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Überarbeitung: Edeka zieht Projekt mit früherem DVB-Hochhaus zurück

Überarbeitung: Edeka zieht Projekt mit früherem DVB-Hochhaus zurück

Edeka hat die Reißleine gezogen. Drei Tage vor der entscheidenden Sitzung des Stadtrats zum Hochhausprojekt am Albertplatz hat das Unternehmen einen Rückzieher gemacht.

Von Christoph Springer und Ralf Redemund

Per E-Mail teilten die Verantwortlichen der Edeka Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen der Verwaltungsspitze am Montag mit, dass sie ihre Vorlage von der Tagesordnung der Stadtratssitzung am morgigen Donnerstag zurückziehen. Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Baubürgermeister Jörn Marx (beide CDU) erhielten die E-Mail. Die Stadträte indes erfuhren gestern durch Mund-zu-Mund-Propaganda von dieser Entscheidung.

Der Ortsbeirat Neustadt hatte die aktuellen Edeka-Pläne Anfang Mai in einer Sondersitzung behandelt und abgelehnt. Auch der Wirtschaftsausschuss des Stadtrates stimmte gegen das Edeka-Vorhaben. Nur der federführende Bauausschuss gab Edeka mit knapper Mehrheit grünes Licht. Danach soll am Albertplatz das DVB-Hochhaus saniert werden und auf den freien Flächen daneben ein Einkaufszentrum mit 7000 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Hinter diesem Projekt stehen Edeka und die DresdenBau und Projektierungs GmbH. "Zu viel", monierte der Ortsbeirat, der im Juni 2011 einem ähnlichen Projekt mit 4500 Quadratmetern Ladenfläche zugestimmt hatte. Dieses Projekt hatte die Edeka allein angeschoben.

Zitterpartie im Stadtrat

Zuletzt sah es nach einer Zitterpartie im Stadtrat aus. Uneins waren sich unter anderem die Mitglieder der Bürgerfraktion, ebenso gab es bei den Grünen kein eindeutiges Stimmungsbild. Deshalb wollte DresdenBau-Chefin Regine Töberich gemeinsam mit Toni Kunze, dem Edeka-Immobilienregionalleiter für Dresden, gestern noch einmal für das aktuelle Projekt werben. Aus dem Termin wurde jedoch nichts nach dem Rückzieher von Edeka.

"Edeka ist kein verlässlicher Partner und schadet Dresden erneut massiv", polterte daraufhin Patrick Schreiber, der Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Neustadt ist und für die CDU im sächsischen Landtag sitzt. Die Grünen im Stadtrat wurden von der Entscheidung überrascht, hatten sie sich doch auf das Treffen mit Regine Töberich und Toni Kunze eingestellt.

Kunze meldete sich nicht zu Wort, von Edeka aus dem unterfränkischen Rottendorf hieß es aber, die "erheblichen Bedenken und die Änderungsvorschläge" würden nun "nochmals gemeinsam geprüft". Das könne durchaus bis nach der Sommerpause des Dresdner Stadtrats dauern, räumte der Dresdner Projektentwickler Stephan Rudolph ein, der im Edeka-Auftrag für das kleinere und im Ortsbeirat erfolgreiche Projekt des Unternehmens in die Bütt gegangen war. Rudolph weiter: "Es hätte kommerzielle Konsequenzen für die DresdenBau, wenn man weniger Verkaufsfläche erzielen würde." Im Klartext heißt das: Kann das Unternehmen nicht mit 7000 Quadratmetern Verkaufsfläche am Albertplatz planen, hat vor allem Regine Töberich das Nachsehen.

Handelsverbände gegen Globus

Die schimpfte gestern heftig auf die Edeka. Der Rückzieher sei unseriös, Edeka unberechenbar und auch die Stadtverwaltung, die die Planer "wirklich enorm unterstützt hat", sei an der Nase herumgeführt worden. Die Stadt wiederum teilte auf DNN-Anfrage mit, dass Edeka versichert habe, weiter intensiv an der Entwicklung des Albertplatzes einschließlich der Sanierung des denkmalgeschützten Hochhauses zu arbeiten. Edeka nehme die Kritik der vergangenen Wochen ernst. Es werde Änderungen am Konzept geben. Dafür brauche Edeka ausreichend Zeit, habe deshalb zeitgleich mit der DresdenBau gebeten, das Thema von der Tagesordnung des Rates zu nehmen.

Dass der Stadtrat morgen dennoch über das Globus-Projekt auf dem Gelände des alten Leipziger Bahnhofs entscheidet, gibt dem Geschehen besondere Brisanz. Schließlich hieß es von Edeka, diese Globus-Ansiedlung bedeute das Aus für die eigenen Albertplatz-Pläne. Bei Stephan Rudolph klang das indes gestern ganz anders: "Dass das passiert, ist eher unwahrscheinlich", sagte er. Schließlich habe Edeka mittlerweile mehr als eine Million Euro in das Projekt in der Dresdner Neustadt investiert.

Unterdessen erneuerten der Handelsverband Sachsen, die Industrie- und Handelskammer, das City Management sowie die Gewerbevereine in Pieschen und Neustadt ihre Kritik an dem Globus-Plan mit 12 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Der Einzelhandel leide darunter, der Verkehr mitsamt Schadstoffen nehme zu sehr zu.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.05.2012

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