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Unstimmigkeiten um Zukunft des Dresdner Lindenhaus – Grüne fordern Rücktritt von Tafel-Chefin Franke

Unstimmigkeiten um Zukunft des Dresdner Lindenhaus – Grüne fordern Rücktritt von Tafel-Chefin Franke

Ende gut, alles gut? Zumindest vorerst scheint ein Kompromiss für die Zukunft des Dresdner Lindenhauses gefunden. „Wir haben uns am Mittwoch bei einem Gespräch mit Sozialamtsleiterin Susanne Cordts auf eine gemeinsame Weiterführung des Hauses geeinigt.

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Quelle: Julia Vollmer

Wir wollen nach einer Lösung für die Zukunft suchen“, so Tafel-Vorsitzende Edith Franke am Mittwochabend gegenüber den DNN.

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Tafel-Gründerin Edith Franke beim Verkauf der Waren.

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Wie die Zukunft genau aussehen soll, dazu wollte Franke keine Auskunft geben. Die Kündigung der Tafel zum 31. Dezember bleibe vorerst bestehen, bis dahin sei aber noch Zeit, so Franke. Die Sozialamtsleiterin Susanne Cordts war am Mittwochabend für eine Stellungsnahme nicht mehr zu erreichen. Vorher gab es Unstimmigkeiten um die Zukunft des Jugendwohnheimes Lindenhaus.

Während die Stadtverwaltung nach Angaben von Marco Fiedler, persönlicher Referent des Sozialbürgermeisters Martin Seidel (parteilos), davon ausgeht, dass die Tafel Dresden als bisheriger Träger das Haus aufgibt, hält Tafel-Vorsitzende Edith Franke am Lindenhaus fest. „Wir hatten nie die Absicht, das Lindenhaus aufzugeben“, so die Vorsitzende der Dresdner Tafel. Sie habe sich vor einem halben Jahr an die Verwaltung gewandt mit der Bitte, das Lindenhaus stärker als bisher finanziell zu unterstützen, berichtet Franke.

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Sachlage klar. „Uns liegt die Kündigung der Tafel zum 31. Dezember vor. Nach einigem Hin und Her hat die Tafel klargemacht, dass sie so bald als möglich die Betreibung des Lindenhauses als Übergangswohnheim für wohnungslose Jugendliche aufgeben will. Als frühestmöglicher Zeitpunkt ist dies laut gemeinsamen Betreibervertrag zum 31. Dezember 2014 möglich“, so Marco Fiedler. Es sei alles dafür vorbereitet, das Wohnheim wieder ab Jahresende unter die Regie der Stadt aufzunehmen.

 „Ziel der Stadt ist es, das Lindenhaus auch über das Jahr 2014 hinaus, als Übergangswohnheim für junge Wohnungslose zu nutzen“, bekräftigt Fiedler. Das Prozedere für die Rücknahme und Neuausschreibung werde in den nächsten Wochen zwischen Stadt und Dresdner Tafel abgestimmt. Man sei auf der Suche nach einem neuen Betreiber, übergangsweise würde das die Stadt auch selbst übernehmen, sofern in der Kürze der Zeit kein neuer Träger gefunden werde, so Fiedler.

 Die Dresdner Tafel ihrerseits argumentiert aus finanzieller Sicht. So müsse der Verein verstärkt darauf achten, dass die Tafel keine Verluste mache, die Nebenkosten für das Lindenhaus wären stark angestiegen. „Wir bekommen zwar einen Zuschuss pro Jahr von der Stadt, doch das reicht nicht. Wir müssen sehr viel Geld für die Miete, Strom und beispielsweise die Abfallentsorgung zahlen“, so Franke. Neben dem jährlichen Zuschuss der Verwaltung, nach Angaben der Stadt sind das derzeit 21.267 Euro, erhält das Lindenhaus einen Zuschuss pro Bewohner und Nacht. Dieser beträgt derzeit pro Platz und Nacht 11,56 Euro.

Doch genau das ist nach Angaben von Edith Franke der Knackpunkt. Die zwölf verfügbaren Schlafplätze für Jugendliche bis 29 Jahren seien nicht immer besetzt. Da der Zuschuss der Stadt aber nur bei Belegung gezahlt wird, fehlt dem Tafel e.V. oft das Geld. Die Stadt muss das Lindenhaus retten, fordert Michael Schmelich, sozialpolitischer Sprecher der Grünen-Stadtrasfraktion. „Das inakzeptable Agieren von Tafel-Chefin Edith Franke, den Zufluchtsort obdachloser Jugendlicher mit einem Federstrich Ende des Jahres zu schließen, darf nicht zu Lasten der Betroffenen gehen. Im Zweifelsfall muss die Stadt als Träger einspringen“, ist sich Schmelich sicher.

Der Politiker wirft der Tafel-Vorsitzenden außerdem vor, eine Entscheidung zu Lasten der Armen getroffen und die Stadt zu spät informiert zu haben. Die Arbeit des Vereins Tafel e.V. sei von dem „Missmanagement und dem autoritären Führungsstrukturen“ gefährdet. Ein Rücktritt von Edith Franke sei nur noch eine Frage der Zeit. Das Lindenhaus, 1999 gegründet, bietet bedürftigen Jugendlichen bis 29 Jahren einen Platz zum Wohnen und Schlafen. Aus den Lebensmittelbeständen der Tafel werden sie mit Mahlzeiten versorgt. Um die Betreuung der sozialschwachen jungen Erwachsenen kümmern sich Sozialpädagogen.

jv

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