gestern. Nur gab es dass Gespräch nicht und der Arzt hat nie in einer Wohnung an der Triebisch gelebt.

Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 5 Euro verurteilt, die er von seinem knappen JVA-Geld berappen muss. Bei der Belehrung über eine Berufung oder Revision nickte Falko F. heftig – die Sache ist wohl noch nicht ausgestanden. Ein ähnlicher Fall in der JVA Leipzig wird derzeit noch geprüft.

Von Monika Löffler

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