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Verein klagt über Ungeziefer in Asylbewerberheim in Dresden-Johannstadt

Verein klagt über Ungeziefer in Asylbewerberheim in Dresden-Johannstadt

Der Kontaktgruppe Asyl e.V., der sich in Dresden als Ansprechpartner für asylsuchende Menschen versteht, erhebt schwere Vorwürfe gegen das Gesundheitsamt der Stadt Dresden.

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Quelle: Julia Vollmer

Am Montag berichtete der Verein in einem Schreiben über hygienische Mängel im Asylbewerberheim an der Florian-Geyer-Straße. Bewohner hätten von einer Ungezieferplage und starkem Schimmelbefall in der Unterkunft berichtet. Bereits im Mai habe die Gruppe das Gesundheitsamt darüber informiert, allerdings sei von behördlicher Seite nicht hinreichend reagiert worden.

Gestern entkräftigte die Stadt die Vorwürfe. Marco Fiedler, persönlicher Referent von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos), erklärte: „Auf die Pressemitteilung der Kontaktgruppe Asyl hin, hat die Heimleitung das Objekt nochmals überprüft. Es konnten keine hygienischen Unzulänglichkeiten in den einzelnen Wohnungen festgestellt werden“, schrieb er.

„Mütter klagen darüber, dass Bettwanzen ihren Kindern so zusetzen, dass sie nicht schlafen könnten“, heißt in dem ominösen Papier der Kontaktgruppe Asyl. Marco Fiedler räumt zwar ein, dass in diesem Jahr in vier Wohnungen des Heims Wanzen aufgetreten seien. Aktuell lägen aber auch dem Gesundheitsamt keine Hinweise über einen erneuten Befall vor. „Der Ausgangspunkt für den Befall, der bereits im Jahr 2013 begann, war nie ganz zu klären“, erläutert Fiedler. In allen Fällen sei mit Bekanntwerden sofort eine Fachfirma mit der Schädlingsbekämpfung beauftragt worden, die seit September 2014 nun regelmäßig vorbeugend in den betroffenen Wohnungen aktiv sei. „In insgesamt sechs Wohnungen wurden seit 2013 auch die Bodenbeläge ausgewechselt, da zu vermuten war, dass sich auch in diesem Wanzen festgesetzt hatten.

Darüber hinaus werden im gesamten Objekt seit jeher laufend die Bettmatratzen ausgetauscht“, teilte Fiedler mit. Der Referent gab auch zu, dass gelegentlich Schimmel bei nicht ausreichender Belüftung in den innenliegenden Bädern der Wohnungen auftrete. Dieser werde zwar bei Bekanntwerden sofort beseitigt. „Durch die hohe Frequentierung der Bäder ist allerdings nicht auszuschließen, dass sich diese Vorgänge laufend wiederholen“, erläuterte er.

Laut Kontaktgruppe Asyl sei zudem ein Asylbewerber durch die Heimleitung aus dem Wohnheim verwiesen worden, weil ihm „nach wiederholten Beschwerden der Geduldsfaden riss“. Er soll den Bodenbelag seiner Wohnung herausgerissen haben, dabei auf Ungeziefer gestoßen und als Reaktion auf seine Selbsthilfemaßnahme aus dem Haus geworfen worden sein. „Dies ist schlicht unwahr“, kontert Marco Fiedler. Der Asylbewerber habe sich von sich aus mit dem Sozialamt in Verbindung gesetzt und um eine Umverteilung in eine andere Unterkunft gebeten. Bis Redaktionsschluss hat sich die Kontaktgruppe Asyl nicht erneut zu den von ihr aufgestellten Behauptungen geäußert. Die Heimleitung der Einrichtung an der Florian-Geyer-Straße will den Verein in den kommenden Tagen kontaktieren.

Susann Schädlich

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