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Überwachung der Neustadt per Kamera eingestellt

Keine Videoüberwachung mehr Überwachung der Neustadt per Kamera eingestellt

Mehr Polizei, mehr Videoüberwachung, mehr Sicherheit: Ganz Deutschland diskutiert seit den Anschlägen in Paris darüber, ob und wie öffentliche Plätze besser kontrolliert werden können. In Dresden passiert das Gegenteil.

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Das Auge des Gesetzes wacht in der Neustadt nicht mehr per Kamera.

Quelle: Archiv

Dresden. Mehr Polizei, mehr Videoüberwachung, mehr Sicherheit: Ganz Deutschland diskutiert seit den Anschlägen in Paris darüber, ob und wie öffentliche Plätze besser kontrolliert werden können. In Dresden passiert das Gegenteil. Die Polizei rüstet ab und verzichtet künftig ganz auf Videoüberwachung in der Landeshauptstadt. Auch, wenn die Umgestaltung des Scheune-Vorplatzes an der Alaunstraße abgeschlossen ist, soll die vor etwa einem Jahr zerstörte Kamera nicht wiederkommen, haben die Verantwortlichen in der "Schießgasse" entschieden.

Das Aus kam nach knapp acht Jahren. Diesem Beschluss sei eine Abwägung vorausgegangen, berichtete Polizeisprecher Thomas Geithner auf DNN-Anfrage. Auf der einen Seite stand dabei die Frage danach, ob die Kamera wirklich nötig ist, auf der anderen die Kosten für eine neue Videoanlage. Das Ergebnis: Die dafür nötigen 40 000 Euro will die Polizei lieber an anderer Stelle ausgeben, es kommt keine neue Kamera. "Aktuell" jedenfalls nicht, so Geithner.

Ob es langfristig dabei bleibt, ist offen. Zunächst sieht es aber nach Entspannung vor der "Scheune" aus. Mittlerweile ist auch ein Ende des sogenannten Alkoholverbots in der Neustadt im Gespräch. Die entsprechende Verordnung wurde im April 2007 eingeführt, knapp ein Jahr vor der Montage der Überwachungskamera. Sie besagt, dass in den Nächten zum Sonnabend und zum Sonntag in der Äußeren Neustadt jeweils zwischen 22 und 5 Uhr keine alkoholischen Getränke im Straßenverkauf abgegeben werden dürfen. Die Regelung gilt für das Karree zwischen Bautzner Straße und Bischofsweg sowie Königsbrücker Straße und Prießnitzstraße. Das Ergebnis: Im Konsum auf der Alaunstraße und anderen Geschäften herrscht an diesen Abenden kurz vor 22 Uhr ein regelrechter Ansturm. Neustädter und Gäste des Szeneviertels in Feierlaune kaufen Bier - gern auch mal gleich kistenweise.

Die Überwachungskamera am Haus Nummer 33 auf der Alaunstraße wurde Anfang Februar 2008 gemeinsam vom damaligen Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) und Polizeipräsident Dieter Hanitsch in Betrieb genommen. Zur großen, schwenkbaren Zoomkamera gehörte noch eine kleine, fest installierte Kamera, die das gesamte Überwachungsgebiet auf einmal einfing. Die Bilder wurden im damaligen Polizeirevier Nord zwischen Böhmischer Straße und Bautzner Straße ausgewertet.

Gegner der Überwachungstechnik protestierten mehrfach gegen die Kameras. Am 23. Oktober des vergangenen Jahres nutzten Unbekannte ein Baugerüst, um zu den Kameras zu klettern. Einer der Täter, ein schwarz gekleideter Mann mit Gesichtsmaske, zerstörte das Gerät anschließend mit einem Hammer. Sein Komplize machte ihm danach den Fluchtweg mit Reizgas frei, als sich dem Duo zwei Zeugen in den Weg stellten.

Christoph Springer

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