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Unternehmerinnen in Dresden: Gabriele Wagner leitet Dachdecker-Firma

Unternehmerinnen in Dresden: Gabriele Wagner leitet Dachdecker-Firma

Fragt man kleine Mädchen nach Berufswünschen, kann man sicher mit Prinzessinnen und Models rechnen - mit Dachdeckerinnen wohl kaum. Auch für Gabriele Wagner ging der Lebenszug zunächst in eine andere Richtung.

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Von Heiko Weckbrodt

Und doch ist sie Chefin einer traditionsbewussten Dachdeckerfirma geworden, die auf 125 Jahre Unternehmensgeschichte zurückschaut. Sie dirigiert 20 Männer, die auf ihr Handwerk stolz sind. "Von manchem Berufskollegen in der Stadt bin ich anfangs etwas belächelt worden", erinnert sich die 56-Jährige. Heute zweifelt niemand mehr an "der Gabi", die den Betrieb ihres Mannes gerettet hat und kürzlich erst die "Silberne Ehrennadel des Dachdeckerhandwerks" bekam.

Aber gehen wir ein Stück zurück: Als Gabriele den Dachdeckermeister Thomas Wagner heiratete, hatte sie von diesem Handwerk Null Ahnung: Die gebürtige Dresdnerin hatte Einzelhandelskauffrau gelernt, war Verkäuferin, Hausfrau, Gattin, aber in die Geschäfte ihre Mannes mischte sie sich nicht ein. Bis 1999. Da erfuhr ihr Gatte die schreckliche Diagnose: Krebs. Danach hatte er nicht mehr lange zu leben.

Nach dem ersten Schock stand für Gabriele Wagner außer Frage: Das Erbe ihre Mannes und der Familie Wagner muss erhalten bleiben, solch ein Traditionsunternehmen darf nicht einfach untergehen. Und alle Mitarbeiter auf die Straße setzen wollte sie schon gar nicht. Die Söhne Kay und Norbert waren noch nicht so weit und so übernahm die Mutter den Betrieb.

"Das war eine schwere Zeit damals", erinnert sie sich. "Es gab unzählige Zahlungsausfälle, die Lage in der Branche war überhaupt nicht gut." Gabriele Wagner suchte sich Hilfe: In der Handwerkskammer absolvierte sie einen Crash-Kurs in Buchführung, auch ihre Mitarbeiter und Meister unterstützten sie, erklärten ihr das Fachliche dieses Handwerks.

Wegen der wirtschaftlichen Probleme musste sie dann doch viele Mitarbeiter entlassen. "Aber ab 2002 ging es dann endlich wieder aufwärts, die Auftragslage besserte sich", sagt die Chefin.

Inzwischen hat Gabriele Wagner wieder 20 Leute in Lohn und Brot und denkt bereits an den nächsten Schritt: An der Kunzstraße, wo das Unternehmen seit 1986 sitzt, hat sie ein ruinöses Nachbarhaus erworben, das sie jetzt von ihren Männern sanieren lässt. Dies soll die Basis legen, um das Geschäftsmodell zu erweitern, künftig auch Zimmerei und Klempnerei aus einer Hand anzubieten, statt solche Aufträge weiter zu delegieren. Fünf bis zehn neue Jobs sollen so entstehen, um den Betrieb krisensicherer zu machen.

"Das Schönste für mich war, dass meine Söhne Kay und Norbert im vergangenen Jahr die Leitung des Geschäfts übernommen haben", sagt Gabriele Wagner. "Mit ihnen ist die fünfte Generation an Bord." Doch auch wenn sich ihre Jungs jetzt um die fachliche Leitung kümmern: Den Chefsessel, den sie einst nur aus der Not heraus übernahm, den will die Mutter nicht so schnell aufgeben. "Ich habe doch so viel Herzblut in das Unternehmen gesteckt", sagt sie. Man hört ein wenig Stolz heraus, wenn sie erzählt: "Am Anfang war ich die einzige Frau in der Innungsversammlung. Jetzt ist das anders immer mehr Frauen machen sich in unserem Handwerk stark."

www.wagner-dach.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.03.2012

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