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Vater verteidigt kleinen Sohn mit Angriff auf 13-Jährigen

Geldstrafe für Attacke auf einen Jungen Vater verteidigt kleinen Sohn mit Angriff auf 13-Jährigen

Weil er seinen zweijährigen Sohn beschützen wollte, ist ein Dresdner auf einem Spielplatz in Laubegast deutlich übers Ziel hinausgeschossen. Als Kinder einer nahen Schule herumtobten, hat er aus Angst um sein Kind einen 13-Jährigen körperlich attackiert. Am Montag wurde er dafür am Amtsgericht Dresden verurteilt.

Urteil am Amtsgericht für einen übereifrigen Vater aus Dresden: Weil er gegen einen 13-Jährigen vorging, muss er eine Geldstrafe zahlen. Vorwurf: Körperverletzung.

Quelle: dpa

Dresden. Dass man für seine Kinder das Beste will und da im Ernstfall auch schützend eingreift, ist logisch. Was sich aber Daniel B. erlaubt hat, geht gar nicht. Der Mann hat die Nerven verloren und ist weit übers Ziel hinausgeschossen. Wegen Körperverletzung musste er sich gestern vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

Der 40-Jährige war mit seinem zwei Jahre alten Sohn am 17. September vergangenen Jahres auf einem Spielplatz in Laubegast. Kein Spielplatz für die ganz Kleinen, wo es nur einen Buddelplatz gibt, sondern einer, der auch für größere Kinder gedacht ist. Nebenan befindet sich eine Schule, die war gerade aus, und so tummelten sich dort eine ganze Menge Kinder. Sie tollten auf dem Spielplatz herum und bewarfen sich unter anderem mit Hagebutten. Einige trafen auch den Zweijährigen. Der Angeklagte sei daraufhin hinter den Kindern hergerannt, habe einen Jungen zu Boden gestoßen und – so die Anklage – ihm noch in die Seite getreten. Die Kinder liefen in die Schule und erzählten die Sache dem Direktor. Der informierte die Polizei.

Der Angeklagte stellte die Sache vor Gericht anders dar. Er habe die Sicherheit seines Sohne gefährdet gesehen, erklärte er. „Der Kleine stand auf der Rutsche, und ich hatte Angst um ihn.“ Er habe die Kinder aufgefordert aufzuhören. Erst als die nicht reagierten, sei er hinter ihnen hergelaufen. Den Jungen habe er aber nicht umgestoßen, der sei von alleine hingefallen, und er sei dann über ihn gestolpert. Da hat er sich wohl was schöngeredet. Der 13-Jährige erlitt zwar keine erheblichen Verletzungen, ist aber – das war am Montag zu merken – immer noch verunsichert. Daniel B. begründete die überflüssige Aktion mit der Gefahr, in der sich sein Sohn befunden hat.

Doch wenn er Angst um ihn hatte, warum lässt er den kleinen Knirps auf eine große Rutsche klettern? Und dann dort ganz allein, als er dem Jungen hinterherlief?

Man könne mit den Kindern schimpfen, man könne auch laut werden, aber keinesfalls handgreiflich, macht Richterin Birgit Keeve dem Angeklagten sehr eindeutig klar. Sie verurteilte Daniel B. zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à zehn Euro.

Von Monika Löffler

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