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Überlebende des 13. Februar 1945 treffen sich in der Dresdner Dreikönigskirche

Überlebende des 13. Februar 1945 treffen sich in der Dresdner Dreikönigskirche

Hans-Gerd Beese hat keine Erinnerung an die Angriffe vom 13. und 14. Februar 1945. An jenen Tagen, als Dresden im Bombenhagel unterging, war er erst elf Monate alt.

Dresden . Von christoph stephan

Und dennoch musste Beese gestern wieder mit den Tränen kämpfen, als er sich ausmalte, was er nur aus Erzählungen seiner Mutter weiß. Wie er als Baby im zerstörten Elternhaus an der Wiener Straße unter den Trümmern verschüttet lag und trotzdem überlebte. Wie seine Mutter und seine Großmutter ihr Leben aufs Spiel setzten, um "dieses kleine Bündel" aus den Ruinen zu bergen.

"Ich bin einfach nur dankbar, dass ich lebe", sagt Beese. Noch als Kind ist er zwar mit seiner Familie nach Hannover gegangen, doch den 13. Februar verbringt er traditionell in Dresden. So auch gestern. Beim "Achten Treffen der Überlebenden des 13. Februar 1945" in der Dreikönigskirche erzählte Beese seine ganz persönliche Geschichte den fast 100 Anwesenden. Und umgekehrt.

Im Saal saß auch Gerda Stender. Die 73-Jährige war zum Zeitpunkt des Angriffs sechs Jahre alt und weiß noch genau, wie sie am 14. Februar aus der Wohnung in der Rosenstraße in Richtung Freital flüchtete - mit rauchigen Kleidern und entzündeten Augen. "Wir hatten Glück. Kurz vor der Bombardierung machte eine Frau im Keller Wäsche. So hatten wir einen Bottich mit Wasser, in dem wir Decken eintränken konnten. Das rettete uns das Leben, denn der Funkenflug und die Hitze waren enorm."

Bei Georg Frank haben sich andere Details dieser schlimmen Stunden ins Gedächtnis eingebrannt: "Im Keller unseres Hauses an der Dürerstraße vibrierte immer, wenn in der Nähe eine Bombe einschlug, die Decke. Dann rieselte Putz heraus, begleitet von dem ständig lauter werdenden Pfeifen der Luftminen und dem Weinen der Kinder. Als wir uns am nächsten Tag bis zum Auffanglager nach Weißig durchschlugen, besaßen wir nur noch das, was wir am Leib trugen, als wir im Keller Zuflucht suchten", erzählt Frank.

Das Haus von Inge Böttchers Eltern am Bischofsweg wurde nicht vollständig ausgebombt. Die 82-Jährige war damals 15, später Trümmerfrau und erklärt sich selbst einen Teil ihres damaligen Verhaltens mit jugendlicher Unverfrorenheit. "Zum Beispiel lag unter dem Bett meines Vaters eine Stabbrandbombe. Da nahmen mein Bruder und ich eine Schaufel, legten die Bombe darauf und brachten sie eigenhändig übers Treppenhaus in den Hof. Irgendwie sah ich das Ganze in meinem Alter nicht so verbissen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.02.2012

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