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Vergewaltiger erneut vor Gericht

Verhandlung um Sicherungsverwahrung Vergewaltiger erneut vor Gericht

Im Januar 2012 war Frank V. vom Dresdner Landgericht wegen besonders schwerer Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Nun ließ die Staatsanwaltschaft prüfen, ob eine nachträgliche Sicherungsverwahrung nach Beendigung der Haftstrafe, nötig ist.

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Quelle: dpa

Dresden. Im Januar 2012 war Frank V. vom Dresdner Landgericht wegen besonders schwerer Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Der Mann hatte im August 2011 für erhebliche Aufregung gesorgt. Innerhalb weniger Wochen hatte er mehrere Frauen überfallen und vergewaltigt (DNN berichteten). Auf der Behringstraße attackierte er eine junge Frau heimtückisch von hinten drückte ihr ein Messer an die Kehle und zwang sie zum Oralsex gezwungen. Einige Tage später war er in die Erdgeschosswohnung einer chilenischen Studentin auf der Fritz-Löffler-Straße eingestiegen, hatte die junge Frau, die kaum deutsch verstand, bedroht, geschlagen, gefesselt und vergewaltigt. Beim dritten Opfer blieb es beim Versuch. Er hatte an der Wohnungstür einer Frau geklingelt und ihr ein Messer an den Hals gehalten.. Sie wehrte sich und schrie, worauf er flüchtete. Alle drei Frauen litten erheblich unter den Überfällen.„Er hat mir ein Stück meiner Freiheit genommen, die Freiheit mich frei zu bewegen“, sagte damals eines der Opfer.

Der Fall hatte jetzt ein juristisches Nachspiel. Ein Gutachter hatte dem Angeklagten damals eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit maximaler Auswirkung und deshalb eine verminderte Schuldfähigkeit bescheinigt. Die Kammer folgte dem Gutachten, urteilte strafmildernd und wies die Unterbringung von Frank V. im geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus in Arnsdorf an. Allerdings konnten die Ärzte dort keine schwere Persönlichkeitsstörung diagnostizieren und sahen deshalb auch keine Veranlassung in dort zu behalten. Ein zweiter Sachverständiger in seinem Gutachten zu dem gleichen Ergebnis: keine Persönlichkeitsstörung. Im November 2013 wurde die Unterbringung von Frank V. in der psychiatrischen Klinik außer Kraft gesetzt – er kam auf eine sozialtherapeutische Station ins Gefängnis.

Allerdings war der Gutachter davon ausgegangenen, dass Frank V. gefährlich bleibt. Da in einiger Zeit dessen Haftentlassung ansteht, hatte die Staatsanwaltschaft beantragt, eine nachträgliche Sicherungsverwahrung, also eine weitere Unterbringung nach Beendigung der Haftstrafe, zu prüfen.

Die Strafkammer hatte zwei Sachverständige geladen, die sich intensiv mit Frank V. beschäftigt haben. In ihren Gutachten kamen beide zu dem Ergebnis, dass keine Persönlichkeitsstörung vorliegt und von Frank V. keine extreme Gefahr ausgeht. Er gehöre nicht zur sogenannten „Hochsicherungsgruppe“, bei denen eine enorm hohe Rückfallgefahr besteht. Allerdings brauche er Unterstützung, Betreuung und Ansprechpartner, mit denen er über Probleme reden kann. Er hatte die Taten nach dem Ende einer langjährigen Beziehung begangen. Seine Wut über die Trennung wollte er wohl an anderen Frauen auslassen.

Nach den Gutachten der Sachverständigen zog die Staatsanwaltschaft ihren Antrag zurück. Frank V. Wird seine Strafe absitzen. Wenn er das Gefängnis verlässt, ist er ein freier Mann

Von Monika Löffler

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