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Verbraucherzentrale in Dresden wünscht sich Unterstützung durch Stadt

„Wir wollen Missstände aufdecken und beseitigen“ Verbraucherzentrale in Dresden wünscht sich Unterstützung durch Stadt

Robert Hoyer äußerte sich anlässlich zum Weltverbrauchertag zur Beratungsstelle in Dresden. 2015 suchten hier die Verbraucherzentrale knapp 24.000 Menschen auf. Hauptsächlich ging es um Rechts- und Finanzfragen. Die Verbraucherschützer wünschen sich zudem mehr Unterstützung durch die Stadt

Robert Hoyer arbeitet seit 2007 für die Verbraucherzentrale Sachsen. Seit 2015 leitet er die Beratungsstelle in Dresden
 

Quelle: Dietrich Flechtner.

Dresden.  Das Beratungszentrum der Verbraucherzentrale Sachsen ist in Dresden ein wichtiger Anlaufpunkt für alle, die sich über ihre Rechte gegenüber Anbietern informieren wollen oder Hilfe bei der Durchsetzung benötigen. Robert Hoyer, Leiter der Beratungsstelle Dresden, äußert sich anlässlich des Weltverbrauchertages am 15. März zur Arbeit der Verbraucherzentrale Sachsen allgemein und seiner Beratungseinrichtung im Speziellen.

DNN: Gestern war Weltverbrauchertag. Warum ist Verbraucherschutz wichtig?

Robert Hoyer: Wir sind davon überzeugt, dass informierte und selbstbewusste Verbraucher die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und damit den Standort stärken.

Wie viele Menschen haben Sie im letzten Jahr in Dresden beraten?

Insgesamt haben sich im vergangen Jahr knapp 24.000 Menschen bei uns gemeldet, es gab etwa 4500 persönliche Beratungen. Zudem haben wir in Summe etwa 7500 Auskünfte erteilt.

Welche Themen brennen den Dresdnern am häufigsten auf der Seele?

In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt eindeutig bei Rechtsfragen, vor allem im Bereich von Telekommunikation, Internet und Heizkosten. Aber auch beim Thema Finanzen wenden sich viele Menschen an uns. Dabei geht es vor allem um Geldanlagen, Altersvorsorge und Kredite.

Was ist mit Datenschutz oder Ernährung?

Datenschutz wird für die Verbraucher nicht zuletzt vor dem Hintergrund der zunehmenden Internetnutzung immer wichtiger. Die Verbraucherzentralen haben kürzlich die Befugnis zur Abmahnung von Datenschutzverletzungen erhalten und können Verstöße gegebenenfalls auch gerichtlich verfolgen. Im Handlungsfeld Ernährung waren in erster Linie unsere Aktionen und Informationsveranstaltungen bei Schulen und Kitas in Dresden und Umgebung sehr gefragt.

Was können Sie tun, wenn Verbraucher im großen Stil geprellt werden?

Da hat die Verbraucherzentrale Sachsen mehrere Möglichkeiten. Zum einen setzen wir uns direkt mit Unternehmen und Verbänden auseinander, um Veränderungen herbeizuführen. Außerdem nutzen wir unsere Verbandsklagebefugnis. Wir können uns an Politik und Öffentlichkeit wenden und drängen immer wieder auf gesetzliche Lösungen. Zudem sind wir gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale-Bundesverband und den Verbraucherzentralen der Länder eine öffentlich beachtete und wirksame Interessenvertretung.

Sie sind eine gemeinnützige Organisation. Wie finanzieren Sie sich?

Das stimmt. Wir übernehmen öffentliche Aufgaben, die in anderen Staaten von Behörden wahrgenommen werden. Aus diesem Grund wird unsere Arbeit zu einem wesentlichen Teil vom Freistaat finanziert. Die Höhe ist immer von der jeweiligen Haushaltssituation abhängig. Zudem ist der überwiegende Teil unseres Beratungsangebotes kostenpflichtig.

Von der Stadt bekommen Sie also nichts?

Kommunale Zuwendungen haben wir von der Landeshauptstadt letztmalig 2011 erhalten. Uns ist jede Unterstützung willkommen, um unsere Unabhängigkeit nicht zu gefährden. Natürlich würden wir uns über die Anerkennung unserer langjährigen erfolgreichen Arbeit durch neuerliche Zuwendung durch die Stadt freuen.

Wie schätzen Sie den Stellenwert Ihrer Arbeit ein?

Wir sind wegen unserer Anbieterunabhängigkeit ein wichtiger Anlaufpunkt für Verbraucher. Wir setzen das uns entgegengebrachte Vertrauen ein, um kompetent zu wichtigen und sensiblen Themen zu informieren und individuell zu helfen.

Was ist der „Prellbock“?

Das ist ein Negativpreis, den die Verbraucherzentrale Sachsen seit 2013 alle zwei Jahre vergibt, um Missstände anzuprangern. Im Vorfeld nennen Sachsens Verbraucher Anbieter, die sie ihrer Meinung nach abgezockt, getäuscht oder geprellt haben. Eine unabhängige Fachjury ermittelte dann aus den Vorschlägen den Preisträger. Das war diesmal die Firma MGN GmbH aus Dresden, die insbesondere ältere Menschen durch schamlose Kaltakquise am Telefon abzockt.

Von Sebastian Burkhardt

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