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Traditionelles Dresdner Motorradgeschäft schließt nach 92 Jahren

Traditionelles Dresdner Motorradgeschäft schließt nach 92 Jahren

Der Ausverkauf läuft, das Ende ist beschlossene Sache. Es liegt Wehmut in der Stimme von Diplomingenieur Bernd Hinkel (68), der das Familienunternehmen an der Wilhelm-Franke-Straße zusammen mit seiner Frau Marlies (62) 1977 in dritter Generation übernahm.

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Marlies und Bernd Hinkel geben ihr Motorradgeschäft an der Wilhelm-Franke-Straße in Leubnitz-Neuostra auf.

Quelle: Steffen Ludewig

"Motorrad Hinkel" ist Geschichte, das Geschäft dient nur noch als Resterampe.

Die 1970er gehörten zu den vielleicht besten Jahren der Firma in Leubnitz-Neuostra. "Man war damals nicht nur bloßer Baugruppenteilaustauscher, da wurde noch Geschick daran gemacht, repariert und vieles wieder aufbereitet", sagt Bernd Hinkel. "Uns ging es damals richtig gut, die Auftragsbücher waren voll", so der Ingenieur.

1990 wurde das 1984 geschlossene Ladengeschäft wieder eröffnet. Ein großzügiger Verkaufsraum wurde in Eigenleistung angebaut. Hier boten die Hinkels schließlich Motorradzubehör, Bekleidung, Reparaturdienstleistungen, einen Zulassungsdienst, die Vermietung von Motorrädern und deren Finanzierung an. Diesen Part übernahm Marlies Hinkel. Sie stellt fest: "Wir waren schnell eine kleine Marke hier in Dresden." Mit der Wende kam die Chance, weitere Verträge zu übernehmen und als große Namen wie BMW und Suzuki Anfragen stellten, sagte Familie Hinkel zu. Doch die guten Zeiten endeten schnell. Motorradfirmen änderten ihre Strategien, der Markt war gesättigt und die Anforderungen an Ausstellungsraum und Service wurden hochgeschraubt. So brach erst BMW, dann Suzuki weg. "Wer macht heutzutage schon noch den Motorradführerschein, der genauso teuer ist wie der Autoführerschein", schimpft Hinkel. "Nur einige Enthusiasten, Motorsportler, Motorradbegeisterte oder Geschäftsleute, die das Motorrad als Freizeitvergnügen nutzen zählten noch zu unseren Stammkunden."

Auch von den Gesellen musste sich das Unternehmen nach und nach trennen. Zuletzt hatte Bernd Hinkel nur noch einen Angestellten. Die Suche nach Möglichkeiten, das Unternehmen mit einem Verkauf zu erhalten, scheiterten. Das war der Anfang vom Ende. "Die täglichen Probleme eines Familienbetriebes sind für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar. Das sind neben dem Arbeitspensum auch bürokratische Hürden, die Steuerlast und nicht zuletzt auch mangelnde Akzeptanz von solchen Familienunternehmen durch die heutige Gesellschaft", so Geschäftsführer Hinkel. "Die Entwicklung geht weg von solch kleinen Familienbetrieben."

In dem Geschäft an der Wilhelm-Franke-Straße 25 läuft der Ausverkauf, dazu ist dienstags und donnerstags jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.01.2013

Steffen Ludewig

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