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Ulrike Hecker hat im Adipositaszentrum am Krankenhaus Neustadt 50 Kilo Gewicht verloren

Ulrike Hecker hat im Adipositaszentrum am Krankenhaus Neustadt 50 Kilo Gewicht verloren

Ulrike Hecker kämpfte jahrzehntelang mit ihrem Übergewicht. Zahlreiche Diäten sollten eine schlankere Silhouette zaubern. Vergeblich. Schleichend nahm sie immer weiter zu.

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Eine selbstbewusste Frau und ihre Ärztin: Ulrike Hecker (l.) und Dr. med. Miriam Dreßler.

Quelle: Anja Schneider

Schließlich wog sie 127 Kilogramm. Das war 2011, das Jahr, in dem sie sich entschloss, etwas an ihrem Leben zu ändern. Sie holte sich Hilfe im Adipositaszentrum am Städtischen Klinikum Dresden-Neustadt, das im gleichen Jahr als erstes Kompetenzzentrum Sachsens zertifiziert worden war. "Es war meine letzte Rettung", sagt Ulrike Hecker.

Heute ist die 51-Jährige kaum wiederzuerkennen, sie hat in den vergangenen vier Jahren 50 Kilogramm verloren. Ein langer Weg liegt hinter hier. "Als Frau Hecker zu uns kam, hatte sie einen BMI von 45. Hier sprechen wir von einem Adipositas-Grad 2", erklärt Dr. med. Miriam Dreßler, Leiterin des Adipositaszentrums, die in der nächsten Ausgabe des Magazins Focus in die Liste der TOP-Mediziner aufgenommen wird. Bis zum einem BMI (Body-Mass-Index) von 35 setzen die Experten auf eine konservative Behandlung, die eine Ernährungsberatung von mindestens sechs Monaten, Ausdauersport zwei Mal wöchentlich und, wenn nötig, eine Verhaltenstherapie kombiniert. "Es gibt viele Gründe für Übergewicht. Der Verlust der Arbeit zum Beispiel und der damit verbundene soziale Abstieg. Nur dem Betroffenen die Schuld zu geben, ist wenig zielführend", sagt Dr. Dreßler.

Bei einem BMI, der über 35 liegt, oder bei gleichzeitig auftretenden Nebenerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzrhythmusstörungen muss sich der Patient einer Operation unterziehen. Er erhält ein Magenband, einen Schlauchmagen oder einen Magenbypass, um die aufnehmbare Essensmenge zu reduzieren oder sie schlechter verwertbar zu machen und dem Körper damit weniger Energie zuzuführen.

Auch Ulrike Hecker erhielt im März 2012 einen Schlauchmagen, d.h. ihr Magenvolumen wurde deutlich verkleinert und sie konnte nur noch kleine Portionen zu sich nehmen. Bereits im ersten Dreiviertel Jahr nach der OP nahm sie - auch dank eines Kraft- und Ausdauertrainings, das sie noch immer zwei Mal pro Woche absolviert - 35 Kilogramm ab. Nach insgesamt eineinhalb Jahren waren 50 Kilogramm runter. Es folgte eine straffende Operation an der Bauchdecke wie bei den meisten Patienten, die viel Gewicht verlieren. "Die Haut bildet sich in den seltensten Fällen zurück. Auch junge Frauen brauchen zumeist eine plastische Korrektur", weiß die Oberärztin.

Ulrike Hecker, die als Pflegedienstleiterin arbeitet, hat sich durch die Behandlung im Adipositaszentrum nicht nur körperlich verändert. "Ich war auch vorher kein Mauerblümchen, aber ich habe gelitten unter meinem Gewicht. Ich habe oft dumme Kommentare gehört, von allen Altersschichten. Jetzt habe ich ein neues Selbstwertgefühl gewonnen und fühle mich nicht mehr hässlich", sagt die 51-Jährige. Zum ersten Mal in ihrem Leben könne sie sich als Frau annehmen, weite Oberteile und Hosen hat sie gegen enge Shirts und kurze Röcke getauscht. Ohne die Hilfe von Dr. Dreßler und ihrem Team hätte sie es nicht geschafft, sagt sie.

Deren Hilfe nimmt sie auch heute noch in Anspruch. Ein Mal im Jahr geht sie zur Nachsorge, außerdem besucht sie weiterhin die Selbsthilfegruppe der Klinik. Der richtige Weg, wie Dr. Dreßler erklärt: "Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die bestehen bleibt. Mit einer OP beseitigen wir nicht die Ursachen für Übergewicht. Eine nachhaltige Betreuung ist deshalb das A und O."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.05.2015

Christin Grödel

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