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Vater der Elite-Uni verstorben: Professor Hermann Kokenge legte den Grundstein für den heutigen Status der TU Dresden

Vater der Elite-Uni verstorben: Professor Hermann Kokenge legte den Grundstein für den heutigen Status der TU Dresden

Alles Große hat seinen Anfang im Kleinen, schrieb Hermann Kokenge einmal. Und dieser Vorstellung entsprach wohl auch sein Wirken an der Technischen Universität Dresden (TUD).

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Quelle: Archiv

Der Professor für Landschaftsarchitektur kann mit Fug und Recht als Vater der Elite-Universität betrachtet werden – die Basis war jahrelange Kleinarbeit. Am 25. Dezember ist der ehemalige Rektor der TU Dresden, Prof. Hermann Kokenge, im Alter von 65 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.

„Mit großer Betroffenheit habe ich vom Tod von Altmagnifizenz Hermann Kokenge erfahren. Mit ihm verlieren wir einen weitsichtigen und erfahrenen Hochschulstrategen“, erklärte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) gestern. Kokenge habe einen großen Anteil am Erfolg der TU Dresden in der Exzellenzinnitiative. „Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie“, fügte die Ministerin hinzu. Auch die Hochschule mit Rektor Hans Müller-Steinhagen an der Spitze trauert um den Altrektor und würdigte dessen Leistungen für die Universität.

Kokenge war seit 1993 Professor für Landschaftsarchitektur an der TU. Von 1997 bis zum Jahr 2000 war er Dekan der Fakultät Architektur. Im gleichen Jahr übernahm er das Amt des Prorektors für Wissenschaft. 2003, im Jahr der 175-Jahr-Feier der Uni, wurde er erstmals zum Rektor gewählt, folgte Günther Landgraf und Achim Mehlhorn, die die TU als Volluniversität etabliert hatten. Kokenge übte dieses Amt über zwei Wahlperioden bis 2010 aus. Seine Wahl für die zuvor mögliche dritte Amtszeit kam nicht mehr zustande, weil der Freistaat mittlerweile das Hochschulgesetz geändert hatte, das dann nur noch zwei Amtszeiten vorsah. Die Saat für den Elite-Status der TU Dresden war gelegt.

Im Interesse der Hochschule macht Kokenge dabei bisweilen auch Wissenschaftsministern das Leben schwer. Legte immer wieder den Finger in offene Wunden, warnte vor Ungemach, dass der Hochschullandschaft durch politische Entscheidungen drohte. Stets lag ihm die enge Zusammenarbeit mit den Studierenden am Herzen.

Leicht machte es ihm auch die Politik nicht. In seine Amtszeiten fiel die Umsetzung der unbequemen Strukturvorgaben des Hochschulvertrags zwischen der Staatsregierung und den sächsischen Hochschulen von 2003, die Reform der Studiengänge (Bologna-Prozess), das Streben der TU Dresden nach einem eigenen TU-Dresden-Gesetz, das mehr Autonomie mit einer Stiftungsuniversität bringen sollte, sowie das lange Ringen um ein neues Hochschulgesetz.

Kokenge profilierte die Hochschule so, dass die TUD schon 2006 als einzige ostdeutsche Hochschule bereits in der ersten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes zur Förderung universitärer Spitzenforschung in zwei Bereichen erfolgreich war. Mit vielen Partnern entwickelte er das Dresden-concept – eine Allianz aus Forschungseinrichtungen, Museen, der Landesbibliothek – das als Kernstück eines Zukunftskonzeptes der Hochschule in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative zum Durchbruch und damit zwei Jahre nach dem Ende seines Rektorats zum Titel der Exzellenzuniversität verhalf.

„Wir wissen, dass auf den Winter das Frühjahr folgt und die Natur sich wieder neu belebt. Wir aber, so ist meine Glaubenszuversicht, werden nach dem Herbst und Winter des Lebens Erntedank im ,Hause des Vaters’ feiern“, schrieb Hermann Kokenge einmal für das Wort zum Sonntag in den DNN und fügte hinzu: „Hier werden wir erwartet und an der Gartenpforte empfangen.“ Dieser Empfang wird sehr herzlich sein.

Ingolf Pleil

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