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Vater drängt Sohn in Geschäft in Dresden zur Unterschlagung

Amtsgerichtsprozess Vater drängt Sohn in Geschäft in Dresden zur Unterschlagung

Der Respekt gegenüber seinem Vater hat einen jungen Mann auf die Anklagebank gebracht. Ihm wurde Unterschlagung vorgeworfen. Ein mächtiger Knick nach einer tadellosen Karriere. Das Amtsgericht traf jetzt eine weise Entscheidung.

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Quelle: dpa

Dresden.  Der 21-Jährige, der am Donnerstag vor Richterin Susanne Halt saß, hat in seinem jungen Leben eine mustergültige Laufbahn hingelegt: Fachabitur, Job, keine Vorstrafen und er hat das, was man eine gute Erziehung und Respekt vor den Eltern nennt. So komisch es klingt, genau das verschaffte ihm wegen Unterschlagung nun einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts. Der junge Mann war Angestellter eines Modegeschäfts in der Altmarktgalerie und da auch fürs Kassieren zuständig. Alles lief reibungslos, bis an einem Maitag 2015 sein Vater in dem Geschäft auftauchte, Bekleidung für über 400 Euro auf den Verkaufstresen packte und seinen Sohn aufforderte, ohne Bezahlung die Sicherheitsetiketten zu entfernen.

 Der Junior weigerte sich eine Viertelstunde lang. „Ich sagte, das geht nicht, ich verliere meinen Job. Aber er drängte weiter und so habe ich es gemacht, obwohl ich wusste, dass es falsch war.“ Der junge Mann wurde in Dresden geboren, seine Familie kommt aber aus dem Kosovo, da ist kulturell bedingt der Vater eine richtige Autoritätsperson. So entsicherte der Sohn die Waren, scannte den Preis ein, buchte ihn wieder aus und packte alles in eine Tüte. Allerdings übersah er eine Diebstahlsicherung, am Ausgang piepte es, die Sache flog auf und er aus seinem Job.

„Ich war sauer auf meinen Vater, aber er kann sich auch nicht erklären, was da mit ihm war. Im Endeffekt war es mein Fehler, ich habe es gemacht.“ Der 21-Jährige ging von sich aus zur Jugendgerichtshilfe und leistete freiwillig Arbeitsstunden. Soviel Einsicht ist selten. Das Verfahren wurde gegen die Auflage von 80 gemeinnützigen Arbeitsstunden vorläufig eingestellt. Sein Vater erwartet einen Strafbefehl. Junior hat wieder einen Job. Man kann nur hoffen, dass Papa nicht vorbeikommt.

Von Monika Löffler

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