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Vereint gegen Globus: Händlerverbände schließen sich zu Initiative gegen den großen Einkaufsmarkt zusammen

Vereint gegen Globus: Händlerverbände schließen sich zu Initiative gegen den großen Einkaufsmarkt zusammen

Der vielstimmige Chor der Globus-Gegner hat sich zu einer gemeinsamen Initiative gegen die Ansiedlung eines Einkaufszentrums auf dem Areal des alten Leipziger Bahnhofs zusammengefunden.

Von Uwe Hofmann

Nachdem sich die Gruppe, darunter der Unternehmerverein Dresden-Pieschen, das City Management Dresden, der Handelsverband Sachsen, der Gewerbe- und Kulturverein Dresden Neustadt, der Verein Zeitgenossen, das Entwicklungsforum Dresden, der Verein Pro Pieschen und die Landeskommission Bau und Immobilien des Wirtschaftsrats der CDU, in der vorigen Woche zusammengefunden hatte, will sie nun im Vorfeld der für den 21. Juni erwarteten Stadtratsentscheidung über das Globus-Projekt kräftig die Trommel gegen die Ansiedlung rühren.

Ihre Argumente sind dabei im Wesentlichen unverändert. Die durch die Gruppe vertretenen Einzelhändler Pieschens und der Äußeren Neustadt fürchten vor allem die geballte Konkurrenz, die auf der Brachfläche an der Leipziger Straße entstehen könnte. Dort plant das Handelsunternehmen Globus einen Markt mit Vollsortiment, dass heißt Lebensmitteln, Kleidung, Spielwaren, Haushalt- und Unterhaltungstechnik, auf etwa 8800 Quadratmetern Verkaufsfläche. Mit einer Erweiterungsoption könnten es bis zu 12 000 Quadratmeter Verkaufsfläche werden. Laut einem Gutachten, dass der Handelsverband Sachsen in Auftrag gegeben hat, bewirke ein Einkaufszentrum dieser Größe bei Händlern der umliegenden Stadtteile Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent. "Welche Läden würden denn schon einen solchen Umsatzeinbruch überleben", stellt Konrad Stransky vom Kultur- und Gewerbeverein Dresden Neustadt eine rhetorische Frage. Seit Fertigstellung des deutlich kleineren Einkaufszentrums im ehemaligen Straßenbahnhof Mickten hätten auf der Einkaufsstraße Oschatzer Straße sieben Händler aufgegeben, schlägt Karl-Heinz Laganowski vom Unternehmerverein Dresden-Pieschen in die gleiche Scharte. Von einem solch großen Zentrum sei viel Schlimmeres zu erwarten. Zu einem ähnlichen Urteil ist ein städtisches Gutachten gekommen, dass das Globus-Projekt für unvereinbar mit dem geltenden Stadtentwicklungskonzept hält. Insofern ist die Kritik weder den Stadtratsgremien, noch der Verwaltung neu. Das gilt ohne Abstriche auch für die übrigen Aspekte, über die sowohl die Stadt als auch die Handelsverbände durch Gutachten breit informiert sind. So sollen täglich 5000 Autos mehr auf Leipziger Straße und Hansastraße fahren, um zu dem Einkaufszentrum zu gelangen, was der Stadt bei der Eindämmung der Feinstaubbelastung zusätzliche Probleme bereiten könnte.

Mit Unverständnis reagieren die Mitglieder der Initiative darauf, dass das Vorhaben dennoch in den Stadtrat eingebracht wird. Schließlich wisse man alle Expertenmeinungen, Argumente und maßgebliche Verbände auf der eigenen Seite. "In dem Fall gibt es nur den Stadtrat und den Rest von Dresden", meint Stransky. "Mich erfüllt es mit Wut, dass man sich so über die Meinung der Bürger hinwegsetzt", sagt Laganowski.

Einen lange nebensächlich behandelten Ansatz bringt Architekt Thomas Strauch-Stoll vom Verein Zeitgenossen in die Diskussion. Das Gebiet habe das Potenzial für hochwertiges Wohnen genutzt zu werden. Dazu gehöre aber eine planvolle Entwicklung über 20 Jahre. "So eine Entwicklung lässt sich mit der Globus-Ansiedlung in drei bis vier Jahren verhindern", sagt der Architekt. Neben dem Einkaufszentrum seien nur weitere Dienstleistungen wie Waschanlagen denkbar, von "Wohnen am Wasser" könne dann keine Rede mehr sein. Dieser Einwand vom "Missbrauch des Standorts" durch den "Klopper", wie Christian Helms vom Entwicklungszentrum Dresden sagt, bekommt durch eine neue Entwicklung Substanz. Laut Uwe Sochors vom Unternehmerverein Dresden-Pieschen prüft die USD Immobilien GmbH, wie sich zumindest ein Teil der innenstadtnahen Brachfläche entwickeln lasse. Im Dresdner Büro des Unternehmens gab es zu dieser Behauptung gestern allerdings keine Aussage.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.06.2012

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