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Uniklinikum Dresden führt Entfernung einer Leberhälfte erstmals minimal-invasiv durch

Halbiert durch fünf kleine Zugänge Uniklinikum Dresden führt Entfernung einer Leberhälfte erstmals minimal-invasiv durch

„Es ist ein Gefühl, als wäre ich zum zweiten Mal geboren“, sagt Klaus Kraft. Hinter dem 79-Jährigen liegen schwierige Monate. Im Januar die Diagnose: Darmkrebs. Nach der Entfernung des befallenen Abschnitts dann der nächste Schock: Metastasen in der Leber. Auch dank einer OP-Methode, die zum ersten Mal am Dresdner Uniklinikum angewendet wurde, geht es ihm heute wieder gut.

Klaus Kraft mit einem Modell einer Leber. Die Hälfte des Organs wurde dem 79-Jährigen ohne Bauchschnitt entfernt.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. „Es ist ein Gefühl, als wäre ich zum zweiten Mal geboren“, sagt Klaus Kraft. Hinter dem 79-Jährigen liegen schwierige Monate. Im Januar kam die Diagnose: Darmkrebs. Nach der Entfernung des befallenen Abschnitts dann der nächste Schock: Es hatten sich Metastasen in der Leber gebildet. Heute ist Klaus Kraft tumorfrei, seine Chancen stehen sehr gut. Auch dank einer Operationsmethode, die zum ersten Mal am Uniklinikum angewendet wurde.

„Es kommt nicht selten vor, dass Darmkrebspatienten auch Metastasen in der Leber ausbilden, weil hier das gesamte Blut des Magen-Darm-Trakts gefiltert wird. So können Tumorzellen anwachsen“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Wie auch bei Klaus Kraft. Etwa 60 Prozent seiner Leber mussten entfernt werden. Bisher – etwa 120 so genannte Leberresektionen werden jährlich am Uniklinikum durchgeführt – bedeutete das einen Schnitt vom Brustbein bis zum Bauchnabel und von dort rechtwinklig bis zur Höhe des Hüftknochens. Eine Tortur für den Patienten. „Es bereitete mir ein mulmiges Gefühl, dass mir in meinem Alter noch der gesamte Bauch aufgeschnitten wird“, erinnert sich der 79-Jährige.

Das blieb dem Senior aber glücklicherweise erspart. Denn Prof. Weitz und sein Team haben diesen Eingriff erstmals minimal-invasiv durchgeführt. Das bedeutet: Statt eines großen Schnitts benötigte der Operateur lediglich fünf kleine Zugänge, um das Organ zu halbieren. „Diese Methode nutzen wir inzwischen bei fast allen Organen. Da die Leberchirurgie aber wegen der starken Durchblutung wesentlich komplexer ist, haben wir bis jetzt damit gewartet“, so der Klinikdirektor. Zwar dauert eine minimal-invasive Operation länger – in diesem Fall etwa sieben Stunden –, aber die Vorteile überwiegen: Der Patient verliert weniger Blut, seine Komplikationsrate ist geringer und er ist wesentlich schneller wieder auf den Beinen.

Ein Monat ist seit dem Eingriff bei Klaus Kraft vergangen. Dem 79-Jährigen geht es blendend, und das sieht und hört man ihm auch an. Seine Leber ist inzwischen wieder soweit nachgewachsen, um alle nötigen Funktionen wieder ausführen zu können. Probleme hatte der Senior aber ohnehin nicht. „Ich habe vom ersten Tag an alles essen können, ohne Beschwerden. Und Schmerzen hatte ich gar nicht“, erzählt er. Mittlerweile ist er so fit, dass er zwei Stunden auf Pilzsuche gehen kann. „Da ist man natürlich glücklich.“ Nur an die Gartenarbeit lässt ihn seine Frau noch nicht ran. „Da ist sie rigoros. Sie muss mich aber auch bremsen, weil ich mich gesünder fühle, als ich vielleicht bin“, sagt er und schmunzelt.

Von Christin Grödel

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