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Unternehmen entlang der Bautzner Straße werden von Baustelle gebeutelt

Unternehmen entlang der Bautzner Straße werden von Baustelle gebeutelt

Gedacht, um den Verkehr in Zukunft besser rollen zu lassen, sorgt die Baustelle auf der Bautzner Straße derzeit allerdings für tote Hose bei Unternehmen, die sich genau darum kümmern: um Autos.

Das Geäst aus Sperrungen, Umleitungen und halbseitigen Verkehrsführungen beutelt nicht zuletzt die Total-Tankstelle. Völlig eingekes- selt fristet sie im Moment ein eher trauriges Dasein. "Nur noch 40 Prozent meines Kundenstamms kommt zur Zeit zum Tanken. Wir haben also mit einem merklichen Rückgang zu kämpfen", sagt Ute Jautze, die Geschäftsführerin.

Seit dem 7. März gehe das jetzt schon so. Zunächst führte noch eine Spur auf das Areal, momentan ist es nur noch eine Behelfsauffahrt. "Da muss man schon suchen, um uns überhaupt zu finden", so die 53-Jährige, die die Tankstelle seit 1998 leitet. Und das hat Folgen. Jautze musste die Öffnungszeiten um eine Stunde verkürzen, da sich der Betrieb sonst nicht gelohnt hätte. Von 5 bis 21 Uhr sind die Zapfsäulen nun geöffnet. Noch schlimmer traf es die Unternehmerin während des Juni-Hochwassers. Zu der Baustelle auf der "Bautzner" gesellte sich eine Vollsperrung auf der Umleitungsstrecke am Diakonissenkrankenhaus entlang, dort herrschte Land unter. "Während dieser Zeit war die Tankstelle folglich noch schlechter zu erreichen und wir verkürzten die Öffnungszeiten deutlicher, zwischen 6 und 18 Uhr hatten wir geöffnet."

Negative Auswirkungen auf ihre Angestellten - zwei feste Mitarbeiter und eine Pauschalkraft - hat die angespannte Lage noch nicht. Allerdings nur, weil die Chefin vorgesorgt hat. Sie musste einen Privatkredit aufnehmen, um ihre Leute weiter beschäftigen zu können. Am 26. August soll der Spuk zunächst einmal wieder vorbei sein. Zunächst, denn Ute Jautze fürchtet schon die nächste Baustelle. "Die Brücke über die Prießnitz ist wieder nicht gebaut worden, die wird sicher in den nächsten Jahren folgen. 200 bis 300 Meter beträfe das an der Bautzner Straße, Ecke Radeberger Straße. Dann trifft es uns wieder", befürchtet sie. Dieser etappenweise Ausbau der Bautzner Straße ärgert sie. Die ersten Einschränkungen gab es bereits 2009, als Baufirmen die Medien entlang der Straße verlegten. "Was die Stadt hier macht, hat weder Hand noch Fuß", sagt die 53-Jährige.

Erhebliche Einbußen hat auch Annegret Döring, Geschäftsführerin des Reifenservice Döring GmbH an der Bautzner Straße, zu beklagen. "Wir haben bestimmt zehn Prozent weniger Umsatz gemacht", beziffert Döring die Verluste. Das hätte zum einen daran gelegen, dass die Umleitung unglücklich gewählt gewesen sei und so die Anfahrt schwierig gemacht hätte. Zum anderen hätte auch die Baustelle an sich viele abgeschreckt. "Ich hatte Kunden, die sich telefonisch angemeldet haben, dann aber nicht aufgetaucht sind. Das ist mehrere Male passiert. Andere haben gleich gesagt, dass sie ihre Reifen dieses Mal nicht bei uns wechseln lassen", berichtet die Geschäftsführerin.

Probleme habe es außerdem immer wieder mit der Befahrbarkeit der Einfahrt gegeben. Ganze drei Tage war sie aufgrund der Baumaßnahme voll gesperrt. Baufahrzeuge, Lieferwagen oder Autofahrer, die keinen anderen Parkplatz fanden, sorgten ebenfalls zahlreiche Male dafür, dass es kein Durchkommen gab. Um die Umsatzeinbußen aufzufangen, hatte das Unternehmen im Frühjahrsgeschäft seine Geschäftszeiten verlängert. Ob das zum Erfolg führte, ließe sich aber noch nicht beziffern.

Der Reifenservice Döring ist jetzt wieder ohne Probleme erreichbar, die Baustelle auf diesem Abschnitt stadteinwärts abgeschlossen. Sorgen hat Annegret Döring allerdings noch immer. "Unsere Lieferanten kommen immer mit großen Fahrzeugen, und die können auf der Straße nicht halten. Damit haben wir jetzt zu kämpfen", erzählt sie.

Um die Anliegen der Anwohner und der ansässigen Unternehmen kümmert sich während der Bauzeit Johanna Thoelke (SPD) vom Ortsbeirat Neustadt. "Ich habe sozusagen die Rolle des Mittlers inne. Gibt es Probleme, leite ich diese bei den wöchentlichen Bauberatungen weiter", erklärt sie. So sollen die Belastungen so gering wie möglich gehalten werden. Beeinträchtigungen und Einbußen gebe es aufgrund der Sperrungen aber naturgemäß dennoch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.08.2013

Christin Grödel

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