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Unverschuldet in der Warteschleife - Weil sich der Stadtrat nicht einig ist, verlieren 17 Dresdner Familien bares Geld

Unverschuldet in der Warteschleife - Weil sich der Stadtrat nicht einig ist, verlieren 17 Dresdner Familien bares Geld

Peter Volk plant kein Millionenprojekt. Er will für sich und seine Familie ein Häuschen bauen. Im Grünen in Weißig. Direkt am Fuß des Hutbergs. Als Volk im vergangenen Jahr beim Notar saß und den Kaufvertrag für das Grundstück unterschrieb, nahm der Traum von den eigenen vier Wänden konkrete Züge an.

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Wollen in Weißig bauen, dürfen aber nicht: Grit Löffler, André Prade, Ann Brendler mit Baby Hagen, Uwe Richter und Peter Volk mit Baby Daniela (v.l.).

Quelle: Christian Juppe

Als der Stadtrat am 10. Juli den Bebauungsplan Nummer 342 "Wohnen am Querweg" mit deutlicher Mehrheit verabschiedete, sah Volk den Baubeginn nahen.

Es kam anders. Zwei Stadträte der Linken klagten vor dem Verwaltungsgericht gegen zwei Beschlüsse, weil sie angeblich nicht fristgerecht zur Stadtratssitzung geladen worden seien (DNN berichteten). Der eine Beschluss betraf das Wohnungsbauvorhaben "An der Herzogin Garten". Der andere das "Wohnen am Querweg". Das Verwaltungsgericht gab den Linken-Stadträten Recht. Reinhard Saal, der "An der Herzogin Garten" ein Millionenprojekt plant, bekam auf der ersten Sitzung des neuen Stadtrats am 4. September seinen neuen Beschluss. Volk bekam keinen Beschluss. Er und seine Mitstreiter landeten in der Warteschleife.

Der Stadtrat wies den Bebauungsplan für Weißig zurück in den Bauausschuss. Die Ausschüsse haben sich gerade erst konstituiert und werden nicht vor November tagen. Die Uhr tickt. "Eigentlich sollte die Erschließung schon abgeschlossen sein. Aber sie hat noch nicht mal begonnen", sagt André Prade, auch Vater von zwei Kindern, auch in der Warteschleife.

Der Zeitverzug kostet Geld. Keine halbe Million Euro wie bei Saal. Aber die verhinderten Häuslebauer haben ihre Grundstücke gekauft. "Da wir nicht bauen können, müssen wir weiter Miete zahlen", so Volk, der in einer Wohnung in Mickten wohnt. Die Baupreise klettern, rund zehn Prozent Mehrkosten seit den ersten Planungen seien schon entstanden, schätzt Prade.

Ann Brendler wohnt mit Mann und vier Kindern in Striesen in einer Dreiraum-Wohnung. "Wir sind nicht umgezogen, weil wir ja bauen wollten. Außerdem ist es fast unmöglich, eine bezahlbare große Wohnung zu finden", sagt sie. Der Große kam zur Schule. "Wir haben ihn in Striesen eingeschult." Der vier Monate alte Hagen braucht bald einen Krippenplatz. In Striesen? Oder doch in Weißig? "Diese Ungewissheit ist belastend", sagt die junge Frau.

"Wir haben auf die Stadt und einen vernünftigen Stadtrat vertraut", sagt Prade. "Es ist uns nicht im Traum eingefallen, dass unser Vorhaben an einer Formalie scheitern könnte", ärgert er sich. Das Gefühl, politischen Machtspielen hilflos ausgesetzt zu sein, sei kein gutes.

Die verhinderten Häuslebauer versuchen alles, um bei der Politik gehört zu werden. Sie haben sich an die Fraktionen gewendet. "Mit der SPD und den Grünen haben wir schon gesprochen. Bei den Linken haben wir einen Termin", sagt Brendler.

Die betroffenen Familien wollen zeigen, dass der Bebauungsplan auf die Belange der Ortschaft angepasst wurde. Statt 23 sollen nur 17 Häuser entstehen, die Zufahrt wird nicht über den engen Querweg erfolgen. "Wir pflanzen Bäume, wir wollen das Grün erhalten und pflegen, wir streben eine gute Nachbarschaft mit den anderen Anwohnern an", zählt Prade auf.

Der Stadtrat sei gefordert. "Wir wollen eine schnelle Entscheidung. Das Hin und Her hat uns schon ein Jahr gekostet", meint Brendler. Die Stadt habe kein Jahr damit gewartet, die Grunderwerbssteuer zu kassieren. "Das ging auch ganz schnell." Weihnachten 2015 im eigenen Heim in Weißig, noch sei dieser Traum zu erfüllen für 17 Familien mit 32 Kindern.

Jan Donhauser, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat, hat volles Verständnis für die Familien. "Für sie ist es nicht zumutbar, dass sie noch länger auf eine Entscheidung warten müssen. Es kann nicht sein, dass sie durch die Untätigkeit des Stadtrates finanziell belastet werden."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.10.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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