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Unternehmer und Kulturschaffende in Dresden setzen Zeichen für Toleranz und gegen Nazis

Unternehmer und Kulturschaffende in Dresden setzen Zeichen für Toleranz und gegen Nazis

Etwa 1000 Nazis wollen am 13. Februar in Dresden marschieren. Dass sie deren Anwesenheit entschieden ablehnen, wollen zahlreiche öffentliche Einrichtungen und Vereine in der Stadt zum Ausdruck bringen.

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Mit einem solchen Plakat wirbt auch in diesem Jahr am 13. Februar das Dresdner Schauspielhaus für Bürgercourage und gegen Rechtsextremismus.

Quelle: Schauspielhaus Dresden

Banner und Fahnen etwa vor der Semperoper oder am Schauspielhaus setzen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus oder fordern zur Teilnahme an der Menschenkette auf.  

„Unser Kulturwille war unserem Lebenswillen adäquat“ wird auf Fahnen zu lesen sein, die in diesem Jahr am 13. Februar auf dem Theaterplatz vor der Semperoper wehen werden. Der Satz stammt von dem jüdischen Dirigenten und Komponisten Viktor Ullmann, der sich im KZ Theresienstadt mit Musik gegen die Barbarei der Nationalsozialisten zur Wehr setzte und im Oktober 1944 im Vernichtungslager Auschwitz umkam. „Kulturwille, das ist der Wille zu Respekt, Toleranz, Vielfalt und Humanismus, und das ist die Ablehnung von Gewalt, Hass, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen“, erklärte der kaufmännische Geschäftführer der Sächsischen Staatstheater, Wolfgang Rothe. Künstler und Mitarbeiter der Dresdner Semperoper rufen zudem geschlossen zur Teilnahme an der Menschenkette der Stadt auf.  

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Im Durchgang von der Dreikönigskirche zum Societaetstheater hängt bereits das Banner mit dem Zitat Erich Kästners, das zu Zivilcourage aufruft.

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Auch zahlreiche andere Spielstätten reihen sich ein in die breite Front derjenigen, die ein Zeichen setzen wollen. So wird das Dresdner Schauspielhaus zwischen dem 9. und 14. Februar an seiner vom Postplatz aus gut sichtbaren Premierentafel wieder ein Banner mit einem Zitat Erich Kästners platzieren, in dem es wortgemäß heißt: „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“ An der Initiative der Dresdner Theater, Museen und Orchester gegen Rechtsextremismus beteiligen sich unter anderem auch das Europäische Zentrum der Künste Hellerau und das Societaetstheater.  

Als Werbefläche für Toleranz wurden in diesem Jahr erstmals auch die Fauleier der Kaditzer Kläranlage entdeckt. Seit Wochenbeginn wirbt eine riesige Leuchtreklame auf dem 35 Meter hohen südlichen Turm für die Teilnahme an der Menschenkette. „Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, sich gegen Fremdenfeindlichkeit zu engagieren, doch Zivilcourage kann man auch als Unternehmen zeigen“, kommentierte Gunda Röstel, Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden GmbH. Schwer zu übersehen ist auch das 16 Meter hohe Plakat an der Außenfassade der Gläsernen Manufaktur am Straßburger Platz, mit dem das Unternehmen seit Wochenbeginn für „Vielfalt und Toleranz“ wirbt.  

Ein ganz eigenes Zeichen der Mahnung möchte die Messe Dresden setzen. Ab dem 13. Februar wird eine Wandinstallation am Haus 1 an die dramatischen Szenen erinnern, die sich am 13. Februar 1945 im Keller darunter abspielten. Der amerikanische Autor Kurt Vonnegut hatte die Bombennacht in jenem Keller als Kriegsgefangener er- und überlebt und seine Erlebnisse 1969 in dem Antikriegsroman „Slaughterhouse 5“ („Schlachthof 5") verarbeitet, in dem er die Zerstörung Dresdens anprangert. Die Installation aus Zeichnungen, Fotos und Stadtplanauszügen soll die Geschichte Dresdens wiedergeben und wurde von dem Dresdner Architekten Ruairi O’Brien entworfen und von den Werkstätten Hellerau in Szene gesetzt.  

Für einen echten Blickfang hatte in den vergangenen Jahren der Dresdner Verein Bürger.Courage e. V. gesorgt. An einem Hochhaus am Postplatz hatte die Initiative ein Plakat unter die Leuchtreklame „Dresden grüßt seine Gäste!“ aus DDR-Zeiten gehängt, mit den ergänzenden Worten „…auf Nazis verzichten wir!“ darauf. Aufgrund der durch das neu entstandene Zwinger-Forum gestörten Blickbeziehung werde dies nicht wiederholt, sagte Sprecher Christian Demuth am Mittwoch. „Stattdessen wird es am 11. Februar eine mobile Aktion mit dem Originalplakat geben“, so Demuth. An mehreren Orten im Stadtgebiet seien kleinere Veranstaltungen rings um das Thema 13. Februar und Rechtsextremismus geplant.

Jane Jannke

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