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Verkaufsstart: Sandsack-Beutel von „Alles Jute“ gehen weg wie warme Semmeln

Verkaufsstart: Sandsack-Beutel von „Alles Jute“ gehen weg wie warme Semmeln

Im Dresdner LouisenKombiNaht hat am Donnerstag der Verkauf der „Alles-Jute“-Sandsack-Beutel begonnen. Mehr als 50 Umhängetaschen wurden den Gründern der Fluthilfe-Initiative förmlich aus den Händen gerissen.

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Sandsack-Beutel-Käuferin Frederike hat selbst beim Kampf gegen das Hochwasser geholfen.

Quelle: Tanja Tröger

Der angekündigte Verkauf über einen Internetshop muss aus organisatorischen Gründen noch ein, zwei Tage warten.

„Habt ihr noch Taschen?“ Im LouisenKombiNaht herrscht am Donnerstag Tag der offenen Tür. Alle paar Minuten klingelt das Glöckchen an der Türklinke, weil Kunden nach den Umhängebeuteln aus Sandsäcken fragen. Offiziell war der Verkaufsstart für 15 Uhr angesetzt, aber die ersten Gäste kamen schon viel eher. „Heute früh war einer da, der ist 250 Kilometer gefahren, um vier Taschen zu kaufen“, erzählt Micha, einer der „Alles-Jute“-Initiatoren. 70 Euro für den guten Zweck hat sich der Mann aus Fischbeck die braunen Beutel kosten lassen.

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Am Donnerstag begann der Verkauf, der Erlös kommt Flutopfern zugute.

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Als Mindestpreis haben die Organisatoren 8,76 Euro angesetzt, den Wert des höchsten Elbpegels in Dresden Anfang Juni. Wer mehr geben möchte, dürfe das gern. Die Erlöse aus dem Verkauf spendet „Alles Jute“ an Vereine und Gruppen, die vom Hochwasser betroffen sind. Das Geld soll unter anderem an den Freiraum Elbtal e. V., das Spielprojekt „Eselnest“ und das Kulturhaus Loschwitz gehen, in dem viele Bücher dem Wasser zum Opfer gefallen sind.

Eine Gruppe junger Frauen durchstöbert die Beutel auf dem improvisierten Verkaufstresen und balgt sich um die Tasche mit dem rosa Futter. Sie wollen sich die Souvenirs kaufen, weil ein guter Zweck damit verbunden ist. „Wir finden, dass das ein cooles Projekt ist“, ergänzt Marie. Frederike hat selbst an der großen Sandsack-Verteilstelle an der Hansastraße mitgeschuftet und möchte deshalb ein Erinnerungsstück mitnehmen. Mehr als 1500 Anfragen habe die Initiative „Alles Jute“ erhalten, berichtet Micha. Mittlerweile habe er sich eine Vorlage zur Beantwortung der E-Mails gebastelt, so der Mann mit dem blonden Bart, sonst sei das nicht zu schaffen.

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Schon 15.30 Uhr liegen nur noch vier Beutel im Laden. Wenn auch die rausgegangen sind, muss erst wieder nachproduziert werden. Etwa 100 Beutel haben die Organisatoren und Helfer in der vergangenen Woche genäht, exakt 876 sollen es werden. Derzeit stockt der Material-Nachschub. „Momentan fehlen uns die Gurte für den Henkel“, so Micha. „Die 200 Meter, die wir von baender24.de bekommen hatten, haben für die ersten 100 Taschen gereicht“, ergänzt Mitorganisator Ben. Auch Sandsäcke brauchen die „Alles-Jute“-Macher noch. Bislang haben Privatleute 350 Stück gespendet. „Wir nehmen unbenutzte Säcke und solche, in denen Sand drin war. Sie sollen allerdings nicht mit Wasser in Berührung gekommen sein.“ Die Säcke werden vorgespült und anschließend gewaschen, ehe sie mit buntem Innenfutter und Tragegurt versehen werden.

„Leute fürs Nähen werden auch noch gebraucht“, wirbt Micha. Voraussetzung sei, dass man eine gerade Naht zustande bringe. „Ich habe am Samstag zum ersten Mal in meinem Leben eine Nähmaschine angefasst – und jetzt kann ich Säcke nähen“, so der frischgebackene Betriebswirtschaftler. Sogar die Damen vom Strickkreis des LouisenKombiNahts, die im Februar einen Panzer in Wolle gehüllt haben, helfen bei der Produktion. Die Inhaberinnen des Nähateliers in der Dresdner Neustadt stellen die Infrastruktur für das „Alles-Jute“-Projekt zur Verfügung – und die hat angesichts des dicken Materials ganz schön zu kämpfen: „Vorgestern hatten wir vier kaputte Nadeln an einer Tasche.“ Nun suchen die jungen Frauen händeringend nach Nähmaschinennadeln der Stärke 100 mit Flachkolben, damit auch die übrigen 776 Sandsack-Taschen produziert werden können.

ttr

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