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Umbau schafft Platz für Narrenhäusel

Augustusbrücke Dresden Umbau schafft Platz für Narrenhäusel

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain ist gerade eine Woche im Amt. Doch schon jetzt kann der Grünen-Politiker ein Gespür dafür entwickeln, wie die Dresdner ticken. Vor allem wenn es um historische Bauwerke geht.

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1900 wurde die Augustusbrücke verbreitert. Da stand das Narrenhäusel schon, ein Wiederaufbau würde in die Fahrbahn ragen. Die Stadt plant am Brückenkopf Veränderungen, das Haus von Hofnarr Fröhlich ist aber noch nicht dabei.

Quelle: Archiv/GHND/arte4d

Dresden. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain ist gerade eine Woche im Amt. Doch schon jetzt kann der Grünen-Politiker ein Gespür dafür entwickeln, wie die Dresdner ticken. Vor allem wenn es um historische Bauwerke geht. Die Gesellschaft Historischer Neumark sammelt gerade Unterschriften für den Wiederaufbau des Narrenhäusels und parallel dazu berät der Stadtrat die bauliche Zukunft der Inneren Neustadt beim Neustädter Markt - einschließlich Umbauten am Brückenkopf der Augustusbrücke. Ein Schnellschuss zum Narrenhäusel ist vom neuen Baubürgermeister nicht zu erwarten.

Sein Vorgänger Jörn Marx (CDU) hat noch die Planung der Stadt für die Sanierung der Brückenrampe der Augustusbrücke erarbeiten lassen, die Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) jetzt für die Diskussion in den Gremien und im Stadtrat vorgelegt hat. 3,64 Millionen Euro werden dafür veranschlagt.

Ausgangspunkt sind verschiedene vorliegende Beschlüsse des Stadtrats. Das betrifft die Beseitigung von Hochwasserschäden an der Augustusbrücke, die Schaffung eines Übergangs vom Neustädter Markt zur Brücke und die Verfüllung des bisherigen Fußgängertunnels sowie die perspektivische Sperrung der Brücke für den individuellen Autoverkehr.

Jetzt soll die Situation für Fußgänger und Radfahrer in diesem Bereich verbessert werden. Auf der Brückenrampe sind dazu beidseitig barrierefreie Straßenbahnhaltestellen vorgesehen. Sie sollen aus denkmalpflegerischen Gründen soweit wie möglich vom Blockhaus in Richtung Altstadt verschoben werden. Die Barrierefreiheit müsse sich daher auch auf die vorderen Einstiege beschränken, Unterstände für wartende Fahrgäste sind nicht vorgesehen.

Für eine bessere Anbindung an den Elbradweg hat die Verwaltung barrierefreie Anschlüsse für Fußgänger und Radfahrer auf beiden Seiten der Brücke untersucht. Während westlich des Blockhauses eine Rampenlösung (statt jetziger Treppe) auf städtischem Grund möglich ist, wurden für die andere Brückenseite alle Varianten verworfen. Dort sei es nicht gelungen, einen möglichen barrierefreien Zugang zum Elbradweg mit den "besonderen bau- und gartenbaudenkmalpflegerischen Schutzgütern" unter einen Hut zu bekommen. Die Stadt will jedoch nicht locker lassen: "Diese Position sollte in Bezug auf die Teilhabe von mobilitätseingeschränkten Personen hinterfragt werden", heißt es in der Vorlage. Von den Gesamtkosten entfallen auf die Stadt etwa eine Million Euro, rund 2,6 Millionen Euro veranschlagt die Stadt für den Gleisbau der DVB. Die Finanzierung soll dem Stadtrat gesondert präsentiert werden.

Besonders interessant für die Fans des Narrenhäusels sind geplante Veränderungen an der Brücke selbst: Die Fahrbahn soll im Rampenbereich bis zur Meißner Landstraße schmaler werden. Damit würde Platz für das Narrenhäusel geschaffen, das bis zur Zerstörung in die Brückenrampe hineinragte. "Die bestehende Straßenraumgestaltung der Neustädter Brückenrampe steht einem möglichen Wiederaufbau des Narrenhäusels entgegen", erklärte Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain auf DNN-Anfrage. Das würde sich ändern, wenn der Stadtrat die Sanierungspläne für die Brückenrampe beschließt.

Schmidt-Lamontain geht es jedoch um mehr. "Neben der besonders exponierten Lage in der Inneren Neustadt und gegenüber der historischen Altstadt ist der Standort silhouetteprägend für Dresden und eine einmalige Entwicklungsoption für eine repräsentative Nutzung in der Kunst- und Kulturmetropole Dresden", betonte er. Es bestehe ein großes öffentliches Interesse an einer hochwertigen Entwicklung der gesamten Fläche zwischen Blockhaus und Finanzministerium, funktional und städtebaulich-gestalterisch.

Hier kommt der Rahmenplan für die Innere Neustadt ins Spiel, dessen Entwurf aus der Verwaltung kürzlich im Bauausschuss erstmals beraten wurde. Der Rahmenplan zielt stark auf die Verkehrsplanung, heißt es beim Baubürgermeister. Die Stadt reagiere damit auf die Signale der Bürger, denen die derzeitige Gestaltung in diesem Bereich zu stark trennend ist. Die Stadt schlägt deshalb für die Große Meißner Straße/Köpckestraße eine leichtere Querungsmöglichkeit vor und verlegt die Straßenbahnhaltestelle auf den Brückenkopf. Das Narrenhäusel ist in diesem Plan noch nicht enthalten. Letztlich liegt die Entscheidung beim Stadtrat. Bis dahin wird die Neumarkt-Gesellschaft weiter für ihre Pläne trommeln. In dieser Woche sammelt sie Unterschriften in der Altmarkt-Galerie und auch im Internet können die Dresdner für das Narrenhäusel stimmen unter www.neumarkt-dresden.de - mehr als 1000 Unterstützer gibt es dort schon.

Ingolf Pleil

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Wiederaufbau-Projekt

Ächzen und Stöhnen am Freitagvormittag im Pavillon der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHNM). Mehrere Männer brauchte es, um historischen Bauschmuck des Narrenhäusels zu präsentieren.

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