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Unikliniken Dresden und Leipzig fordern mehr Geld vom Freistaat

Unikliniken Dresden und Leipzig fordern mehr Geld vom Freistaat

Die Unikliniken in Leipzig und Dresden schlagen Alarm. Ihre Forderung: Schluss mit dem Spardruck, das Land müsse mehr Geld zum Erhalt beider Einrichtungen geben.

Der Aufsichtsratschef des Leipziger Universitätsklinikums (UKL), Knut Löschke, spricht Klartext. Wenn der Freistaat sich zwei Universitätskliniken leiste, in Leipzig und in Dresden, müsse es diese auch finanzieren, sagte er den Dresdner Neuesten Nachrichten. Der Freistaat müsse die "besonderen Leistungen mehr honorieren". Denn zusätzlich zur Krankenversorgung kümmerten sich die Unikliniken auch um die medizinische Ausbildung und den wissenschaftlichen Fortschritt.

Dass sie deshalb finanziell besser gestellt werden müssen, unterstreicht auch Wilfried Winzer, kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden. Die Unikliniken gewährleisteten eine Notfallversorgung rund um die Uhr, sie behandelten Menschen mit seltenen Erkrankungen oder besonders schwer kranke Patienten, ohne dass der damit verbundene Aufwand entsprechend vergütet werde. "Unsere Forderungen richten sich hier jedoch an den Bund, der mit einem Systemzuschlag die Sonderrolle der Universitätsmedizin entsprechend würdigen könnte", sagte Winzer den DNN.

Unterstützung erhalten Löschke und Winzer von Antje Hermenau, der Fraktionschefin der Grünen im Landtag. "Die sächsischen Uni-Kliniken teilen das Leid der gesamten sächsischen Hochschullandschaft: Die Grundfinanzierung für Forschung und Lehre muss dringend angehoben werden", fordert Hermenau. Nur so könne genügend medizinischer Nachwuchs ausgebildet und die Ärzteversorgung in Sachsen sichergestellt werden. In der Pflicht sieht Hermenau auch die Kassen. Sie müssten überprüfen, inwieweit die für Unikliniken typischen Hochkostenfälle durch die Fallpauschalen abgedeckt seien.

Dem widerspricht die für Sachsen und Thüringen zuständige AOK Plus: Die Unikliniken hätten eine ausreichende Vergütung. "Neben der Finanzierung der pauschalen Fälle können Krankenhäuser für spezialisierte Leistungen Zusatzentgelte sowie individuelle Pauschalen vereinbaren", sagte AOK-Plus-Sprecherin Hannelore Strobel. Nicht finanziert würden Forschung und Lehre, da dies nicht Aufgabe der Gesetzlichen Krankenversicherung sei. Das dafür verantwortliche sächsische Wissenschaftsministerium äußert zwar Verständnis für die Klagen, hat aber keine Lösung parat und verweist auf Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium. Immerhin: Aus der Sicht des Wissenschafts- und auch des sächsischen Gesundheitsministeriums haben beide Universitätskliniken ihre Berechtigung, um vor allem den Bürgern des Freistaates eine maximale Krankenversorgung bei angemessenen Entfernungen zu bieten.

Leipzigs Uniklinikum rutschte 2013 erstmals seit 2006 in die roten Zahlen. In der Bilanz wurde ein Minus von 7,3 Millionen Euro ausgewiesen. Das Dresdner Uniklinikum verzeichnete ein ausgeglichenes Ergebnis mit einem Reingewinn von 57000 Euro. Allerdings werde auch hier die wirtschaftliche Situation schwieriger, so Vorstand Winzer.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.08.2014

Anita Kecke

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