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Traditionsreiche Druckerei Hille in Dresden-Mockritz will Verlagsgeschäft weiter ausbauen

Traditionsreiche Druckerei Hille in Dresden-Mockritz will Verlagsgeschäft weiter ausbauen

Christoph Hille ist als Sprecher der Bürgerfraktion im Stadtrat kein Unbekannter. Vor allem, seit kürzlich die Bürgerfraktion im Finanzausschuss erst gegen den Vergleich von Stadt und Gagfah stimmte und im Stadtrat dann dafür.

Doch Hille engagiert sich in der Landeshauptstadt nicht nur als Stadtrat, sondern auch als Unternehmer und führt in Mockritz eine der ältesten Druckereien in Dresden. Gegründet hat die Druckerei Hille, die heute in Mockritz ansässig ist, 1880 der Urgroßvater von Christoph Hille. Und wie es aussieht, wird das Familienunternehmen auch in fünfter Generation fortgeführt.

"Über die ersten 65 Jahre der Firmengeschichte kann ich leider nicht viel erzählen", bedauert Christoph Hille. Denn die Firma - sie beschäftigte damals an die 60 Mitarbeiter und war an der Robert-Blum-Straße ansässig - brannte bei den Bombenangriffen 1945 aus. "Gemeinsam mit einem Geschäftspartner übernahmen mein Großvater und mein Vater eine Druckerei in Pieschen", erzählt der heutige Inhaber. Er ist selbst gelernter Schriftsetzer- sowie Buchdrucker- meister und führt die Geschäfte des kleinen Betriebes seit 1988. Die Druckerei blieb auch zu DDR-Zeiten in familiärer Hand.

Nach der Wende brach für Hilles eine aufregende Zeit an, in der man nicht nur Handzettel und Plakate für die ersten freien Wahlen druckte. Christoph Hille kehrte mit der Druckerei wieder an den alten Standort Robert-Blum-Straße zurück und gründete zudem eine Mitfahrzentrale - damals die erste in den neuen Bundesländern. Doch das Haus an der Robert-Blum-Straße wurde verkauft, die Druckerei musste wieder raus.

Christoph Hille investierte und zog mit dem kleinen Unternehmen in einen Neubau an die Boderitzer Straße nach Mockritz. Die Mitfahrzentrale gab er 1993 wieder auf, konzentrierte sich ganz auf seine Druckerei, die übrigens eine der ersten in Dresden war, die im Digitaldruck produzierte. "Wir sind spezialisiert auf kleine, individuelle Drucksachen in geringen Stückzahlen. Wir können bei größerem Bedarf in kürzester Zeit Nachauflagen drucken", erläutert der Chef der Druckerei, die Plakate, Kirchennachrichten, Vesperprogramme, Firmen- und Familienchroniken fertigt, um wenige Beispiele zu nennen.

Seit 1997 betätigt sich Christoph Hille zudem als Verleger, gibt nicht nur die Stadtteilzeitschrift "Südhang" heraus, sondern auch Bücher über Kirchenthemen, einige belletristische Werke sowie Bücher zur Heimatgeschichte, die allesamt komplett bei ihm in der Druckerei gefertigt werden und im Buchhandel erhältlich sind. Für viele Hobbyhistoriker ist die Druckerei Hille die erste Adresse.

"Unser Bestseller ist das Buch 'Das Verhör' über den Plakatprotest in Leipzig. Da haben wir über 1800 Stück verkauft." Sehr erfolgreich liefen auch die Titel "Ich war auch eine Trümmerfrau" oder die "Kaitzer Chronik". Relativ neu auf dem Markt sind "Die Spuren am Körnerplatz" oder auch "Vergesst den Oktober 1989 nicht". 130 Titel hat der Verlag Hille bisher herausgebracht. "Pro Jahr kommen zehn hinzu. Tendenz steigend", freut sich der Druckereichef. Er will nun das Verlagsgeschäft weiter ausbauen. Catrin Steinbach

www.hille1880.de

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