Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 2 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+
Unkaputtbare Laster-Sicherungen: Produkte der Dresdner Firma ECD helfen Saudi-Arabiens Sittenwächtern im Kampf gegen Schmuggler

Unkaputtbare Laster-Sicherungen: Produkte der Dresdner Firma ECD helfen Saudi-Arabiens Sittenwächtern im Kampf gegen Schmuggler

Unkaputtbare elektronische Sicherungstechnik von "Electronic Components Dresden" (ECD) unterstützt Sittenwächter in Saudi- Arabien im Kampf gegen "unislami- sche" Bedrohungen wie Schmuggel von Pornografie und Alkohol: Rund 6000 "Sercam"-Schlösser haben die Saudis bisher bei den Dresdnern gekauft, um ausländische Lasterfahrer daran zu hindern, vom Pfad der Tugend und der Transitstraßen abzukommen.

Blick in einen Leiterplatten-Bestückungsautomaten in der ECD-Produktion: Neben Auftragsarbeiten für andere Unternehmen entwickelt ECD inzwischen zunehmend eigene Produkte. Dabei kommen den Dresdnern jahrelange Erfahrungen zugute, die bis in die Robotron-Zeit zurückreichen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden . Nun will ECD die "Sercam"-GPS-Boxen auch als Diebstahlsicherungen auf dem deutschen Massenmarkt anbieten.

Von Heiko Weckbrodt

"Hier, versuchen Sie mal, die kaputt zu machen", sagt ECD-Entwicklungschef Enrico Dittmeyer und hält dem Besucher ein schwarzes Kunststoffgehäuse hin. Der zerrt und zieht - und nichts passiert. Kein Wunder: Die kaum kinderschuhgroße "Sercam"-Box ist gebaut als Inbegriff deutscher Härte im arabischen Wüstensand. Sie soll Diebe und Schmuggler abhalten und 70 Grad im Schatten widerstehen. Um die Kunden zu überzeugen, sind die ECD-Ingenieure mit Oberklasse-Autos drübergefahren, haben die Box mit dem Hammer malträtiert, schließlich gar einen Vier-Tonnen-Bagger darauf rollen lassen - das Gerät funkte weiter und brach nicht.

"Sercam" war eine Idee der Chemnitzer Firma IBES, die von der ECD zur Serienreife entwickelt wurde und vom Dresdner Prototypenzentrum mit der superharten Schale gepanzert wurde. Der saudische Zoll orderte das Gerät, um den Transitverkehr durch das arabische Königreich zu kontrollieren.

Zentrale überwacht alle Lkws

Das Procedere: An der königlichen Grenze schieben die Wächter die Box aus Sachsen in den Brummi, der dann versiegelt und mit einem elektronischen Schloss gesichert wird, wie ECD-Vertriebsbeauftragter Sebastian Sennewald berichtet. Schloss und Box sind per Funk und Sensoren gekoppelt. Würde der Lasterfahrer unterwegs versuchen, etwa Schnaps für die Moslems abzuladen oder von der genehmigten Route abzuweichen, schlägt die mit einem GPS-Sender ausgestattete Box sofort Alarm - und meldet dies dem zentralen Überwachungszentrum in der Hauptstadt Riad, wo Wächter auf großen Bildschirmen die Bewegungen aller Transit-Brummis im Königreich verfolgen. "Die Technik hätte die Stasi bestimmt auch gern gehabt", meint Dittmeyer.

Und die Saudis verstehen ähnlich wie einst die Stasi keinen Spaß, selbst bei kleinsten Regelverstößen: "Wir haben dort an der Grenze mal einen total versandeten Laster gesehen", erzählt der Chefentwickler. "Der stand da schon zwei Jahre da: Eine Kleinigkeit in den Papieren hatte nicht gestimmt, da musste der Fahrer seinen Lkw abschreiben - pure Willkür, wenn Sie mich fragen."

Inzwischen hat ECD die Technik miniaturisiert und so verfeinert, dass sie auch für den deutschen Massenmarkt geeignet erscheint - ohne königliche Gängelei. Anbieten wollen die Dresdner die Sercam-Boxen privaten Autofahrern, Transportfirmen, Schrotthändlern und anderen, die stets wissen wollen, wo ihr Fahrzeug umherkurvt. Dazu hat ECD der Box neben GPS-Modul und weiterer Elektronik einen Handy-Chip verpasst. Der schickt dem Autohalter eine SMS, wenn der Wagen einen vorher definierbaren "elektronischen Gartenzaun" verlässt, zum Beispiel mit einem Autodieb am Steuer gerade gen Osten rollt.

Kabelschneiden für DDR-Rechner

Dabei kamen den Dresdnern lange Erfahrungen in der Elektronikfertigung zugute: Einst schnitten sie im DDR-Computerkombinat Robotron Datenkabel für Großrechner zusammen, nach der Wende übernahm Siemens diese Sparte. 1997 machten sich die Ex-Robotroner als ECD selbstständig und bauten neben der Kabelkonfektion die Leiterplatten-Bestückung im Kundenauftrag auf. Die Firma wuchs von anfänglich 17 Mitarbeitern in Übigau auf nun 50 Spezialisten im neuen Stammsitz in Gittersee, die im vergangenen Jahr 2,9 Millionen Euro Umsatz realisierten - 31 Prozent mehr als im Jahr 2009.

Ab 2013 plant ECD den Bau einer weiteren, 1,2 Millionen Euro teuren Fertigungshalle. Die soll Kapazitäten für die neuen Eigenprodukt-Linien schaffen, für die Sercam-Sicherungen und für das neue ECD-Geschäftsfeld LED-Leuchtpaneele. "Da sind wir aber noch mitten in der Entwicklung", betont Dittmeyer.

Weitere Infos im Netz: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
28.04.2017 - 20:07 Uhr

2:0 führten die Dresdner in Bochum. Dann kam der VfL. Stefan Schramm hat sich die Leistung der beteiligten Spieler genau angesehen.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.