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Übigauer Bürger wollen Blockade vor Flüchtlingsunterkunft aufrecht erhalten

Dresden-Übigau Übigauer Bürger wollen Blockade vor Flüchtlingsunterkunft aufrecht erhalten

Die Turnhalle auf der Thäterstraße in Dresden-Übigau wird dringend für Flüchtlinge gebraucht und soll in jedem Fall auch genutzt werden. Mit dieser klaren Botschaft war der Pieschener Ortsamtsleiter Christian Wintrich am Mittwoch zu den Blockierern gekommen.

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Quelle: DNN

Dresden. Die Turnhalle auf der Thäterstraße in Dresden-Übigau wird dringend für Flüchtlinge gebraucht und soll in jedem Fall auch genutzt werden. Mit dieser klaren Botschaft war der Pieschener Ortsamtsleiter Christian Wintrich am Mittwoch zu den Blockierern gekommen. Seit etwa drei Wochen scharen sich Anwohner aus Übigau um den selbsternannten „Revolutionsführer Tom“ und harren in einem Zelt vor der Turnhalle aus. Wer die Halle betreten will, muss an dem Zelt vorbei.

Offiziell geht es den Anwohnern der Initiative „Wir sind Übigau“ darum, dass die Flüchtlinge aus Sicherheitsgründen nicht in der Turnhalle untergebracht werden sollen. „Die Halle ist nicht nutzbar, der Boden schimmelt und das Dach hat Löcher, durch die der Regen hereintropft“, so Tom, der weder seinen Nachnamen noch sein Alter verraten will. Außerdem fehle ein Sicherheitskonzept der Stadt für die Anwohner, beschwert er sich lautstark bei Ortsamtsleiter Wintrich.

Doch mit anderen Äußerungen entlarven sich der selbsternannten Revolutionsführer und einige seiner Mitstreiter selbst. „Hier wohnen Kinder und Senioren und wir sehen ja, was vor den anderen Asylunterkünfte passiert!“, ist nur ein Satz, der offenbart, dass es Einigen keineswegs um das Wohl der Asylbewerber geht. Die Blockade vor der Turnhalle wolle man auf unbestimmte Zeit aufrecht erhalten, so Tom. Sollte die Stadtverwaltung die angekündigte Räumung vollstrecken, kündigte er eine „Mobilisierung von Kräften“ an, um sich gegen die Räumung zu wehren.

Ortsamtsleiter Wintrich konnte nach einer Vor-Ort-Begehung die Bedenken der Bürgerinitiative hinsichtlich der Turnhalle nicht teilen. „Die Halle ist in Anbetracht ihres Alters in einem guten Zustand. Es müssen aber noch Arbeiten am Dach ausgeführt und Betten für die Flüchtlinge aufgestellt werden“, so Wintrich.  Am Mittwoch führte Wintrich Vertreter mehrerer Dresdner Medien durch die Halle, um die Halle selbst in Augenschein zu nehmen. Größere Schäden waren dabei nicht zu bemerken.

Am 1. Oktober hatte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bekannt gegeben, dass die Stadt vier Turnhallen, in denen alle samt kein Schulsport stattfindet für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden müssen. Auf der Thäterstraße sollten 59 Menschen einziehen. Noch am gleichen Abend begann die Blockade. Zu den ersten Demonstranten vor Ort gehörte auch die gescheiterte Pegida-OB-Kandidatin Tatjana Festerling.

Die Stimmung in Übigau ist seither angespannt. Journalisten vor Ort wurden mehrfach bedroht. Ein in der Nähe liegendes linkes Wohnprojekt wurde mehrfach angegriffen. Am Sonntag kam es zudem zu einem Angriff auf das Zelt der Blockierer. Ein Mann wurde verletzt.

Kürzlich hatten Vertreter von "Wir sind Übigau" im Rathaus rund 60 Unterschriften gegen die Nutzung der Sporthalle als Asylberwerberunterkunft abgegeben. Der CDU-Stadtrat Veit Böhm hat mit Vertretern der Initiative verhandelt. Vor wenigen Tagen gab es in einem Schulungsraum im Stützpunkt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Klingerstraße ein Gespräch zwischen Vertretern von "Wir sind Übigau" und den asylberwerberfreundlichen Initiativen "Übigau sagt Willkommen" und "Pieschen für alle". Das teilte jetzt Anja Osiander mit, die Sprecherin von Pieschen für alle. Als Alternative würden die drei Initiativen Räume in ihrem Tagungsort vorschlagen: Im Stützpunkt des DRK zwei Straßen weiter seien die Kapazitäten vorhanden. Der Alternativvorschlag der drei Bürgerinitiativen hat einen kleinen Schönheitsfehler: "Wir wissen nichts von diesen Plänen. Mit uns wurden sie nicht abgesprochen", erklärte Ulrike Peter, Sprecherin des DRK-Kreisverbandes, auf Anfrage der DNN.

DNN

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Übigau

Nach mehreren Wochen des Abwartens hat die Dresdner Polizei am Donnerstagmorgen die Blockade von Anwohnern vor der Turnhalle Thäterstraße in Übigau geräumt. Ein Großaufgebot der Polizei machte den Zugang zu der Halle frei. Nur wenig später trafen bereits die ersten Flüchtlinge ein.

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