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VW: Dresdner Händler bleiben vom Abgasskandal fast verschont

VW: Dresdner Händler bleiben vom Abgasskandal fast verschont

Der Autobauer VW hat es in diesen Tagen wahrlich nicht leicht. Wegen des Abgas-Skandals steht er massiv unter Druck. Mittlerweile ist klar: Bei 9,5 Millionen Autos muss nachgebessert werden. Ab Januar soll die große Rückrufaktion starten.

Dresden/Bochum. Der Autobauer VW hat es in diesen Tagen wahrlich nicht leicht. Wegen des Abgas-Skandals steht er massiv unter Druck. Mittlerweile ist klar: Bei 9,5 Millionen Autos muss nachgebessert werden. Ab Januar soll die große Rückrufaktion starten.

Doch was, wenn die Kunden gar keine Nachbesserungen wollen und stattdessen die Autos zurückgeben? Gestern hat die erste deutsche VW-Kundin bereits juristische Konsequenzen gezogen. Der Bochumer Rechtsanwalt, Sascha Conradi, hat Klage eingereicht. Seine Mandantin habe sich aus Umweltschutz-Gründen bewusst für ein Fahrzeug der "Blue Motion"-Reihe entschieden und dabei Zusatzkosten in Kauf genommen. Jetzt sehe sie sich in ihrer Erwartung, ökologisch unterwegs zu sein, enttäuscht. "Die Weiternutzung eines nicht schadstoffarmen Kraftfahrzeugs ist der Klägerin unzumutbar", betonte der Rechtsanwalt. Der Schaden könne nach Ansicht der Klägerin nicht behoben werden, da die Motorleistung, die Beschleunigung und die Höchstgeschwindigkeit sinken würden. Fakt ist: Was genau beim Rückruf verändert wird, ist noch nicht bekannt. Aber das Vertrauen vieler Kunden - so scheint es - ist nachhaltig zerstört.

Ein Besuch im VW-Zentrum Dresden relativiert diese Hiobsbotschaften für Europas größten Autobauer. Im Wartebereich des großen Glasbaus sitzen ein halbes Dutzend Kunden. Mehrere Servicemitarbeiter sind im Gespräch. "Ich lasse mir Winterreifen draufziehen", sagt ein Mitfünfziger. Sein Vertrauen in VW sei nicht erschüttert. "Ich fahre schon immer VW", sagt er fast schon trotzig.

Dann kommt Thomas Voigt, Verkaufsleiter für die so wichtigen Großkunden und geht voraus in sein Büro. An der Wand hängen Risse der Frauenkirche. Eine Frauenkirchennadel steckt an seinem Revers. Der ehemalige Autoverkäufer liebt seine Stadt. Und in diesen Tagen kann er froh sein, dass auch die Dresdner Ihresgleichen lieben. "Die Sachsen sind nicht auf Krawall gebürstet. Ich kann

mir vorstellen, dass es in einem Akademikerviertel am Stadtrand von München größere Probleme als hier gibt", sagt er.

Voigt hat eine große Botschaft: Durch die jahrelange intensive Betreuung der Kunden sei eine feste Bindung entstanden, die jetzt wegen des Abgas-Skandals nicht in Frage gestellt werde. "Die Anfragen, die uns erreichen, sind meist technischer Natur. Die Kunden sind meist sehr sachlich und wollen natürlich wissen wie es weitergeht. Oder ob ihre Autos durch die Rückrufaktion im Wert sinken - was nach der Nachbesserung definitiv nicht der Fall ist", erklärt er. Natürlich würde es enttäuschte Kunden, wie auch Mitarbeiter geben: "Viele sagen, dass das der Konzert nicht nötig gehabt hätte". Die Angst vieler Menschen, dass ihre Fahrzeuge nach der Rückholaktion an Leistung verlieren, versucht er aus dem Weg zu räumen: "Nach unseren Informationen werden technische Lösungen gefunden, die genau das verhindern".

Auch die Verkäufe von Neu- und Gebrauchtwagen brechen im VW-Zentrum nicht ein. "Auf 100 Bestellungen kommt derzeit etwa eine Stornierung", sagt Voigt und stellt immer wieder klar: "Das Bild, das derzeit in den Medien gezeichnet wird, erleben wir so nicht".

Hauke Heuer

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