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Uniklinik Dresden testet Frühwarnsystem für mehr Patientensicherheit

Pilotprojekt Uniklinik Dresden testet Frühwarnsystem für mehr Patientensicherheit

Am Uniklinikum in Dresden werden erstmals die Vitalfunktionen von Patienten einer Normalstation dauerhaft überwacht. Die beiden nicht intensiven Stationen der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) sind mit einem deutschlandweit einzigartigem Frühwarnsystem ausgestattet worden.

Die mobilen Geräte übertragen die Werte der wichtigsten Vitalfunktionen in Intervallen an den Computer.
 

Quelle: CAROLA FRITZSCHE

Dresden.  Am Uniklinikum in Dresden werden erstmals die Vitalfunktionen von Patienten einer Normalstation dauerhaft überwacht. Die beiden nicht intensiven Stationen der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) sind mit einem innovativen und deutschlandweit einzigartigem Frühwarnsystem ausgestattet worden. Damit wird nahtlos an die Arbeit des Uniklinikums aus dem Jahr 2012 angeknüpft, bei der bereits ein innerklinisches Notfallteam und bestimmte Gesundheitskriterien bei der Überprüfung von Patienten zur Verbesserung der Sicherheit etabliert wurden.

Auslöser für ein Umdenken in diesem Bereich war eine Studie aus dem Jahr 2011, wonach in Deutschland nach einer Operation durchschnittlich noch 2,5 Prozent der Patienten während des anschließenden Krankenhausaufenthaltes sterben. Häufige Gründe sind Sepsen, multiresistente Keime und Herz- oder Kreislaufprobleme. „Das ist noch viel zu viel. Es gibt Symptome, die darauf hinweisen. Deshalb haben wir ein Frühwarnsystem entwickelt und können handeln, bevor es zu lebensbedrohlichen Zuständen kommt“, so Prof. Jürgen Weitz, Direktor der VTG. Unter anderem werden Herzschlag, Atmung, Kreislauf und neurologische Faktoren gemessen. „Auch der Gesamtzustand wird auf einer Skala erfasst“, erklärt Prof. Axel Heller, der das Projekt seit vier Jahren betreut.

Dank einer Forschungsvereinbarung sind seit Ende Juni auch mobile Geräte auf beiden VTG-Stationen im Einsatz, die von Philips entworfen und kostenfrei für die Forschung zur Verfügung gestellt wurden. Bei den täglichen Visiten kontrollieren die Pfleger und Ärzte die entsprechenden Kriterien mit einem dieser Geräte. Dieses überträgt die Werte dann per WLAN an eine Rechenzentrale. Auf Monitoren, die beispielsweise in Gängen, im Schwesternzimmer und am Stationsempfang aufgebaut sind, können alle Stationspatienten auf einen Blick überwacht werden.

Für jeden gemessenen Wert werden durch ein Computerprogramm Punkte von null bis drei vergeben – null Punkte bedeutet alles ist in Ordnung, während drei Punkte höchsten Alarm bedeuten. Die Gesamtpunktzahl aller gemessenen Werte des Patienten leuchtet in grünen, gelben oder roten Punkten auf dem Monitor auf. „Wir können so viel effektiver erkennen, ob es den Patienten schlechter geht und schneller reagieren“, sagt Gritta Jahn, Stationsleiterin der VTG-Station I. An Patienten mit einem Gesamtpunktewert ab fünf werden mobile Einzelgeräte direkt angeschlossen. Diese ähneln einer Blutdruck- oder Handgelenksmanschette und übertragen die Messdaten in regelmäßigen Intervallen. Je Station gibt es vier solcher Geräte. „Laut unserer Erfahrung reicht das vorerst aus“, so Prof. Weitz.

Ein Jahr lang soll mit dem Pilotprojekt die Wirksamkeit dieser Überwachungsmethode überprüft werden. „Wir messen derzeit so ziemlich alles und werden dann herausfiltern, was wirklich wichtig ist“, so Prof. Heller. Und bereits jetzt hat sich das Projekt schon ausgezahlt: Das Festlegen von Überwachungskriterien und das Absenken der Alarmierungsschwelle hat in den vergangenen Jahren die Überlebensrate nach lebensbedrohlichen Situationen am Uniklinikum auf das Dreifache des deutschen Durchschnittswertes gebracht – das bedeutet bundesweit Platz eins unter allen Kliniken bei diesem Wert

Von Sebastian Burkhardt

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