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USD verlängert Mietvertrag: Dresdner Herbergsschiff darf im Neustädter Hafen bleiben

USD verlängert Mietvertrag: Dresdner Herbergsschiff darf im Neustädter Hafen bleiben

Die Zukunft der Dresdner Hafencity steht noch immer in den Sternen. Doch eines ist jetzt klar: Das Herbergsschiff "Pöppelmann" darf vorerst bleiben.

Das Immobilienunternehmen "Unser schönes Dresden" (USD) hat dem Herbergsschiff den Mietvertrag verlängert. Das bestätigte USD-Sprecher Ulf Mehner: "Bis auf weiteres dulden wir das Herbergsschiff auf unbestimmte Zeit."

Nach Monaten großer Unsicherheit haben die Eigentümer der alten "Koje" nun endlich Planungssicherheit, um den Hotelbetrieb auf dem über 50 Jahre alten Schiff so richtig auf Vordermann zu bringen. "Das Schiff hat ein Riesenpotenzial", sagte Leiterin Anne Simon. Besonders für Gruppenreisende sei die originelle Unterkunft optimal. "Wir wollen die Herberge zum gemütlichen Geheimtipp direkt an der Elbe entwickeln", sagte Simon. Für dieses Vorhaben wurde die junge Frau von Eigentümerin Svetlana Sapsaj engagiert. Seit vier Wochen wirbelt sie nun auf Hochtouren. Hat das Frühstück verbessert, den Essensraum umgestaltet. Sie ist durch die Zimmer gefegt und hat sich eine neue Gestaltung überlegt. Es gibt jetzt zwei Suiten - die einzigen Zimmer mit eigenem Bad. Das Herbergsschiff will gemütlicher werden, weg vom alten Image als "Schrottimmobilie" hin zur romantischen Dresdner Geheimtipp-Option.

Atmosphäre versprüht die alte "Koje" allemal. Idyllisch im Neustädter Hafen gelegen, ist eine Übernachtung in dem 1963 erbauten Schaufelraddampfer auch ein Erlebnis in der Naturlandschaft Elbe. Hier sieht man Otter sich paaren, Fische springen. Im Sommer zirpen Grillen, im Winter gibt es Eisschollen. Die Stadt jedenfalls scheint ganz weit weg und erstrahlt doch nur wenige Minuten entfernt im berühmt-barocken Panorama. Das Flair wissen viele Gäste zu schätzen. "Wir sind an jedem Wochenende ausgebucht", erklärt Simon. Die Auslastung liege dann bei 100 Prozent. "Von Freitag bis Sonntag müssen wir regelmäßig Leute wegschicken." Die Gäste kommen aus aller Welt. "Wir haben Besucher aus Tokio, Australien, Frankreich, der Schweiz und aus Österreich", sagt Simon. Vor allem Rucksacktouristen und Radfahrer, aber auch Wandergruppen und Sportvereine wüssten das Ambiente zu schätzen.

Freie Spitzen gibt es trotzdem. Vor allem wochentags sind viele Kajüten unbelegt. Das soll sich ändern. Denn: Die Herberge Pöppelmann soll jetzt Erlebnisschiff für Klassenfahrten werden. "Wir stehen mit den Anbietern von Jugendfahrten in Verhandlung", erklärt Simon. Die erste Klasse habe schon gebucht - für den Juni 2015. "Was ist für Kinder und Jugendlicher schöner, als abenteuerlich auf einem Schiff zu übernachten?", fragt Inhaberin Svetlana Sapsaj. Sie glaubt an ihr Schiff "D. Pöppelmann". Noch immer.

Leicht hatte es die Russin, die vor 20 Jahren nach Dresden kam, jedenfalls nicht. Vor einem Jahr hatte sie mit Ehemann Sergej Sapsaj das von der Flut stark mitgenommene Schiff von der Stadt Dresden erworben. Mit viel Geld und Verve brachte sie es wieder auf Vordermann, reparierte die Elektrik, renovierte die Zimmer und gestaltete die Gaststätte neu. Dann kamen die Wirren um die Hafencity-Zukunft. Jetzt gibt es Sicherheit und die neue Farbe: Ab nächste Woche erhält die "D. Pöppelmann" einen neuen Anstrich. Natürlich weiß. Die Herkunft aus der "Weißen Flotte" soll nicht verleugnet werden. Bis 1988 hat der ehemalige Dampfer "Karl Marx" vom Terrassenufer Touristen nach Pillnitz bugsiert. Jetzt fristet er seine alten Tage gemächlich am Elbufer. Neben ihm noch immer vereint der alte "Friedrich Engels", jetzt Jugendschiff des Christlichen Vereins Junger Menschen. Die Schiffskollegen "Ernst Thälmann" und "Wilhelm Pieck" hatten da weniger Glück. Nach 1990 in "August der Starke" und "Gräfin Cosel" umbenannt, wurden beide vor sechs Jahren abgewrackt, verschrottet, ausgetauscht.

Der alte "Marx" jedoch soll nun eine zweite Blütezeit erleben. So schwebt es Inhaberin Sapsay und ihren sechs Mitarbeitern vor. Schon jetzt schreibt die Herberge schwarze Zahlen. Die sind auch nötig. In zwei Jahren steht der TÜV in der Werft in Laubegast an. Etwa 35 000 Euro kostet allein der Transport dorthin.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.09.2014

Tominski, Katrin

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