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Turbulenzen bei Ardenne in Dresden

Führungswechsel Turbulenzen bei Ardenne in Dresden

Das Unternehmen gehört zu den mittelständischen Musterbetrieben. Jahrelang hat der Dresdner Anlagenbauer Ardenne Gewinne gemacht und Krisen überstanden. Jetzt steckt der Familienbetrieb offenbar in Turbulenzen. Die Unternehmensspitze wurde überraschend ausgetauscht.

Ein Bild aus früheren Tagen: Die Geschäftsführer Robin Schild und Tino Hammer, hier im Jahr 2010 mit dem damaligen sächsischen Wirtschaftsminister Sven Morlok, sind innerhalb kurzer Zeit ausgeschieden.

Quelle: Archiv/dpa-Zentralbild

Dresden. Turbulenzen um einen Dresdner Leuchtturm: Beim Anlagenbauer Ardenne sind innerhalb kurzer Zeit zwei Mitglieder der Geschäftsführung ausgeschieden. Unternehmenschef Robin Schild sowie Finanz-Geschäftsführer Tino Hammer sind nicht mehr im Familienbetrieb aktiv.

Zu Schild, der jahrelang im Unternehmen war, teilte die Firma nur nüchtern mit: „In der Geschäftsführung der Von Ardenne GmbH kommt es zu einer Veränderung. Mit Wirkung vom 24. Februar wird Thomas Krischke zum neuen CEO berufen. Er folgt damit auf Robin Schild, der diese Funktion seit 2005 innehatte.“

Für das Ausscheiden von langjährigen Führungskräften ist das eine ungewöhnlich dürftige Darstellung. Kommunikationschef Karsten Franz wollte sich zu Hintergründen am Donnerstag auf Anfrage der DNN nicht äußern und verwies auf die Geschäftsführer, die trotz mehrfacher Versuche nicht zu sprechen waren. Auch eine schriftliche Anfrage blieb weitgehend unbeantwortet. Franz erklärte: Den jetzigen Grund für das Interesse am Unternehmen „können wir nicht wirklich erkennen“. Bei Von Ardenne habe es einen Führungswechsel gegeben, ein Vorgang, der nichts Außergewöhnliches beinhalte und „keinen Raum für Spekulationen bieten sollte“. Zur Unternehmensführung gehört auch noch Hans-Christian Hecht, der seit 2012 für den Technik-Bereich zuständig ist.

Der 54-jährige Krischke ist seit 1. Januar 2016 bei Von Ardenne als CFO/COO (Finanzen und operatives Geschäft) aktiv. Die Rolle des CFO werde er auch weiterhin einnehmen. Seine bisherigen Stationen waren führende Positionen bei der Kodak AG und der Heidelberger Druckmaschinen AG. Früherer CFO war Tino Hammer. Zu seinem Ausscheiden gibt es keine weiteren Angaben bislang. Schild ist auf Veranlassung der Eigentümerfamilie abgelöst worden, erklärte Franz.

Hinter den Kulissen machen wilde Gerüchte über massive Probleme mit der Auftragslage die Runde. Außerdem sollen Investitionen ins Stocken geraten sein. Zudem ist die Rede von einem angeblich verfehlten Einsatz von Rücklagen in Millionenhöhe. Offenbar hat es auch Veränderungen bei den Verantwortlichkeiten in der Eigentümerfamilie gegeben. Mittlerweile stünden angeblich Kündigungen im Raum.

Das Traditionsunternehmen fertigt seit 1991 auf seinem Betriebsgelände in Dresden-Weißig Maschinen und Anlagen, mit denen nano- bis mikrometerdünne Funktionsschichten auf Materialien wie Glas, Metall oder Folie aufgebracht werden. Mit den beschichteten Materialien stellen die Kunden unter anderem Architekturglas, Smartphone-Displays und Touchscreens her. Zur Produktpalette gehören auch Anlagen, die in Vakuumkammern superdünne Solarzellen erzeugen.

Auf der Internetseite veröffentlichte das Unternehmen bislang nur Geschäftszahlen zum Jahr 2014. Seinerzeit wurden rund 202 Millionen Euro umgesetzt, 679 Mitarbeiter beschäftigt und 33 Millionen Euro investiert. Angaben zu 2015 und Verlusten oder Gewinnen gibt es nicht. 2012 war mit 260 Millionen Euro der Rekordumsatz in der Firmengeschichte erwirtschaftet worden.

Von Ingolf Pleil

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