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Umfrage. 80 Prozent der Dresdner sehen ihre Lage positiv

Umfrage. 80 Prozent der Dresdner sehen ihre Lage positiv

Die Dresdner sind so optimistisch wie seit Jahren nicht mehr: 80 Prozent schätzen ihre eigene wirtschaftliche Lage als "sehr gut" oder "eher gut" ein - im Herbst 2008 kamen hingegen "nur" zwei Drittel der Dresdner zu diesem positiven Urteil.

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Quelle: Martin Förster

Das geht aus repräsentativen Umfragen des TU-Instituts für Kommunikationswissenschaft im Auftrag der "Dresdner Neuesten Nachrichten" hervor.

Bemerkenswert ist indes die Schere, die sich aus Sicht der Dresdner zwischen lokaler und Weltlage auftut: Während die Befragten die Situation in ihrer Stadt mit übergroßer Mehrheit positiv beurteilen, schmilzt das Lager der Optimisten mit wachsender Distanz zu den Geschehnissen: Die sächsische Wirtschaftslage beurteilen lediglich 77 Prozent der Befragten als "sehr gut" oder "eher gut", die deutsche Ökonomie immerhin noch 65 Prozent. Aber eine Ebene höher kippt die Stimmung dann ganz: Europa sieht eine deutliche Mehrheit von 71 Prozent der Dresdner derzeit in einer schlechten wirtschaftlichen Verfassung, die Weltwirtschaftslage bewerten 61 Prozent düster.

All dies mögen zwar nur rein subjektive Einschätzungen sein, die sich nicht zwingend immer mit den harten Zahlen vereinbaren lassen - wie bereits berichtet, rechnen die meisten Ökonomen in diesem Jahr mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum in Deutschland als in Sachsen. Aber das Stimmungsbarometer zeigt auch: Das oft bemühte Klischee vom Jammer-Ossi, der ständig über seine schlechte Lage barmt, trifft für die Dresdner kaum zu.

Auch mag bei näherer Überlegung kaum verwundern, dass die Menschen hier so deutlich von einer guten persönlichen Situation ausgehen, aber mehrheitlich für Europa schwarz sehen: In den Medien prägen vor allem Schuldenkrise, Euro-Probleme und Jugendarbeitslosigkeit die Berichte über den EU-Raum, während umgekehrt viele Dresdner in den Aufschwungjahren nach der Chip- und der Weltwirtschafts-Krise neue Jobs gefunden haben, die Geburtenraten steigen und die Arbeitslosenquoten fallen.

Nachgefragt sind am Dresdner Arbeitsmarkt derzeit allerdings vorrangig Fachkräfte. Vor allem die technologielastige Industrie und die aufstrebenden Forschungsinstitute fragen nach Ingenieuren, Mechatronikern, Physikern und ähnlich anspruchsvoll Qualifizierten.

Dass diese am meisten vom Aufschwung in Dresden profitiert haben, spiegelt sich auch in den Umfragewerten: So schätzen satte 87 Prozent der Befragten mit Abitur ihre wirtschaftliche Lage als "eher gut" oder "sehr gut" ein, unter den Dresdnern mit Hauptschulabschluss kamen hingegen nur 68 Prozent zu diesem Urteil.

Macht man eine wirtschaftlich stabile persönliche Lage an Arbeit fest, so haben die Dresdner vorerst auch weiter allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen: "Die Situation in der Dresdner Wirtschaftsregion lässt die Hoffnung zu, dass auch in den nächsten ein bis zwei Monaten mit sinkenden Arbeitslosenzahlen zu rechnen sein wird, wenn auch nicht mehr so dynamisch wie im vergangenen Jahr," erklärte der Dresdner Arbeitsagentur-Direktor Thomas Wünsche dieser Tage.

Allerdings gibt es auch Wolken am Konjunkturhimmel: Sowohl Handwerker wie auch Industrieunternehmen gaben in den jüngsten Stimmungsumfragen ihrer Kammern eher verhalten positive Prognosen ab. "Es mehren sich die Anzeichen, dass die Stimmung kippen könnte", hieß es erst kürzlich von der Handwerkskammer Dresden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.06.2013

Heiko Weckbrodt

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