Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Trotz Boom in der Kartographie: TU Dresden schließt ihren gefragten Studiengang

Trotz Boom in der Kartographie: TU Dresden schließt ihren gefragten Studiengang

Kartographen sind momentan auf dem Arbeitsmarkt so begehrt wie nie zuvor. Vor allem die Digitalisierung von Landkarten hat dazu beigetragen. Auf einem Weltkongress tauschen sie sich bis Freitag in Dresden über ihre neuesten Erkenntnisse aus.

Voriger Artikel
Stadtreinigung entfernt Tauschbox in der Dresdner Neustadt – Ortsbeirätin ist sauer
Nächster Artikel
Neue Dresdner Rettungsleitstelle in der Scharfenberger Straße hat Betrieb aufgenommen

Wo herrscht welches Klima auf der Welt? Das beantwortet diese Karte. Landkarten zu verstehen, ist wichtig.

Quelle: Westermann

Trotz dieser positiven Aussichten ist der Studiengang Kartographie an der TU Dresden aber in wenigen Jahren Geschichte. Lehrstuhlinhaber Professor Manfred Buchroithner kann das nicht verstehen.

„Wir sind ein weltweiter anerkannter Kartographiestandort. Das zeigt sich auch daran, dass der Kongress, der zuvor schon in Moskau oder Washington D.C. gastierte, ins vergleichsweise kleine Dresden kommt“, sagt Buchroithner. Dennoch steht die Entscheidung fest: Ab Oktober werden keine neuen Bachelor-Studenten mehr immatrikuliert. „Ich habe zum Rektor gesagt, dass das eine Fehlentscheidung ist, die man rückgängig machen sollte“, betont der Professor.

Rückendeckung bekam er dabei von seinen Kollegen aus der ganzen Welt. „Kollegen, die mich schon seit Jahrzehnten kennen, schütteln nur den Kopf“, so Buchroithner, der zudem darauf verweist, dass der Studiengang auf universitärer Ebene in Deutschland einzigartig sei. Außerdem gebe es Beispiele von anderen renommierten Forschungseinrichtungen, die einen ähnlichen Weg gehen wollten und dies bereut hätten.

„Vor etwa 15 Jahren hat das Massachusetts Institute of Technology in den USA seinen Kartographiestudiengang gestrichen. Vor drei Jahren mussten die Verantwortlichen aber erkennen, dass das ein Fehler war und etablierten ihn erneut“, gibt Buchroithner zu bedenken.

Obwohl die Uni-Leitung das Ende der Kartographie Anfang des Jahres beschlossen hat, weiß der Dresdner Professor noch immer nicht den genauen Grund. „Es hieß, dass es einen Katalog mit 20 Entscheidungskriterien gibt. Wie die genau aussehen, weiß ich bis heute nicht. Zumal es an Dingen wie fehlenden Publikationen in anerkannten Fachzeitschriften nicht gelegen haben kann.“

Auf Anfrage von DNN-Online erklärt die TU-Pressestelle, wie es zu der Entscheidung kam: „Der eigentliche Grund für die Streichung des Studiengangs sind die mangelnden Gelder des Freistaates Sachsen“, sagt Sprecher Mathias Bäumel. Die Uni-Leitung habe mehrere Jahre mit den Fakultäten gesprochen und um Kürzungsvorschläge gebeten. Aufgrund der finanziellen Zwänge habe sich die Fakultät Umweltwissenschaften für den Abbau von Manfred Buchroithners Professur entschieden, so Bäumel.

Dessen ungeachtet präsentieren Buchroithner und sein Team auf dem Kongress mit 1500 Experten aus 81 Ländern eine kürzlich entwickelte digitalisierte Trekkingkarte vom Mount Everest (Himalaya). Sie kommt ohne Strom aus und soll auch bei Sonnenschein gut lesbar sein. Diese Karte wurde zusammen mit dem Dresdner Unternehmen Plastic Logic entwickelt. Experten der TU haben außerdem ein kompliziertes Höhlensystem auf Borneo detailliert für eine Art 3D-Video aufgearbeitet. Nun kann die Höhle aus der Perspektive einer Fledermaus durchflogen werden.

Stephan Hönigschmid

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.