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Vergewaltigung im Knast war ein Fake

Freispruch Vergewaltigung im Knast war ein Fake

Andreas H. ist 52, ziemlich klein und nicht sehr kräftig - aber trotzdem ein "schwerer" Junge. Jetzt musste er sich erneut vor Gericht verantworten. Er soll in der Nacht zum 22. Mai 2013 einen Mithäftling in der Dresdner JVA vergewaltigt haben.

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Quelle: Carola Fritzsche

Dresden. Andreas H. Andreas H. ist 52, ziemlich klein und nicht sehr kräftig - aber trotzdem ein "schwerer" Junge. Wegen Mord und Vergewaltigung sitzt er lebenslang mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Jetzt musste er sich erneut vor Gericht verantworten. Er soll in der Nacht zum 22. Mai 2013 einen Mithäftling in der Dresdner JVA vergewaltigt haben. Der 37-Jährige, so die Anklage, habe sich nicht wehren können, da der Angeklagte ihn von hinten festhielt. Ein böser Vorwurf, nur stimmt er auch?

Der Prozess hatte einige bizarre Momente. Zum Auftakt wurde der Nebenkläger, also das mutmaßliche Opfer, in Handschellen vorgeführt und musste in den Pausen in den Haftkeller. Der Angeklagte erschien ohne Handschellen und konnte vor dem Gericht die Sonne genießen. Eine "Ausführung" unter Aufsicht, die es in Einzelfällen gibt. "Ich habe Hafterleichterung, werde ein Mal im Monat ausgeführt zum Einkaufen oder um meine Freunde zu besuchen", erzählte Andreas H. Zudem hätte der Angeklagte aus Sicherheitsgründen in Einzelhaft sitzen müssen. Da er aber Suizidabsichten äußerte, wurde er gemeinschaftlich untergebracht - eben mit dem 37-jährigen Opfer.

Dessen Einlassungen waren jedoch äußerst merkwürdig, ja zweifelhaft - da passte vieles nicht zusammen. In der Dresdner JVA hatte er von dem Vorfall nichts erzählt. Erst als er am nächsten Tag nach Leipzig verlegt wurde, erstattete er dort Anzeige und forderte 25000 Euro Schmerzensgeld. Der 37-Jährige wurde sorgfältig untersucht, Verletzungen konnten die Ärzte nicht feststellen. Und warum hat er sich nicht gewehrt? Das "Opfer" ist 15 Jahre jünger, größer und viel kräftiger als Andreas H. Gab es diese Vergewaltigung wirklich?

Die Kammer hatte erhebliche Zweifel und sprach Andreas H. in dem Fall frei. Vielleicht geschah das Ganze einvernehmlich oder war, warum auch immer, ein böser Schwindel - das herauszufinden war aber nicht Inhalt des Prozesses.

Monika Löffler

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