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Verstecktem Pferdefleisch auf der Spur - Zu Besuch in Dresdner Lebensmittellaboren

Verstecktem Pferdefleisch auf der Spur - Zu Besuch in Dresdner Lebensmittellaboren

Falls auch in Dresden Dönerspieße oder Fertiggerichte mit Pferdefleisch verunreinigt sind, erfährt es Matthias Busch als einer der ersten. Denn ihm als Fachgebietsleiter bei der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen untersteht ein ganzes Team von Spezialisten im Bereich Lebensmittelhygiene.

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Als Fachgebietsleiter untersteht Matthias Busch ein ganzes Team von Spezialisten.

Quelle: Christian Juppe

Sämtliche Proben, die die Kontrolleure des städtischen Lebensmittelüberwachungsamtes in Supermärkten, Betrieben und Restaurants nehmen, werden in den Laboren an der Jägerstraße genauestens analysiert.

Dabei sind die Wissenschaftler um Matthias Busch vielen Dingen auf der Spur, zum Beispiel Keimen und unerlaubten Zusätzen. Wegen des Pferdefleisch-Skandals stellen sich die Mitarbeiter der Landesuntersuchungsanstalt in den nächsten Tagen auf Hochbetrieb ein. Verunreinigtes Dönerfleisch haben sie bereits vor sich gehabt, allerdings stammte die Probe nicht von einem Händler aus Dresden, sondern von außerhalb.

"Um Pferdefleisch nachzuweisen, wo es eigentlich nicht reingehört, wenden wir ein gentechnisches Verfahren an", erklärt Busch. Denn unterschiedliche Tierarten haben verschiedene DNA und deshalb lässt sich über letztere das zugesetzte Fleisch gut erkennen. Was hier allerdings so einfach klingt, ist in Wirklichkeit ein aufwendiger Prozess. "Da uns weder die Kohlenhydrate noch die Fette und Eiweiße interessieren, müssen wir diese Bestandteile der Proben zunächst entfernen, um wirklich nur die DNA extrahieren zu können", erklärt Ingo Krujatz, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Landesuntersuchungsanstalt. "Dazu muss man sehr viel pipettieren, um irgendwann am Verlauf der so genannten Fluoreszenz-Kurve zu erkennen, mit was für Fleisch wir es hier eigentlich zu tun haben."

Bis eine Probe wirklich hieb- und stichfest analysiert wurde, kann es laut Matthias Busch bis zu fünf Tage dauern. Die Mitarbeiter der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen nehmen deshalb zwischen 20 und 30 Stück parallel unter die Lupe. "Oft machen wir auch mehrere Gegenproben, denn große Konzerne wie Nestlé und McDonalds stehen schnell mal mit 20 Anwälten vor der Tür, da sollte man seine Untersuchungsergebnisse hundertprozentig untermauern können", meint Busch. Den medialen Hype im Zusammenhang mit dem Pferdefleisch-Skandal hält er nicht für übertrieben, obwohl bekanntermaßen überhaupt keine Gefahr für den Menschen besteht. "Ich finde einfach, das jeder Verbraucher das Recht hat, genau zu wissen, was er isst. Das heißt, wo Rindfleisch draufsteht, darf kein Pferdefleisch drin sein."

Busch glaubt, dass die immer globaler ausgerichteten Warenströme solchen Betrug zunehmend erleichtern, weil ständig andere Etiketten auf die Verpackungen geklebt werden. Die Stadt Dresden beschäftigt derzeit 24 Lebensmittelkontrolleure, die regelmäßig dort unangemeldete Kontrollen durchführen, wo verderbliche Waren zum Verkauf oder Verzehr angeboten werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.02.2013

Christoph Stephan

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